50 Jahre Kinderhilfe Oberland: Vorreiter für Inklusion

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„Auf die nächsten 50 Jahre voller Lachen, Lernen und Liebe“ freuten sich die Geschäftsführerinnen Anja Erndtmann und Barbara Scherdi (rechts) beim Festakt in Herzogsägmühle. Dem schlossen sich Betina Britze (Bezirk Oberbayern), Wolfgang Taffertshofer (stellvertretender Landrat Weilheim-Schongau), Hermine Sagmeister (Vorsitzende der Kinderhilfe im Landkreis Weilheim-Schongau e.V.), Dekan Jörg Hammerbacher (Dekanat Weilheim), Ministerialdirektor Christian Schoppik (Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales) sowie Andrea Betz (Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern, Geschäftsführerin der Kinderhilfe Oberland) an. © Herold

Die Kinderhilfe Oberland gilt als Pionier in Fragen der Inklusion und Frühförderung. Mitte Juni feierte sie im Diakoniedorf Herzogsägmühle bei Peiting ihr 50-Jähriges.

Herzogsägmühle/Region – „Es ist normal, verschieden zu sein!“ Das sei der Grundgedanke, wie Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern und zugleich Geschäftsführerin der Kinderhilfe Oberland, erklärt. „Jedes Kind soll die Chance haben, an der Gesellschaft teilzunehmen.“

Die inklusive Arbeit der Kinderhilfe Oberland sei schon immer wegweisend. Denn dass Kinder in Kindertageseinrichtungen unabhängig vom individuellen Entwicklungsstand oder ihrer Behinderung gemeinsam spielen und lernen – damit sei man schon sehr früh seiner Zeit voraus gewesen. Auch ihre Mit-Geschäftsführerinnen Anja Erndtmann und Barbara Scherdi teilen diese Einschätzung: „Die Arbeit der Kinderhilfe Oberland ist ein Vorbild für viele“. Heute wie damals. Betina Britze vom Bezirk Oberbayern lobte die Verdienste, die seither ganz Bayern zugute kamen.

Bereits 1973 war die Kinderhilfe auf Initiative des Kinderarztes Dr. Albrecht Schätz als Verein in Weilheim gegründet worden. 1974 eröffnete sie mit dem Kinderhaus in Polling eine heilpädagogische Tagesstätte, um Kinder, die in Regeleinrichtungen keine adäquate Betreuung fanden, zu unterstützen. Die Einrichtung entwickelte sich schnell zu einem Anlaufpunkt für Familien aus dem gesamten Landkreis und den angrenzenden Regionen. „Eine Pionierleistung in einer Zeit, in der die Grundeinstellung und das Menschenbild noch ganz anders waren als heute“, würdigt Ministerialdirektor Christian Schoppik vom Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

Die Gründung einer Frühförderstelle 1977 war dann die erste im Landkreis Weilheim-Schongau. Heute arbeiten hier über 75 Fachkräfte.

„Weilheimer Modell“ wird zum Vorbild

Seit Ende der Siebziger konzentrierte sich die Kinderhilfe auf die Entwicklung dezentraler Betreuungsmöglichkeiten und die Integration von Kindern mit Behinderungen in reguläre Gruppen. Es entstand das „Weilheimer Modell“, welches Mitte der Achtziger zur Einrichtung integrativer Kindergärten führte. „In diesem Landkreis wird Inklusion gelebt, wie sonst weit und breit nicht“, ist Hermine Sagmeister, Vorsitzende der Kinderhilfe im Landkreis Weilheim-Schongau e.V., überzeugt.

2008 rief der Gründungsverein gemeinsam mit der Diakonie Herzogsägmühle die gemeinnützige GmbH Kinderhilfe Oberland ins Leben. Die Kinderhilfe Oberland ist heute Teil der Diakonie München und Oberbayern und beschäftigt rund 430 Mitarbeitende in 30 Einrichtungen – „die wahren Helden“, fassen Erndtmann und Scherdi zusammen. „Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass Kinder mit und ohne Behinderung in einer inklusiven Gesellschaft ihre Potenziale entfalten.“

Die Kinderhilfe Oberland bietet Frühförderstellen in Penz­berg, Weilheim, Peißenberg, Peiting, Schongau und Steingaden sowie integrative Kindertageseinrichtungen in Altenstadt, Bernried, Polling, Peißenberg, Hohenpeißenberg, Peiting, Penzberg, Utting und Tutzing sowie einen integrativen Hort

in Weilheim an. Zusätzlich Mittagsbetreuungen und offene Ganztagsangebote an Schulen. Sie zählt mehr als 1.000 Betreuungsplätze in integrativen Kindertageseinrichtungen, davon bis zu ein Drittel für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Die Frühförderung unterstützt um die 500 Buben und Mädchen, die integrativen Horte können rund 140 Kinder im Grundschulalter aufnehmen (ein Drittel für Kinder mit besonderem Förderbedarf). Der Offene Ganztag verfügt über 29 Gruppen, die Mittagsbetreuung über 18. Perspektivisch kommen zwei integrative Kindertageseinrichtungen in Geltendorf und Schwabsoien hinzu.

50 Jahre Kinderhilfe Oberland: „Generationen geprägt“

Generationen seien so im Landkreis Weilheim-Schongau geprägt worden und ein bedeutender Beitrag zur Bildung geleistet worden, so stellvertretender Landrat Wolfgang Taffertshofer. „Tausende Kinder sind in Vielfalt zusammen gewachsen“, sieht Dekan Jörg Hammerbacher vom Dekanat Weilheim eine „Segensgeschichte über 50 Jahre“.

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