Früher war alles besser – das finden zumindest einige Nürnberger, die im Online-Forum Reddit über ihre Stadt diskutieren. Andere widersprechen dieser Ansicht.
Nürnberg – Die Kaiserburg, die malerische Altstadt, kleine, verwinkelte Gassen – Nürnberg ist ein beliebtes Ausflugsziel und Touristenmagnet in Bayern. Doch wie geht‘s den Nürnbergern mit ihrer Stadt? Diese Frage wurde kürzlich im Online-Forum Reddit gestellt: „Fühlt ihr euch noch wohl in Nürnberg?“
Nürnberger beantworten die Frage, ob sie sich in ihrer Stadt noch wohl fühlen
Der Nutzer spezifiziert seine Frage: Er komme von 15 Kilometern außerhalb der Stadt und sei nur zweimal die Woche in Nürnberg. Allerdings: „Ich finde, es ist einfach nur extrem asozial geworden. Ich sehe nur noch Jogginghosen-Träger, die auf den Boden spucken, mit Fake Gucci Caps.“ Es erinnere ihn an Frankfurt. Auch der Hauptbahnhof und die Breite Gasse und Umgebung seien nicht mehr wirklich wiederzuerkennen, „vom Klientel her“.
In den Kommentarspalten erhält er viele zustimmende Antworten – jedoch fast ebenso viele, die im widersprechen. „Ich hab mich noch nie unwohl gefühlt“, heißt es zum Beispiel. Ein anderer Nutzer erzählt, er sei vor einem knappen Jahr aus Nordrhein-Westfalen nach Nürnberg gezogen und fühle sich dort wesentlich wohler als in vielen Städten dort. „Vor allem der ÖPNV ist ein Luxus, der im Vergleich zu vielen anderen Städten fast unvergleichlich ist.“
Viele widersprechen und berichten, dass Nürnberg eine lebenswerte Stadt sei
Auch andere Kommentatoren verteidigen ihre Stadt: „Ich liebe es in Nürnberg“, schreibt jemand, ein anderer meint: „Jede Stadt hat seine speziellen Ecken, aber Nürnberg ist eigentlich eine sehr tolle, attraktive Stadt.“ Und: „Nürnberg ist nicht perfekt, aber eine schöne lebendige Stadt. Nur weil dir die Klamotten nicht passen sind die Leute nicht gleich asozial.“
Auch andere relativieren die Aussage des Nürnbergers in Bezug auf die Jogginghosen-Träger: „Klamottenstyle und Assi‘s gab‘s immer“ oder: „Aktuell ist nun mal die Mode Jogginghose. Mir gefällt‘s auch nicht, aber so ist es nun mal.“
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Geborener Nürnberger: „Hasse die Stadt auf den Tod“
Fast ebensoviele Kommentare stimmen jedoch zu, dass sich Nürnberg in den letzten Jahren zum Negativen verändert habe. „Ich bin geborener Nürnberger und ich hasse die Stadt auf den Tod“, macht ein Nutzer seinem Ärger Luft. Es sei schlimmer geworden, die Leute in den öffentlichen Verkehrsmitteln könnten sich nicht benehmen, überall seien Bettler. „Du bist nicht allein mit deiner Meinung. Die fränkischen grandigen Graddler werde ich nicht vermissen“, schließt er seinen Post.
Auch ein anderer Nutzer ist dieser Meinung: „Wohne jetzt seit 15 Jahren in der Südstadt und es ist definitiv asozialer geworden.“ Er merke das in seiner Straße alleine schon an der Häufigkeit der Polizeieinsätze, auch der Müll auf den Straßen werde immer mehr. Ein Nutzer führt die Entwicklung hin zum Negativen unter anderem auf die Ungleichheit zurück, die durch starke Gentrifizierung auf der einen Seite und vielen in Armut lebenden Menschen auf der anderen Seite immer weiter wachse.
Sterbende Innenstadt als Problem vieler Metropolen
Und – wie so viele andere Großstädte – sehen viele ein Problem in einer sterbenden Innenstadt. „Geisterstadt“, nennt einer die Breite Gasse in Nürnberg. „Kaum noch Fachgeschäfte, dafür viele Billiggeschäfte. Clubs kommen und gehen, kaum welche bestehen.“ Früher sei Nürnberg noch proppenvoll und stark besucht gewesen, da habe man sich wohler gefühlt.
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