In einem Jahr wird in Mecklenburg-Vorpommern der Landtag gewählt. Eine neue Umfrage zeigt: Die AfD würde klar die stärkste Kraft werden.
Schwerin – Die Umfrage ist ein neuer Schock für SPD und CDU: Knapp ein Jahr vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist die AfD auch im Nordosten klar die stärkste Kraft. Laut der Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Norddeutschen Rundfunk liegt die Partei mit 38 Prozent weit vor der Konkurrenz. Gleichzeitig würde die AfD damit ihr Ergebnis der Landtagswahl 2021 mehr als verdoppeln.
Die derzeit amtierende SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt in der Sonntagsfrage nur noch auf 19 Prozent – nicht einmal halb so viel wie noch bei der Landtagswahl vor vier Jahren. Die mitregierende Partei Die Linke erreicht 12 Prozent und landet damit knapp hinter der oppositionellen CDU mit 13 Prozent. Anders als das BSW (7 Prozent) müssten die Grünen der Umfrage zufolge mit fünf Prozent um den Wiedereinzug in den Schweriner Landtag bangen. Die FDP wird nicht gesondert ausgewiesen und würde aus dem Landesparlament ausscheiden.
| Partei | Wert in % |
|---|---|
| AfD | 38 |
| SPD | 19 |
| CDU | 13 |
| Linke | 12 |
| BSW | 7 |
| Grüne | 5 |
| Sonstige | 6 |
Institut: Infratest dimap. Erhebungszeitraum: 18. bis 23. September. Fallzahl: 1151 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: 2 bis 3 Prozentpunkte.
Umfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Wer könnte eine Koalition bilden?
Aus der Landtagswahl im September 2021 war die SPD mit 39,6 Prozent klar als stärkste Kraft hervorgegangen. Die AfD erreichte damals 16,7 Prozent vor der CDU mit 13,3 Prozent, der Linken mit 9,9 Prozent, den Grünen mit 6,3 Prozent und der FDP mit 5,8 Prozent. Schwesig schmiedete nach der Wahl eine Koalition mit der Linken.
Beide Parteien zusammen haben der neuen Umfrage zufolge nun weniger Zuspruch als die AfD. Die rot-rote Koalition wäre damit abgewählt. Eine Dreierkoalition abseits der AfD, mit der alle anderen Parteien eine Koalition ausschließen, ist rechnerisch nicht möglich. Viererbündnisse erscheinen politisch schwierig, weil entweder die CDU oder das BSW mit der Linken kooperieren müsste. Die nächste Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ist voraussichtlich am 20. September 2026.
Umfragen sind keine Prognosen
Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.
AfD in Umfragen im Hoch: Söder spricht von der „größten politischen Herausforderung“
Anfang September hatte eine Umfrage die AfD bereits in Sachsen-Anhalt mit 39 Prozent deutlich vor allen anderen Parteien gesehen. Auch bundesweit liegt die AfD inzwischen mit Werten von 26 und 27 Prozent bei mehreren Instituten schon vor CDU und CSU (24,5 bis 26 Prozent).
Angesichts des Umfragehochs der AfD hat CSU-Chef Markus Söder die Union zuletzt zur politischen Auseinandersetzung mit der Partei aufgerufen. „Ich betrachte auch das Anwachsen der AfD als die größte Herausforderung unseres politischen Lebens. Sich dagegen zustellen, wird die größte Aufgabe und wichtigste Strategie sein“, sagte der bayerische Ministerpräsident am 23. September bei der Klausur der CSU-Fraktion im oberfränkischen Kloster Banz. „Deswegen sage ich auch an der Stelle ganz klar: Kooperationen, Koalitionen mit der AfD kommen für uns nicht infrage.“ (Quellen: Infratest dimap, NDR, dpa, AFP) (cs)