Zum Fahrplanwechsel im Dezember plant die Bahn mehrere Alpen-Fernzüge zu streichen. Das sorgt für Frust. Aus Bayern und Tirol wird nun Kritik laut.
München – Die Deutsche Bahn steckt in einer tiefen Krise. Immer geringer werdende Pünktlichkeitswerte, Zugausfälle oder auch gestrandete Passagiere sorgten zuletzt einmal mehr nicht für ein positives Image der Bahn. Bereits vor dem traditionellen Fahrplanwechsel Mitte Dezember sorgt nun eine Ankündigung der Bahn für ordentlich Zündstoff. Gleich mehrere Fernverkehrszüge, die durch Bayern fahren, sollen wegfallen. Auch Tirol ist betroffen. Auf bayerischer als auf österreichischer Seite wird Verärgerung laut.
ICE-Verbindungen durch die Alpen sollen wegfallen – gleich mehrere bekannte Züge betroffen
Geht es nach der Bahn, sollen die traditionellen Alpen-Fernzüge von Berlin und Hamburg nach Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden für 2026 fast komplett gestrichen werden. Konkret betreffen die Einsparpläne der Bahn zwei ICE-Verbindungen des Fernverkehrs in die bayerische Alpenregion.
Der ICE „Karwendel“ mit der Zugnummer 1003 verkehrt derzeit samstags zwischen Berlin und Garmisch-Partenkirchen. Dabei stoppt der Zug unter anderem in Nürnberg, Weilheim und Murnau. Doch bereits ab Ende September sollen die Fahrten weniger werden. Das bestätigte eine bahninterne Quelle unserer Zeitung.
Auch der ICE „Wetterstein“ von Hamburg nach Innsbruck soll nur noch bis zum kommenden Fahrplanwechsel fahren. Bislang ist der Zug von freitags bis sonntags auf der Strecke Hamburg – Lüneburg – Celle – Würzburg – Augsburg – München – Garmisch-Partenkirchen – Innsbruck unterwegs. Nach dem 13. Dezember soll dann auch damit Schluss sein. Durch den Wegfall der Verbindung entfällt auch der Halt in Seefeld in Tirol.
Fernverkehrszüge nach Tirol sollen eingespart werden – Bahn erntet Kritik von mehreren Seiten
Die Verbindungen vom Norden an die Alpen waren erst vor wenigen Jahren wieder eingeführt worden. Den Wegfall begründet die DB Medienberichten zufolge nun unter anderem mit steigenden Trassenpreisen. Für ein offizielles Statement war die Bahn bislang jedoch nicht zu erreichen. In Tirol und Bayern macht sich derweil dagegen bereits Ärger breit. „Dass die Verbindung jetzt wieder wegfällt, ist sehr schade“, kommentierte Elias Walser, Geschäftsführer des Tourismusverbandes in Seefeld (TVB), die Sparpläne gegenüber der Tiroler Tageszeitung.
Der Fahrgastverband pro Bahn sprach ebenfalls von einem Verlust. Auch das bayerische Verkehrsministerium wurde bereits über die Einsparpläne der DB Fernverkehr informiert. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) protestierte daraufhin persönlich bei DB-Fernverkehrschef Michael Peterson und bat um eine Überprüfung.
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Sparpläne der Bahn im Fernverkehr – auch IC-Verbindungen sollen wegfallen
Auch bei den IC-Verbindungen soll es den Plänen nach Einsparungen geben. Betroffen davon sind der IC 2083 „Königssee“ und der IC 2085 „Nebelhorn“. Der Fahrplan des IC 2083 von Hamburg nach Berchtesgaden gilt nur noch bis zum 21. September. Ab dem 22. September taucht die sonst täglich verkehrende Verbindung nicht mehr auf.
Für den IC 2085 ins Allgäu ist dem Buchungsportal der Bahn zufolge nach dem 7. Oktober Schluss. Dann wird auch diese Verbindung bei der Fahrtensuche nicht mehr angezeigt.
Alpenland von Einsparungen im Fernverkehr betroffen – so könnte es künftig weitergehen
Trotz der Sparpläne sollen nicht alle Verbindungen wegfallen. So gibt es unter anderem Überlegungen, den ICE „Karwendel“ künftig in Saarbrücken starten zu lassen. Ein Halt entlang der Strecke soll dann Stuttgart sein. Die geplante Abfahrtszeit von 4:30 Uhr in der Früh dürfte für viele Fahrgäste jedoch maximal unattraktiv sein.
Für Fernverkehrszüge nach Oberstdorf könnte es einen Neustart mit dem ICE L geben. Die TALGO-Züge mit niedrigem Einstieg wurden vor kurzem nach längerem Verzögerung zugelassen. (Quellen: Eigene Recherche, Tiroler Tageszeitung; jr)