Neue Pläne für altes Gärtnerei-Gelände: Kommen ein Getränkemarkt und Wohnungen?

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Hat erste Kandidaten an der Angel: Michael Schilcher auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei „Holzmann“ in Bad Heilbrunn. © Arndt Pröhl

Rewe zeigt Interesse an einem Getränkemarkt in Bad Heilbrunn. Doch die geplante Gebäudehöhe sorgt für Diskussionen im Gemeinderat.

Bad Heilbrunn Vor zweieinhalb Monaten wurde die Heilbrunner Gärtnerei Holzmann abgerissen, nun zeichnet sich ab, wie die Nachfolgenutzung aussehen könnte. Eher zufällig kam in der Gemeinderatssitzung ans Licht, dass ein erstes Gespräch zwischen dem neuen Grundstücksbesitzer Michael Schilcher und Supermarkt-Chef Alexander Wutke stattgefunden hat, der sich offenbar einen Getränkemarkt auf dem Nachbargrundstück des Rewe vorstellen könnte. Zu den Erfolgsaussichten wollte sich Schilcher auf Nachfrage nicht äußern: „Die Gespräche sind in den Kinderschuhen. Wir haben weder über einen Pachtvertrag gesprochen noch über die Laufzeit oder die Kosten.“

Gebäude soll höher werden

Eigentlich sollte es am Dienstagabend nur um baurechtliche Fragen gehen. Hier stutzte Gemeinderat Michael Lettner, als er hörte, dass die Wandhöhe des geplanten Gebäudes auf dem ehemaligen Gärtner-Grundstück um einen Meter höher sein soll als angedacht – 7,60 statt 6,60 Meter. Lettner forderte den Aufbau eines Phantomgerüsts, denn dann könne man sich die Dimensionen des Gebäudes und die Silhouette mit Satteldach besser vorstellen. Er finde grundsätzlich gut, dass es für die Gärtnerei eine Nachfolgenutzung gebe, „aber die Nachbarn haben dadurch schon erhebliche Einschränkungen“. Geschäftsleiter Hans Keller empfand dies als nicht notwendig, schließlich gehe es bislang nur darum, ob überhaupt ein Gebäude geplant werden darf. Erst wenn dann ein Bauantrag eingereicht wird, wisse man, wo das Gebäude platziert wird und welche Auswirkungen dies auf die Nachbarschaft hat. Lettner blieb bei seiner Forderung: „Und wenn es nur ein Kran ist, der einen Balken auf die geplante Dachhöhe hochzieht.“

„Wenn die Raumhöhe nicht kommt, werden die Verhandlungen eingestellt“

Da schaltete sich Planer Thomas Link aus Antdorf in die Diskussion ein. Das Gebäude habe eine Größe von 25 mal 40 Metern. Man könne gerne ein Phantomgerüst aufstellen: „Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Nutzung als Getränkemarkt nicht möglich ist, wenn sie der Erhöhung nicht zustimmen.“ Link wies darauf hin, dass sich in der Nachbarschaft die Teefabrik befinde, und die sei „eher ungünstiger“ für die Nachbarn. Michael Schilcher ergänzte, am Dienstagvormittag habe ein Gespräch mit Alexander Wutke stattgefunden, in dem über die Bau-Beschreibung diskutiert wurde. Da ist ganz klar die Ansage gekommen: „Wenn die Raumhöhe nicht kommt, werden die Verhandlungen eingestellt.“ Schilcher hält dies für nachvollziehbar: „Wenn wir den zusätzlichen Meter im Erdgeschoss nicht kriegen, sind viele Einzelhändler raus. Mit einer Raumhöhe von 2,40 Metern kann man heutzutage kein vernünftiges Gewerbe mehr in dieser Größe betreiben.“

Dritter Bürgermeister Bernd Rosenberger sprach sich vehement für eine Zustimmung aus: „Wir schaffen an dieser Stelle einen Mehrwert für unsere Wirtschaft. Wir sollten da nicht auf die Bremse treten.“ Letztlich stimmte der Gemeinderat der Bebauungsplan-Änderung einstimmig zu.

„Aufwendig, Einzelhändler mit ihren Bedürfnissen abzuholen“

Auf Nachfrage sagte Schilcher weiter, es sei heutzutage „relativ aufwendig, Einzelhändler mit ihren Bedürfnissen abzuholen“. Die Grundfläche eines Getränkemarkts betrage in der Regel zwischen 500 und 700 Quadratmetern. Andere Getränkemärkte hätten wohl ähnliche Bedürfnisse. In dem Gespräch am Dienstagvormittag sei es beispielsweise darum gegangen, wo sich die Be- und Entladezone befinden könnte. Grundsätzlich sei eine Traufhöhe von 7,60 Metern „nichts Außergewöhnliches“. Momentan existiere nur eine Bau-Beschreibung.

„Wir sind am Hin- und Herzeichnen“

Wie das Gebäude rund um den möglichen Getränkemarkt aussehen könnte, könne man nicht sagen. Klar sei, dass über dem Erdgeschoss ein Vollgeschoss mit Wohnungen entsteht. Darüber beginne schon die Dachschräge, unter der weitere Wohnungen Platz angedacht sind: „Seit der Gemeinderatssitzung sind wir guten Mutes, dass das von der Höhe her klappt.“ Ebenso unklar sei, wie weitere Gewerbeflächen aussehen könnten: „Wir sind am Hin- und Herzeichnen.“

Das Planungsbüro Link solle nun einen Entwurf zeichnen. Der Heilbrunner Makler Jannik Zimmer kümmere sich um die Vermarktung: „Und dann schauen wir mal, was an diesem wunderschönen Ort rauskommt.“