Seltenes Naturschauspiel auf Ostsee-Insel: Touristen fluten Rügen – einige begeben sich in Gefahr

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Auf Rügen kommt es zu einem besonderen Naturspektakel das viele Schaulustige anzieht. Einige Menschen gehen dabei jedoch ein tödliches Risiko ein.

Sassnitz – Immer wieder kommt es auf der Erde zu besonderen Naturspektakeln, meist aufgrund besonderer Wetterereignisse. Vielerorts machen sich dann Schaulustige auf, um das seltene Eregniss mit eigenen Augen zu sehen.

Die Ostsee vor Sassnitz ist zugefroren. Besonders der Leuchtturm mit seiner Eisschicht zieht aktuell viele Menschen an. © IMAGO / Ostseephoto

So auch auf der Ostseeinsel Rügen: Wie ein Märchen aus Eis und Schnee präsentiert sich derzeit der Sassnitzer Leuchtturm. Die wochenlange Dauerfrostperiode hat das Wahrzeichen in eine glitzernde Eisschatulle verwandelt – ein Anblick, der Tausende von Besuchern magisch anzieht. Doch beim Versuch einen guten Blick auf das Spektakel zu bekommen, begeben sich einige Besucher in tödliche Gefahr.

Seltenes Naturschauspiel auf Rügen: Tausende Besucher am Sassnitzer Leuchtturm

Am vergangenen Sonntag (8. Februar) herrschte am Sassnitzer Stadthafen Ausnahmezustand. Wie die Ostsee Zeitung berichtet, ging am Sonntagnachmittag auf den Zufahrtsstraßen nichts mehr. Jede verfügbare Fläche wurde zum Parken genutzt, während Menschenmengen mit Schlitten und Kinderwagen zur Mole drängten. Tausende Menschen, Touristen wie Einheimische wollten sich den Anblick des vereisten Leuchtturm nicht entgehen lassen.

Die beeindruckenden Eisformationen entstanden durch gefrorene Gischt, die sich über Tage an der Brandungsseite des Leuchtturms ansammelte. Nach einer wochenlangen Dauerfrostphase war die Ostsee vor Sassnitz zu gefroren, selbst der vor einem Jahr nach einer Havarie gesicherte Öltanker „Eventin“ ist nun von Eis umgeben.

Leichtsinnige Fotojäger: Einige Besucher begeben sich auf Eisfläche

Viele Besucher betraten auf der Suche nach dem spektakulärsten Foto auch das Eis – und das trotz eindringlicher Warnungen der Wasserschutzpolizei. Am Zugang der Mole die eigentlich gesperrt ist waren am Sonntagnachmittag weder Ordnungsamt noch Polizei postiert.

„Auch außerhalb der Häfen ist die Eisbildung an der Ostsee trügerisch“, mahnte die Wasserschutzpolizei nach Angaben der Ostsee Zeitung. Wind, Wellengang und salzhaltiges Wasser würden eine sichere Eisstärke verhindern, selbst scheinbar geschlossene Eisflächen würden keine ausreichende Tragfähigkeit bieten. „Im Falle eines Einbruchs besteht aufgrund der Wassertemperaturen und der Eisverhältnisse akute Lebensgefahr“. Rettungsmaßnahmen seien unter diesen Bedingungen enorm schwierig und würden auch Einsatzkräfte in Gefahr bringen.

Auch in Sellin wagten sich am Sonntag zahlreiche Menschen in einiger Entfernung vom Strand aufs Eis. Die dortige Seebrücke war komplett von Eis umgeben. Das seltene Naturschauspiel zeigte sich auch am berühmten Königsstuhl, wo die Ostsee um die Kreidefelsen vereist ist.

Auswirkungen auf die Schifffahrt, Temperaturen steigen

Das Eis beeinträchtigt dem Bericht zufolge auch den Schiffsverkehr erheblich. Der Betrieb des Rügener LNG-Terminals ist reduziert, ein wartender Gastanker konnte das Terminal tagelang nicht anlaufen. Die kommende Woche könnte jedoch das Ende des Eisspektakels bedeuten: Die Temperaturen sollen deutlich steigen und das gefährliche Naturwunder wieder zum Verschwinden bringen (Quellen: Ostsee Zeitung, NDR) (phs).