Die Verhandlungen im Ukraine-Krieg sind in einer Sackgasse. Donald Trump sieht sich als Vermittler zwischen Wolodymyr Selenskyj und Wladimir Putin.
Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump hat Russland erstmals öffentlich als Aggressor im Ukraine-Krieg bezeichnet. Vor Reportern sagte Trump am Sonntag (14. September): „Wenn man der Aggressor ist, verliert man mehr“. Dabei bezog sich der US-Präsident auf die hohen russischen Verluste im Ukraine-Krieg. In einer Reihe von Äußerungen kritisierte Trump zudem die europäischen Nato-Verbündeten scharf und forderte härtere Sanktionen gegen Moskau.
Der US-Präsident knüpfte mögliche neue US-Sanktionen gegen Russland an Bedingungen: „Ich bin bereit, Sanktionen zu verhängen, aber sie (die Europäer, Anm. d. Red.) müssen ihre Sanktionen in dem Maße verschärfen, wie ich es tue“. Trump hob auch die hohen Verluste auf beiden Seiten des Konflikts hervor. „Fast 8.000 junge Soldaten starben diese Woche zwischen den beiden Ländern“, erklärte er.
Ukraine-Krieg: Trump sieht großen Hass zwischen Selenskyj und Putin
Trump sieht sich als Schlüsselfigur für mögliche Friedensverhandlungen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin. „Sie hassen sich so sehr, dass sie kaum atmen können“, beschrieb Trump das Verhältnis der beiden Staatsoberhäupter. Er fügte hinzu: „Ich denke, ich werde das ganze Reden übernehmen müssen“. Ein Gespräch zwischen Selenskyj und Putin ist vorerst nicht geplant. Dennoch betonte Trump: „Es wird Gespräche geben. Ob man es nun Gipfeltreffen oder einfach nur Zusammenkunft nennt, spielt keine Rolle, aber ich werde mich wahrscheinlich (einmischen, Anm. d. Red) müssen. Sie sind unfähig, miteinander zu reden.“
Trumps Äußerungen stießen im US-Kongress auf gemischte Reaktionen, berichtet die Kyiv Post. Der demokratische Kongressabgeordnete Adam Smith kritisierte den Präsidenten für seine unklare Haltung gegenüber Russland. „Trump muss deutlicher machen, dass Putin diesen Krieg begonnen hat“, forderte Smith. Er betonte: „Russland hat keine legitimen Sicherheitsbedenken, die eine Invasion der Ukraine rechtfertigen würden“.
Die Ukraine-Verhandlungen zwischen Russland und Kiew: Trump zunehmend frustriert
Die aktuellen Verhandlungen zum Ukraine-Krieg sind in einer Sackgasse. Seit dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska gibt es keine Fortschritte. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte ein trilaterales Treffen vorgeschlagen, welches Putin abgelehnt hatte. Der Kreml-Chef hatte daraufhin Selenskyj zu sich nach Moskau eingeladen. Selenskyj bestand jedoch auf ein Treffen auf neutralem Boden.
Der US-Präsident hatte sich in den vergangenen Wochen zunehmend frustriert über den fehlenden diplomatischen Fortschritt im Ukraine-Krieg gezeigt. Seine Geduld mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehe „schnell zur Neige“, sagte Trump am Freitag im Sender Fox News. „Wir werden sehr, sehr stark vorgehen müssen“, fügte er hinzu. Trump nannte die Entwicklung „erstaunlich“. Erst habe Putin einen Frieden schließen wollen, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj aber nicht. Dann habe Selenskyj zugestimmt, aber Putin nicht. „Jetzt will Selenskyj, und bei Putin steht ein Fragezeichen“, fügte der Präsident hinzu. (Quellen: Politico/dpa/Kyiv Post) (sischr)