Neuer Windrad-Stillstand nach Pannenserie: Projektleiter ziehen Anwalt hinzu

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Mal steht, mal dreht sich das Windrad in Fürmoosen (Gemeinde Moosach). Der Hersteller der Anlage kämpft mit technischen Störungen, bedauert Projektleiter Hans Zäuner. © Stefan Rossmann

Nach einem zweiwöchigen Stillstand lief die Windenergieanlage in Fürmoosen jüngst wieder reibungslos. Allerdings nur für wenige Tage, dann meldete die Anlage erneut Störungen. Mit einem Schreiben wenden sich die Bauherren jetzt an die Investoren. Der Hersteller bedauert indessen die „Unannehmlichkeiten“.

Fürmoosen – Endlich schien die Windrad-Welt in Fürmoosen wieder in Ordnung: Nach einem holprigen Anlagenstart mit dutzenden technischen Störungen (wir berichteten) drehten sich die weithin sichtbaren Rotorblätter des neu erbauten, 228 Meter hohen, Windkraftwerks in der vergangenen Woche erstmals wieder im Wind.

Pannenserie am Windrad in Fürmoosen: Service-Team wöchentlich vor Ort

Doch es sollte nur ein kurzes Windrad-Vergnügen werden: Bereits zwei Tage nachdem ein Service-Team des Energiebetreibers Enercon die Anlage nach zweiwöchigem Stillstand zum Laufen gebracht hatte, ploppten bei den beiden Bauherren Hans Zäuner und Werner Stinauer erneut Fehlermeldungen auf. Seither steht der Rotor – wieder einmal – still. Für die Projektleiter aus Bruck eine mittlerweile untragbare Situation. In einem Schreiben wenden sie sich jetzt an die Investoren der Anlage, informiert sie darin über den aktuellen Störungs-Sachstand – und die scheinbar unaufhörlichen Probleme mit dem Hersteller.

Demnach wurde die jüngste „Windrad-Misere“ durch eine Fehlermeldung eines Blattlastsensors Mitte August ausgelöst. Seitens des Energiebetreibers erfolgte daraufhin ein neues Update auf den Hauptrechner der Anlage. „Der konnte dann jedoch nicht mehr hochgefahren werden. Es war kein Neustart möglich“, heißt es in der Störungs-Ausführung der Projektleiter, die der EZ vorliegt. Erst über eine Woche später sei es Enercon gelungen, den Windrad-Rechner wieder hochzufahren. „Ab dann lief das Windrad wieder“, schildern Zäuner und Stinauer den genauen Verlauf.

Projektleiter suchen das Gespräch – Hersteller bedauert „Unannehmlichkeiten“

Jedoch trat schon wenige Tage später, Anfang September, „die nächste Störung auf“. Nachdem auch diese vom Hersteller beseitigt wurde, vermeldet das Windrad seit Freitag eine erneute Fehlerquelle. Wieder muss ein Service-Team anrücken. „Die Trägheit bei der Einsatzteilbeschaffung und dessen Einbau kann aus unserer Sicht nicht weiter hingenommen werden“, betonen die beiden Anlagen-Bauherren jetzt in ihrem Schreiben. In der kommenden Woche wollen sie „zusammen mit einem Rechtsanwalt an die Geschäftsleitung der Firma Enercon herantreten“, heißt es.

Der Hersteller bedauert indessen die „Unannehmlichkeiten“. Techniker würden daran arbeiten, eine Lösung zu finden. „Bei neuen Anlagengenerationen kann der ohnehin komplexe Inbetriebnahme-Prozess durchaus etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt ein Enercon-Sprecher den holprigen Windrad-Start, der sich nun bereits seit Anfang des Jahres zieht.

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