Oscar für Doku über Olympia in München 1972: Filmproduzent Arthur Cohn ist gestorben

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Die Filmwelt trauert um den Schweizer Filmproduzent Arthur Cohn. Am Freitag ist er im Alter von 98 Jahren gestorben. Er konnte sich über insgesamt sechs Oscars freuen.

München – Filmproduzent Arthur Cohn ist im Alter von 98 Jahren gestorben, wie mehrere Medien – darunter Bild und SRF – übereinstimmend berichten. Er starb in Jerusalem, wie der Chefredakteur der jüdischen Zeitschrift „Tachles“, Yves Kugelmann, der dpa nach einem Gespräch mit Cohns Angehörigen sagte. Der langjährige Mitarbeiter Cohns, Pierre Rothschild, schickte der dpa nach einem Telefonat mit der Familie eine Todesanzeige.

Der Basler Filmproduzent Arthur Cohn ist tot. © Britta Pedersen/dpa

Cohn erhielt insgesamt sechs Oscars – darunter einen für die Filmdoku „Ein Tag im September“ über die Geiselnahme bei den Olympischen Spielen im Jahr 1972 in München. Er hat einen Stern auf dem „Walk of Fame“ in Hollywood, wurde im Jahr 2019 für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Sechsfacher Oscar-Träger Arthur Cohn ist tot

Cohn wurde am 4. Februar 1927 in Basel geboren. In der Schweizer Stadt verbrachte er seine Jugend- und Studienjahre. Sein Weg zum Film war nicht geradlinig. Nach seinem Abitur in Basel begann er zunächst ein Jurastudium an der Universität Basel, brach dieses jedoch nach sechs Semestern ab, berichtet Blick. Stattdessen arbeitete er als Journalist, unter anderem für das renommierte SRF-Radioformat „Echo der Zeit“, und begann parallel mit dem Verfassen von Drehbüchern.

Cohn stammte aus einer bemerkenswerten Familie: Laut dem Portal Munzinger war sein Vater Marcus Cohn Rechtsanwalt und rettete während des Zweiten Weltkriegs vielen Juden das Leben, indem er ihnen Einreisevisa für Israel beschaffte und später an der Ausarbeitung der israelischen Verfassung beteiligt war. Seine Mutter Rose schrieb Texte für das Schweizer Kabarett „Cornichon“, und sein Großvater Arthur Cohn war der erste Oberrabbiner von Basel. Diese familiären Wurzeln prägten Cohns humanitäres Engagement, das sich auch in seinen Filmen widerspiegelte.

Neben „Ein Tag im September“ erhielt Arthur Cohn fünf weitere Oscars für:

  • „American Dream“ (1990, Doku)
  • „Nur Himmel und Dreck“ (1961, Doku)
  • Drei weitere Oscars in der Kategorie „bester fremdsprachige Film“ für: „Der Garten der Finzi Contini“, „Sehnsucht nach Afrika“ und „Gefährliche Züge“

Zu einer seiner bekanntesten Produktionen zählt unter anderem der Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. (Quellen: Bild, SRF, Blick, Munzinger, dpa) (mbr)

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