Am Fuße des Streidlhangs soll eine 2,5-Millionen-Euro-Anlage mit Wellness und Pool entstehen. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.
Lenggries – Dieses touristische Vorhaben „soll den Lenggrieser Gast ansprechen“. Das hat sich ein junges Unternehmerpaar vorgenommen, das am Fuße des Streidlhangs eine große Anlage mit bis zu 12 Ferienwohnungen plant. Das hotelähnliche Haus soll unter anderem mit Wellnessbereich und Swimmingpool ausgestattet werden. Frühester Baubeginn für das 2,5-Millionen-Euro-Projekt könnte 2027 sein.
„Das gefällt mir, dass eine junge Familie hier am Ort investiert und viel Geld für das Projekt in die Hand nimmt.
Der Lenggrieser Gemeinderat hat am Montagabend die Weichen für das Projekt gestellt und einstimmig den dafür notwendigen Bebauungsplan beschlossen. Die Räte sprachen sich dabei einmütig für das sogenannte Regelverfahren aus und nicht für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Letzteren hatten die Antragsteller favorisiert, weil sie sich damit eine zügigere Genehmigungsphase erhofften. „Wir sind aber sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Sitzung“, sagt Sandra Sanktjohanser-Wohlmuth auf Nachfrage. Sie und ihr Mann Klaus Wohlmuth waren demnach „offen für beide Verfahren“. Nun seien sie froh, dass das Projekt auf den Weg gebracht werden könne.
Unternehmerpaar schwebt „gehobenes Hotel-Ambiente“ vor
Bereits seit drei Jahren schmieden sie die Pläne. Die sehen vor, dass das von ihnen betriebene „Jägers“ abgerissen wird. An der Stelle des bisherigen Gasthauses wollen sie ein Haus mit bis zu zwölf Ferienwohnungen bauen. Geplant sind unterschiedliche Größen für eine Belegung von zwei Personen bis zu zwei Familien. „Uns schwebt ein gehobenes Hotel-Ambiente vor“, sagt Sanktjohanser-Wohlmuth. Vorgesehen sei lediglich ein Frühstücksangebot, aber keine Gastronomie. Alle Wohnungen seien mit Küchen ausgestattet. Essen und trinken können die Gäste zum Beispiel in der „Alten Mulistation“ nebenan, die ebenfalls von dem Ehepaar betrieben wird. Das urige Lokal wird im kommenden Jahr saniert. Die Pläne dafür sind bereits genehmigt. „Die Mulistation bekommt einen Wintergarten, in dem unter anderem auch große Hochzeiten gefeiert werden können“, sagt Sanktjohanser-Wohlmuth.
Ende Oktober 2026: „Jägers“ schließt.
Das „Jägers“ ist noch bis Oktober 2026 wie bisher geöffnet. „Danach machen wir zu“, sagt die Wirtin. In der Wintersaison 2026/2027 wollen sie und ihr Mann nur einen kleinen Kioskbetrieb anbieten. Dann sollen die Vorbereitungen für den Neubau anlaufen. „Wir wollen viel in Eigenleistung stemmen“, so die Gastronomin. Ihr Mann ist gelernter Zimmerer. „Klaus hat bereits Holz schneiden lassen, das er im neuen Haus einbauen will.“ Dort soll nicht nur Wellness eine wichtige Rolle spielen, sondern auch das Schlechtwetter-Angebot für Kinder. Für sie wird es zum Beispiel einen Indoor-Spielplatz geben.
Gut ein Jahr könne noch vergehen, bis der Bebauungsplan ausgearbeitet ist und Rechtskraft erhält.
Eingebunden in den Bebauungsplan ist auch die Brauneck-Bergbahn, deren Talstation in der Nähe liegt. Das Unternehmen begrüße das geplante Projekt, hieß es. Bis der Bebauungsplan ausgearbeitet ist und Rechtskraft erhält, könne noch gut ein Jahr vergehen, sagte Bauamtsleiter Ronny Bousseljot auf Nachfrage. Für das sogenannte Regelverfahren beim Bebauungsplan hatte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher eingangs der Diskussion geworben. „Damit können wir das Gebiet noch besser für unsere Gäste entwickeln“, sagte der Rathauschef. Ihm schwebt eine „langfristige und geordnete Entwicklung“ vor.
Zuspruch für die Investition der jungen Familie
Für die Pläne des Unternehmer-Paars gab es Lob vom Zweiten Bürgermeister Franz Schöttl („das ist eine gute Sache“) und auch von CSU-Fraktionssprecher Josef Wasensteiner: „Das gefällt mir, dass eine junge Familie hier am Ort investiert und viel Geld für das Projekt in die Hand nimmt.“