Die Bauarbeiten für die neue Umgehungsstraße in Bad Tölz haben begonnen. Im Januar entstehen provisorische Umfahrungen für den Verkehr.
Bad Tölz – Manche Tölzer hatten vielleicht schon den Glauben daran verloren. Jetzt aber wird es tatsächlich ernst in Sachen Nordspange. Die ersten Bagger sind angerückt, die am Bau der Umgehungsstraße beteiligt sind. Wie Raphael Zuber, Leiter der Abteilung Großprojekte am Staatlichen Bauamt Weilheim, auf Anfrage bestätigt, haben die Bauarbeiten bereits am 10. November begonnen.
Nordspange: Erste Arbeiten im Bereich des Greilinger Flugplatzes
Zu besichtigen ist der Start der Maßnahme zwischen der B13 und der Anschlussstelle Greiling im Bereich des Flugplatzes. Hier werden der Oberboden abgetragen und der erste Aushub getätigt, wie Zuber erklärt. Auch wenn am Dienstag bei einem kurzen Ortsbesuch unserer Zeitung die Bagger gerade still standen: Die aktuell winterlichen Verhältnisse sind laut dem Abteilungsleiter eigentlich kein Grund, dass es nicht weitergehen würde. „Wir können derzeit mit dem Abtrag des Oberbodens und auch mit dem Aushub im Trassenbereich weitermachen“, so Zuber.
In dem betroffenen Bereich werde in weiterer Folge eine Baustraße angelegt. „Als Nächstes werden dann die Arbeiten an der sogenannten Überlastschüttung im Bereich des Bauwerks 9, der Unterführung an der Anschlussstelle Greiling, fortgeführt“, erklärt er weiter. Damit sollen Zuber zufolge Setzungen im künftigen Trassenbereich reduziert werden. „Zudem werden erforderliche Baustelleneinrichtungsflächen angelegt und das Baubüro am Flugplatz eingerichtet.“
Vier bis fünf Jahre Bauzeit für Tölzer Nordspange
Alle Arbeiten müssten sich natürlich an der Wettersituation orientieren. Mit einer längeren Winterpause rechnet der Abteilungsleiter allerdings nicht. Schon in der dritten Januarwoche 2026 sei geplant, die provisorischen Umfahrungen an der künftigen Anschlussstelle zwischen B13 und B472 sowie an der Anschlussstelle Greiling zu errichten. „Diese könnten dann je nach Witterung Anfang April asphaltiert und in Betrieb genommen werden.“ Über die Provisorien soll der Verkehr während der Bauarbeiten fließen.
Der erste Bauabschnitt umfasst ein 1500 Meter langes Teilstück der künftigen Umgehung, grob gesagt die östliche Hälfte von der Abzweigung von der B472 bei Greiling bis zum Bahnübergang Allgaustraße. Dieser Abschnitt soll bis Herbst 2027 fertig sein. Insgesamt kalkuliert das Staatliche Bauamt mit einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren. Die Kostenschätzung für die 2,7 Kilometer lange Straße liegt bei knapp 60 Millionen Euro.