Bei „Unser Theater“ Schwabhausen: Erwa.One und Lucce aus Toulouse gestalten Kahlo-Kunstwerk

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Gestalten gemeinsam ein Streetart-Kunstwerk von Frida Kahlo: Erwa.One aus Landsberg und Lucce aus Toulouse. © Schelle

Der vergangene Sonntag ist vor allem regnerisch und grau gewesen. Ein wenig Farbe gab es dennoch, und zwar in Schwabhausen. An einer Wand auf dem Gelände des Kulturzentrums und Theaterlabors „Unser Theater“ gestaltete der Landsberger Streetart-Künstler Erwa.One (Vincent Göhlich) sein neues Werk. Dabei war er nicht alleine – er hatte Hilfe aus Frankreich. Die Künstlerin Lucce (Géraldine Chiampo) aus Toulouse kam in den kleinen Ortsteil der Gemeinde Weil, um mit Erwa.One ein Kunstwerk von Frida Kahlo zu gestalten.

Schwabhausen - Mit Planen ist der Arbeitsbereich von Erwa.One und Lucce abgehängt, damit sie trotz des andauernden Regens arbeiten können. Ihre Stile sind unterschiedlich: Erwa.One ist mit Sprühdosen und Schablonen zugange, während Lucce hauptsächlich mit dem Pinsel arbeitet. Otto Novoa, künstlerischer Leiter des Vereins „Unser Theater“, stellte ihnen zuvor die linke Seite einer Gebäudewand zur Verfügung. Die rechte Seite ist bereits gestaltet. Ein Künstler hat vor drei Jahren eine Obstverkäuferin in der Karibik auf die Fläche gemalt. Daneben probierten sich Kinder beim Graffiti sprayen. Auch die Seite der Wand, die Erwa.One und Lucce gestalten, sei zuvor voll mit Graffiti gewesen. Die habe man erstmal weißeln müssen.

Landsberger Künstler Erwa.One und Lucce gestalten Kunstwerk - In Paris kennengelernt

Die beiden Künstler entschieden sich für ein Porträt der mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Kennengelernt haben sich die beiden im vergangenen Jahr in Paris bei einer Ausstellung. „Dort hatten wir die Idee, ein gemeinsames Projekt zu machen“, erzählt Lucce. Die 46-Jährige hat zwar eine Ausbildung zur Dekorationsmalerin gemacht, ist aber auch als Streetart-Künstlerin in Frankreich unterwegs. Streetart-Kunst mache sie schon seit sie sehr jung ist, erklärt sie. Und sie nutze diese Kunst, um sich selbst auszudrücken. Denn als Deko-Malerin bekomme sie Aufträge von ihren Kunden. Ist sie als Streetart-Künstlerin unterwegs, könne sie malen, wonach ihr ist. Anfänglich spezialisierte sich Lucce auf Trompe l’oeil (deutsch: Täusche das Auge) für ihre Auftragsarbeiten. Das ist eine illusionistische Malerei, die mit perspektivischer Darstellung eine Dreidimensionalität vortäuscht. Inzwischen bewegen sich die Arbeiten von Lucce in einem offeneren, traumhaften Bereich, der das Traditionelle mit dem Zeitgenössischen verbindet.

Um ihr Werk mit Erwa.One im Landkreis Landsberg zu realisieren, kam sie mit ihrem Van nach Deutschland – insgesamt 16 Stunden Fahrt. In Schwabhausen angekommen, starteten die Künstler schon am Sonntagvormittag mit ihrem Werk: Erwa.One schafft mit seinem Schablonenkonzept bunte Ornamente, während Lucce sich mit dem Pinsel um Kahlos Gesicht kümmert. Die beiden Werke werden durch die schwarzen Haare der mexikanischen Malerin verbunden – und werden somit ein Kunstwerk.

Die Künstler sehen

Während Erwa.One und Lucce die Wand gestalten, kommt eine Familie mit drei Kindern vorbei. Die Kids sind begeistert von der Arbeit und dürfen sogar selbst mit einer Schablone an einer anderen Wand sprayen. „Es ist wichtig, dass die Leute die Künstler bei der Arbeit sehen“, sagt Lucce – und eben nicht nur das vollendete Werk. Ein Ansatz, den auch Erwa.One vertritt. Deshalb lud er bei Aktionen wie „Junge Kunst am Silo“ oder der „Bavarian Safari“ Interessierte zum Zuschauen und Mitmachen ein.

Kulturtreff in „Unser Theater“ Schwabhausen
Trotzten dem grauen Wetter mit viel Farbe: (v.l.) Erwa.One (Vincent Göhlich) und Lucce (Géraldine Chiampo). Realisierbar wurde das durch Otto Novoa, den künstlerischen Leiter des Vereins „Unser Theater“. © Schelle

Ist das Kahlo-Werk vollendet, füge es sich in das Gesamtbild der Wand ein und lässt einen „Dialog zwischen den beiden Frauen“ entstehen, meint Otto Novoa. Frida Kahlo und die karibische Obstverkäuferin schauen einander an. Er sei selbst ein Fan der mexikanischen Malerin und habe auch im Theaterlabor bereits ein Stück über sie aufgeführt. Nachdem Erwa.One ihm von der Gestaltungsidee erzählte, sei er nach Frankreich gereist, um Lucce kennenzulernen. Auf dem Weg zu seiner Frau, die aktuell in Frankreich lebe, habe er einen Zwischenstopp bei dem Atelier der Streetart-Künstlerin gemacht – und gab schließlich sein ‚Go‘ für das Projekt.

Das Frida Kahlo-Werk ist nicht das einzige, das Erwa.One und Lucce in ihrer „Streetart-Begegnung zwischen den Kulturen“ erschaffen. Diese Woche steht für die beiden noch eine Auftragsarbeit an, erklärt Erwa.One. Und am Donnerstag findet zum Abschluss die Finissage mit einer kleinen Streetart-Führung durch Landsberg mit deutsch-französischer Moderation statt. Moderatorin Stephanie Schönweitz stellt die Künstler und Arbeiten der Streetart-Begegnung vor und moderiert eine Diskussion zu den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Streetart-Szenen an unterschiedlichen Orten der Stadt. Treffpunkt ist um 19:15 Uhr am Bayertor. Um eine Anmeldung per E-Mail an erwaone@erwa.one wird gebeten. Ein Bericht folgt.

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