Trump-Regierung nimmt bereits nächste Insel ins Visier

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US-Botschafter Long sorgt mit Annexions-Scherz für Empörung in Island. Eine Petition sammelt Tausende Unterschriften gegen seine Ernennung.

Reykjavík – Mitten in der angespannten Lage um Grönland sorgt ein weiterer Vorfall für diplomatische Spannungen zwischen den USA und einem europäischen Partner. Der designierte US-Botschafter für Island, Billy Long, hat mit einer angeblich scherzhaften Äußerung über die Nordatlantikinsel als möglichen 52. US-Bundesstaat für erhebliche Verärgerung in Reykjavík gesorgt.

Wollen die USA nun auch noch Island? © Owen Humphreys/dpa; Alex Brandon/dpa; Montage: Redaktion

Witz über Island löst diplomatische Krise aus

Wie das US-Nachrichtenportal Politico berichtete, hatte der ehemalige republikanische Kongressabgeordnete Long gewitzelt, Island könne nach Grönland der 52. US-Bundesstaat werden – und er selbst dessen Gouverneur. Die Äußerung fällt in eine Zeit, in der US-Präsident Donald Trump bereits mit der Annexion Grönlands droht und dabei auch militärische Gewalt nicht ausschließt.

Das isländische Außenministerium reagierte umgehend und bat die US-Botschaft in Island um eine offizielle Klarstellung der Aussagen . „Das isländische Außenministerium hat die US-Botschaft in Island kontaktiert, um die Richtigkeit der angeblichen Äußerungen zu überprüfen“, teilte das Ministerium mit.

Breiter Protest in der Bevölkerung von Island

Die Reaktionen in Island waren deutlich: Bürgerinnen und Bürger starteten eine Online-Petition, die Außenministerin Katrín Gunnarsdóttir dazu auffordert, Long als Botschafter abzulehnen. Bis zum Freitagvormittag hatten bereits über 4100 Personen die Petition unterschrieben .

„Diese Worte von Billy Long, den Donald Trump als Botschafter für Island nominiert hat, mögen halbherzig geäußert worden sein, aber sie sind eine Beleidigung für Island und die Isländer, die für ihre Freiheit kämpfen mussten, und immer ein Freund der Vereinigten Staaten waren“, heißt es in der Petition.

Islands besondere Stellung

Island, das wie Grönland einst zum Königreich Dänemark gehörte, erlangte 1918 seine Unabhängigkeit und wurde 1944 zur Republik erklärt. Heute ist das Land zwar kein EU-Mitglied, jedoch Teil des Europäischen Wirtschaftsraums und Gründungsmitglied der NATO

Späte Entschuldigung des designierten US-Botschafters folgt

Angesichts der heftigen Reaktionen sah sich Long später zu einer Entschuldigung gedrängt. Wie das Nachrichtenmagazin Arctic Today berichtete, betonte der designierte Botschafter, es habe sich um einen Scherz gehandelt . „Das war nicht Ernst. Ich war mit ein paar Leuten zusammen, die ich seit drei Jahren nicht mehr gesehen hatte, und sie scherzten darüber, dass Jeff Landry Gouverneur von Grönland sei, und dann fingen sie an, Witze über mich zu machen, und falls sich jemand dadurch beleidigt gefühlt hat, dann entschuldige ich mich“, sagte Long.

Wegen Grönland: Brisanter Zeitpunkt verstärkt Spannungen

Der Vorfall kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und europäischen Partnern sind bereits durch Trumps aggressive Rhetorik bezüglich Grönland stark belastet. Der US-Präsident hatte in den vergangenen Wochen wiederholt erklärt, Amerika wolle das zum dänischen Königreich gehörende Grönland kaufen oder notfalls mit militärischer Gewalt annektieren .

Trump droht unterdessen mit Strafzöllen gegen Länder, die sich seinen Grönland-Plänen widersetzen. „Ich kann Ländern Zölle auferlegen, wenn sie Grönland nicht zustimmen, weil wir Grönland für die nationale Sicherheit brauchen“, erklärte er. (Quellen: dpa, Politico, Arctic Today) (sot)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/trump-regierung-nimmt-bereits-naechste-insel-ins-visier-94127424.html