Nach US-Angriff auf Venezuela: Trump brockt Russlands Wirtschaft das nächste Ölproblem ein

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Der US-Angriff auf Venezuela hat Folgen für Putins Kriegswirtschaft: US-Präsident Trump könnte durch seinen Öl-Plan die Einnahmen der russischen Wirtschaft schmälern.

Washington D.C./Caracas – Es ist ein weiterer Schlag aus den USA gegen Russlands Wirtschaft: Präsident Donald Trump hat es auf Venezuelas Ölindustrie abgesehen und will die dortige Produktion fördern. Mit seiner Ankündigung über die Zukunft des venezolanischen Öls brachte Trump Bewegung in den Energiemarkt: Die Ölpreise schwanken und es besteht die Möglichkeit eines Überangebots auf den Märkten. Kremlchef Wladimir Putin dürfte das nicht gefallen.

Trump nimmt nach Angriff auf Venezuela die Ölindustrie ins Visier – Putins Kriegswirtschaft könnte leiden

Während Trumps angekündigter Ausbau der venezolanischen Ölproduktion eine Chance für den globalen Energiemarkt sein könnte – Phil Flynn, leitender Marktanalyst der Price Futures Group, sprach gegenüber CNN von einem „historischen Ereignis“ –, dürfte der Kreml Trumps Vorhaben argwöhnisch beäugen. Trumps Ölpläne in Venezuela könnten Putins Kriegskasse schmälern, da die Ölpreise weiter unter Druck geraten könnten: Nach dem bestätigten US-Angriff auf Venezuela und der Gefangennahme von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, fielen die Preise für die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) in der ersten Handelsstunde um bis zu 1,4 Prozent. In der Nacht von Sonntag (4. Januar 2026) auf Montag lag der Preis laut Reuters bei 56,91 US-Dollar pro Barrel. Die Preise für die Brent-Ölsorte notierten 0,4 Prozent niedriger bei 60,50 US-Dollar pro Barrel.

Russische Energieexperten rechnen auch künftig mit sinkenden Ölpreisen. So schrieb der russische Energieanalyst Sergej Suwerow im Magazin Argumenti i Fakti, dass die Ölpreise kurz- als auch mittelfristig fallen könnten. Wenn sich diese Preisentwicklung fortsetzen würde, könnten sich Putins Gewinne aus dem Ölgeschäft reduzieren.

Warum Putins Kriegswirtschaft unter Trumps Venezuela-Angriff leiden könnte. © © IMAGO / Russian Look / Archivbild

Trumps Angriff auf Venezuela schadet auch Russlands Wirtschaft: Mögliches Überangebot könnte Ölpreise senken

Bislang hat der Kreml den Ukraine-Krieg unter anderem durch Einnahmen der russischen Ölexporte finanziert. In den vergangenen Monaten sind die Einnahmen allerdings aufgrund von Sanktionen und niedrigen Ölpreisen eingebrochen. Im November 2025 sanken die Einnahmen aus den Ölexporten laut der Internationalen Energieagentur auf den niedrigsten Stand seit der russischen Invasion im Jahr 2022 (10,97 Milliarden US-Dollar). Einen besonders harten Schlag versetzte Trump mit den jüngsten Maßnahmen gegen die russischen Raffinerien Rosneft und Lukoil. Dadurch wurden Putins Ölgeschäfte eingeschränkt, da sich wichtige Handelspartner von russischem Öl distanzierten.

Daher ist jeglicher Dämpfer im Ölhandel, wie niedrigere Ölpreise, ein Dämpfer für die Finanzmittel der russischen Wirtschaft. Ein weiterer Faktor, der die Ölpreise senken könnte, ist ein mögliches Überangebot auf dem Markt durch die Ankurbelung der Ölproduktion in Venezuela durch Trump. Allerdings ist noch unklar, wie stark die USA die Ölproduktion in Venezuela steigern werden. Analysten sagten gegenüber Reuters, es sei unwahrscheinlich, dass es in den nächsten Jahren durch Trump zu einem nennenswerten Anstieg der Rohölproduktion kommen werde.

Venezuela verfügt vor allem über Schweröl-Vorkommen – dessen Förderung ist teuer

Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt. ⁠Dem Londoner Energy Institute zufolge besitzt Venezuela ⁠mit 303 Milliarden Barrel rund 17 Prozent der weltweiten Reserven und liegt damit vor dem Opec-Anführer Saudi-Arabien. Die Ölförderung liegt jedoch wegen Missmanagement, mangelnder Investitionen und der Sanktionen nur bei einem Bruchteil ‍der Kapazität und ist über die Jahre stark eingebrochen.

Der Großteil der Reserven ist Schweröl aus dem Orinoco-Gürtel in Zentralvenezuela. Dessen Förderung ist nach ⁠Angaben des US-Energieministeriums teuer, aber technisch relativ einfach. Zudem wurden laut CNN die meisten US-Raffinerien für die Verarbeitung von venezolanischem Schweröl gebaut und könnten deshalb laut Marktanalyst Flynn mit venezolanischem Öl deutlich effizienter arbeiten.

Trump-Plan für Öl aus Venezuela könnte teuer werden

In den 1970er Jahren produzierte das ‍Land bis zu 3,5 Millionen Barrel pro Tag, was damals mehr als sieben Prozent der weltweiten Ölförderung entsprach. Die Produktion ist seitdem zurückgegangen. In den 2010er Jahren fiel sie unter ‌zwei Millionen Barrel pro Tag und lag im ‌vergangenen Jahr bei durchschnittlich rund 1,1 Millionen Barrel täglich.

Ob es den USA gelingen wird, die Ölproduktion wieder auf ein historisches Niveau zu bringen, bleibt abzuwarten. Die Wiederaufnahme der Produktion könnte laut Schätzungen führender Vertreter der Ölindustrie in Venezuela jährlich zehn Milliarden Dollar kosten. Der Wiederaufbau der Ölindustrie könnte also ein langwieriger Prozess werden. (Quellen: CNN, Reuters, CBNC)