Um die Rente wird gerade in Deutschland heftig gestritten – und damit auch darum, wie viel Geld Senioren und Seniorinnen erhalten. Ein Überblick.
Berlin – Im neuen Jahr 2026 wird man in Deutschland wohl nicht weniger als im alten über die Rente diskutieren und streiten – eher noch mehr. Die Kosten des deutschen Rentensystems steigen immer weiter – und damit wird die Frage, wie und wer das finanzieren soll, immer dringlicher.
Auf der einen Seite sollen Beitragszahler – also die jetzt erwerbstätigen Menschen – nicht übermäßig belastet werden, während auf der anderen Seite Ruheständler nach einem langen Arbeitsleben ein Recht auf eine angemessene Rente haben sollten. Aber wie geht es den Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland eigentlich – wie viel Geld haben sie und woher kommt es? Ein Überblick.
Rentenstreit: So hoch war die Durchschnittsrente
Die gesetzliche Durchschnittsrente lag 2023 laut der Deutschen Rentenversicherung bei 1102 Euro. Diesen Betrag hat die DRV aus dem Durchschnitt der Zahlbeträge aller Altersrenten berechnet. Das bedeutet: Manche Rentner und Rentnerinnen erhalten eine viel höhere gesetzliche Rente, andere viel weniger.
Doch die gesetzliche Rente ist nicht das einzige Einkommen, das von Ruheständlern im Alter bezogen wird: Dazu kommen noch Leistungen aus privater Vorsorge wie beispielsweise der Riester-Rente. Zudem darf nicht vergessen werden, dass viele Rentnerinnen und Rentner ja als Paar zusammenleben und damit auf mehrere Einkommen zurückgreifen können.
Zahlen zeigen: So viel Geld haben Rentnerinnen und Rentner
Wie hoch diese Einkommen sind, hat das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) aufgeschlüsselt. Demnach erzielten ältere Paare ab 65 Jahren 2023 ein mittleres monatliches Nettoeinkommen von 3.760 Euro. Dieser Betrag setzt sich hauptsächlich aus Rentenbezügen zusammen, die bei Senioren im Schnitt über drei Viertel des Gesamteinkommens ausmachen. Hinzu kommen Einkünfte aus noch ausgeübter Berufstätigkeit, privaten Vorsorgeleistungen sowie Hinterbliebenenrenten, die Witwen und Witwer aus den Rentenansprüchen ihrer verstorbenen Partner erhalten.
Demgegenüber standen Singles dieser Altersgruppe aber mit deutlich niedrigeren Einkommen da: Männer erhielten demnach durchschnittlich 2.210 Euro, Frauen 1.860 Euro. Etwa elf Prozent der alleinstehenden Männer und zwölf Prozent der alleinstehenden Frauen über 65 mussten sogar mit weniger als 1.000 Euro monatlich auskommen. Trotz dieser niedrigen Einkommen waren lediglich vier Prozent aller Über-65-Jährigen auf staatliche Grundsicherung angewiesen.
Dies könnte laut den Forschern damit zusammenhängen, dass bei dieser Betrachtung nur Einkommenswerte erfasst wurden, Vermögenswerte jedoch unberücksichtigt blieben. Denn laut der Berechnung leben 70 Prozent der älteren Paare und knapp die Hälfte der Singles in den eigenen vier Wänden oder mietfrei, was ihre Wohnkosten erheblich reduziert.
Nicht nur Rente: So hoch ist der Durchschnitt aller Alterssicherungsleistungen
Nochmal ein anderes Bild ergibt sich, wenn man den Durchschnitt aller Alterssicherungsleistungen betrachtet – das heißt neben der gesetzlichen Rente auch Beamtenpensionen, betriebliche Vorsorgeleistungen und die Hinterbliebenenversorgung. Diese Leistungen erhielten im Jahr 2023 in Deutschland rund 93 Prozent aller über 65-Jährigen und kamen dabei im Durchschnitt auf monatlich 1910 Euro brutto.
Ein Drittel der älteren Menschen bezog dazu Einkommen aus privater Vorsorge, das sich im Durchschnitt auf monatlich 420 Euro belief. Außerdem erhalten 13 Prozent Erwerbseinnahmen mit durchschnittlich 2190 Euro pro Monat. In rund einem Viertel der Fälle handelte es sich bei den erwerbstätigen Älteren um Selbstständige, so der Bericht.
Die Zahlen zeigen also: Viele Ruheständler erhalten ein viel höheres Einkommen als die Durchschnittsrente allein erahnen lässt. Jedoch müssen vor allem Alleinstehende – Frauen noch viel mehr als Männer – im Vergleich mit viel weniger Geld auskommen. Die Frage im Rentenstreit sollte also vor allem sein, wie diesen Betroffenen gezielt geholfen werden kann. Quellen: Demografieportal/Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, Deutsche Rentenversicherung, Agenturen