Platz frei fürs „Neue Mitterfeld“: Container-Depot in Unterföhring geräumt – Planungen für Wohnquartier laufen

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Früher das Kiesa-Containergelände, künftig das Wohnquartier „Neues Mitterfeld“ in Unterföhring. © Dieter Michalek

Das Container-Depot in Unterföhring ist Geschichte. Jetzt soll dort das „Neue Mitterfeld“, ein Quartier für rund 2000 Menschen, entstehen. Die Planungen laufen.

Das asphaltierte Provisorium ist noch relativ frisch, Radfahrern und Fußgängern auf dem Moosangerweg in Unterföhring fällt es auf: Die kurze Rumpel-Passage mit Schienen und Holzbrettern gibt es nicht mehr – das Bahngleis, das bis vor Kurzem ins ehemalige Kiesa-Gelände führte, ist zurückgebaut worden. Und mit dem Gleis sind auch die bis zu 32 000 Container, die hier pro Jahr umgeschlagen wurden, verschwunden. Nicht mehr zu übersehen ist also, dass sich in diesem Teil von Unterföhring ein grundlegender Wandel anbahnt: vom einstigen Containerstandort hin zum Wohnquartier „Neues Mitterfeld“.

Das Interesse an dem Projekt der HVI Unterföhring GmbH, die das elf Hektar große Areal erworben hat und dort 980 Wohnungen für rund 2000 Menschen bauen will, ist groß. Zu einer Info-Veranstaltung kurz vor Weihnachten kamen rund 200 Leute, viele wollten wissen: Ab wann kann man denn eine Wohnung kaufen?

Das Bahngleis zum ehemaligen Containergelände in Unterföhring ist neuerdings zurückgebaut.
Das Bahngleis zum ehemaligen Containergelände in Unterföhring ist neuerdings zurückgebaut. © Dieter Michalek

Ein wenig Geduld ist gefragt – aktuell läuft, noch bis zum 20. Januar, die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans, der im Rathaus und auf der Gemeinde-Webseite eingesehen werden kann. „Anschließend werden die eingegangenen Hinweise und Anregungen aufgearbeitet und dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt. Mit dem entsprechenden Satzungsbeschluss des Bebauungsplans ist dann im zweiten Quartal dieses Jahres zu rechnen“, sagt Rathaus-Pressesprecher Martin van de Flierdt. Sobald dieser Beschluss vorliegt, können sie bei der HVI in die konkrete Planung einsteigen, mit einem Baubeginn ist aber wohl nicht vor 2026 zu rechnen.

Seit Juni 2021 laufen die Planungen, die nun, mit dem Verschwinden der Containerlandschaft, allmählich konkrete Züge annehmen. Vorgesehen ist, so heißt es auf der Projekt-Webseite, „ein modernes Quartier, das Wohnen und Gewerbe miteinander verbindet und ein hohes Maß an Lebens- und Aufenthaltsqualität verspricht“. Auch soziale Einrichtungen wie eine Kita und Pflege-Angebote sind vorgesehen.

Bis zu 32000 Container pro Jahr wurden hier umgeschlagen: So sah das Kiesa-Gelände in Unterföhring früher aus.
Bis zu 32 000 Container pro Jahr wurden hier umgeschlagen: So sah das Kiesa-Gelände in Unterföhring früher aus. Das Foto stammt aus dem Jahr 2023. © Bert Brosch

Interessant an dem Vorhaben ist das Verkehrskonzept. Innerhalb des möglichst autofreien Quartiers „soll nur ein reduzierter Pkw-Verkehr stattfinden“, erläutert Else Jung vom Planungsteam. „Zudem sind Sharing-Konzepte mit Lastenrädern und Ladestationen für E-Autos vorgesehen.“ Von Mitterfeldallee und Neubruchstraße soll es acht Tiefgaragenzufahrten geben, ansonsten überwiegend Geh- und Radwege rund um den Grünzug.

Die Kernidee ist es, nicht nur die bis dato komplett versiegelten Flächen aufzuwerten, sondern auch eine Verbesserung der Wohnsituation für die Nachbarschaft zu realisieren. Das „Neue Mitterfeld“ ist, so heißt es im Bebauungsplanentwurf der Gemeinde, „dreiseitig umgeben von überwiegend neu errichten Wohngebieten“. Die werden, bislang durch den Containerpark getrennt, künftig miteinander verbunden; es werde „die derzeitige Lücke im Siedlungskörper geschlossen“, so die Gemeinde-Sicht, die sich freut, dass „ein großzügiger Park“ das geplante Quartier durchzieht – mit positiven Effekten auf Mikroklima und Lärmschutz. Bei der Planung von Grün- und Freiflächen geht es nun um Details.

Als grünes Band ziehen sich Wege und schmale Grünflächen durch das neue Wohnviertel, das sich über elf Hektar am Südrand von Unterföhring erstrecken wird.
Als grünes Band ziehen sich Wege und schmale Grünflächen durch das neue Wohnviertel. © NRT Landschaftsarchitekten Marzling

Dass die Container Unterföhring verlassen haben (einen neuen Standort fand die Depotfirma am Rappenweg in Riem, wo aber bloß ein Drittel der bisherigen Fläche zur Verfügung steht): ein erster Schritt. Nun folgen die nächsten, bis das „Neue Mitterfeld“ eines Tages vielleicht ein in puncto Mobilität, Energieversorgung und sozialer Infrastruktur richtungsweisendes Quartier des nachhaltigen Wohnens wird.

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