„Haben gezeigt, was möglich ist“: Bilanz zu Innenstadt-Freitag fällt positiv aus

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Bunt bemalt wurde beim ersten Innenstadt-Freitag die Tölzer Marktstraße. © ARCHIV

Unternehmervereine ziehen nach mehrwöchiger Aktion „Innenstadt-Freitag“ eine positive Bilanz. Nächstes Jahr machen mehr Kommunen zur Belebung der Stadtzentren mit.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Für mehr Frequenz in den Stadtzentren sorgen: Das war das erklärte Ziel des „Innenstadt-Freitags“. An dem Projekt haben acht Orte aus dem Oberland teilgenommen, darunter Geretsried, Bad Tölz und Lenggries. Gemeinsam veranstalteten sie von Mai bis Oktober sechs Aktionstage – immer am ersten Freitag des Monats. In den drei teilnehmenden Gemeinden aus dem Landkreis zieht man ein positives Fazit.

Neue Zielgruppen sollen in Stadtmitte gelockt werden

Rudi Utzinger, Vorsitzender des Geretsrieder Einzelhandelsvereins „ProCit“, lobt die Zusammenarbeit an den Aktionstagen. „Wir wollten einfach mal etwas anderes machen“, sagt er. „Es ist uns gelungen, neue Dinge professionell umzusetzen.“ Mit dem „Innenstadt-Freitag“ sei es möglich geworden, eine neue Zielgruppe in die Stadtmitte zu locken. Ein netter Nebeneffekt für die Einzelhändler und Gastronomen: Der Umsatz an den „Innenstadt-Freitagen“ ist laut Utzinger leicht gestiegen. Doch darum sei es den Initiatoren gar nicht gegangen, betont er. „Wir wollten, dass die Leute sagen: ,Nach Geretsried komm‘ ich gern.‘ Wir wollten uns sympathisch präsentieren.“ Das sei gelungen, freut sich Utzinger.

Geholfen habe den Geretsriedern die neu gestaltete Stadtmitte. „Dadurch haben wir mehr Aufenthaltsqualität“, sagt er. Ein weiterer Vorteil: In der Tiefgarage am Karl-Lederer-Platz konnten die Besucher an jedem „Innenstadt-Freitag“ kostenlos parken. Die Aktionstage hätten sich trotz des hohen Aufwands gelohnt. „Besonders die kleinen Geschenke haben den Kunden gefallen“, sagt Utzinger. So wurden etwa am 5. „Innenstadt-Freitag“, der ganz im Zeichen des Oktoberfests stand, Lebkuchenherzen verteilt.

Leute sollen noch mehr in die Geschäfte gelockt werden

Auch in Bad Tölz ist man vom Konzept überzeugt. „Grundsätzlich hat sich der ,Innenstadt-Freitag‘ bewährt“, sagt Andreas Munkert, Vorsitzender des Unternehmervereins „Wir für Tölz“. „Nur mit dem Wetter hatten wir Pech.“ Es sei gelungen, niederschwellige Angebote zu schaffen, um die Menschen in die Innenstadt zu locken. „Wir haben gezeigt, was möglich ist“, erklärt Munkert. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Tölz sei „ausgezeichnet“ gewesen. Unter anderem konnten die Organisatoren in der Marktstraße einen Sandstrand aufbauen. Besonders gut angekommen seien die Kunstaktionen und die roten Teppiche, die vor den Geschäften ausgerollt wurden. Man wolle im kommenden Jahr versuchen, die Leute noch mehr in die Geschäfte zu locken, so Munkert.

„Das ist ein Fundament, auf dem wir aufbauen können“, findet er. „Wir haben ein politisches Signal gesetzt.“ Dass acht Gemeinden zusammengearbeitet hätten, sei bayernweit einmalig gewesen. Der „Innenstadt-Freitag“ ermöglichte laut Munkert einen Erfahrungsaustausch unter den Verbänden ohne Konkurrenzgedanken.

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Auch die Werbegemeinschaft Lenggries ist zufrieden. „Es war ein intensives Zusammenrücken der Geschäftswelt in Lenggries und über die Ortsgrenzen hinaus“, sagt Vorsitzende Eva-Maria Hofer. Es sei wichtig, dass „wir im Oberland gestärkt den Herausforderungen entgegentreten“. Von den Kunden seien die Aktionstage „sehr gut“ aufgenommen worden. „Wir konnten den Besuchern zeigen, wie vielfältig die Geschäftswelt in Lenggries ist.“

Projekt wird fortgeführt

Und wie geht es im nächsten Jahr weiter? Das Projekt wird fortgeführt, und auch staatliche Fördermittel wurden erneut beantragt. „Wir werden mehr“, freut sich Munkert. So wollen Rottach-Egern und jetzt auch Wolfratshausen mitmachen. In der Flößerstadt hatte der Werbekreis die Teilnahme im vergangenen Jahr noch abgelehnt, weil er darin keinen Mehrwert gesehen hatte. Im kommenden Jahr soll es bei dem gemeinsamen Projekt aber vor allem um die digitalen Kanäle gehen.

Nicht mehr dabei sein wird hingegen die Werbegemeinschaft Lenggries. Nach dem Zusammenschluss mit der Freizeitarena, dem Tourismusverein und örtlichen Wirten zu einem gemeinsamen Verein müsse man die Kräfte bündeln und sich erst neu sortieren, sagt Hofer.

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