Weil der weltweite Bedarf an Energie steigt, profitiert der deutsche Energietechnikhersteller Siemens. Die Gewinne wurden sogar verdoppelt – und KI sichert den Trend auch in Zukunft ab.
München – Während die meisten Unternehmen in Deutschland unter einer wirtschaftlichen Flaute leiden, geht es bei Siemens Energy steil bergauf. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres konnte das Unternehmen seine Gewinne weiter massiv steigern. Dabei sah die Situation des Münchner Konzern vor nicht allzu langer Zeit schlecht aus.
Die Gewinne des Energietechnikkonzerns haben sich laut eigener Angabe sogar auf rund 1,16 Milliarden Euro (abzüglich der Sondereffekte) im Vergleich zum Vorjahr gesteigert – und damit mehr als verdoppelt. Wie es in einer Mitteilung am Mittwoch (11. Februar) hieß, habe man von dem besseren Ergebnis des zuletzt angeschlagenen Windrad-Tochterunternehmens Gamesa profitiert.
Nachfrage bei Gasturbinen beschert Siemens Rekordgewinne – „sehr erfolgreich verlaufen“
„Der Start in das Geschäftsjahr ist für uns sehr erfolgreich verlaufen“, hält Christian Bruch, CEO bei Siemens Energy, in der Mitteilung fest. Allen voran die „anhaltend hohe Nachfrage im Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik“ habe zu der massiven Gewinnsteigerung beigetragen. Aber auch im Geschäft mit Windanlagen zeige sich eine leichte Verbesserung, was wohl der Erfolg beim Tochterkonzern Gamesa zeigt.
Der Anstieg bei den Aufträgen sei auf „die starke Nachfrage im Neuanlagengeschäft von Gas Services“ zurückzuführen, schreibt Siemens Energy. Die meisten Anfragen seien dabei aus den USA, Polen, der Türkei und Taiwan eingegangen. Auch bei der Grid-Technologie, also der smarten Energieinfrastruktur, profitiere man von einem höheren Bedarf.
Stromnachfrage zieht weltweit kräftig an – das spielt Siemens Energy in die Karten
Künftig dürfte sich Siemens Energy über eine weiter steigende Nachfrage freuen. Denn wie die Internationale Energieagentur (IEA) bereits im Februar des vergangenen Jahres berichtete, werde der weltweite Strombedarf bis 2027 mutmaßlich um rund vier Prozent pro Jahr steigen. Damit steige der Bedarf an Strom jährlich um den Gesamtverbrauch Japans.
Gründe für den ausufernden Bedarf seien der „Anstieg des Stromverbrauchs in der Industrieproduktion, die erhöhte Nachfrage nach Klimaanlagen, die beschleunigte Elektrifizierung, angeführt vom Transportsektor, und die rasante Expansion von Rechenzentren“. Vor allem der Energiebedarf von Rechenzentren, die für den Betrieb von KI-Software benötigt werden, erwarten Experten ein explosionsartiges Wachstum.
So geht das Bundeswirtschaftsministerium davon aus, dass sich der Energiebedarf von Rechenzentren bis 2030 verdoppeln könnte. In einem Beitrag bei „Energiewende direkt“ heißt es: „Um beispielsweise KI-Modelle wie ChatGPT zu trainieren, wird bisher etwa so viel Strom benötigt wie für eine Großstadt, haben Experten berechnet. Der Grund: Riesige Datenmengen und Informationen müssen verarbeitet werden und brauchen dazu leistungsstarke Grafikprozessoren, sogenannte GPUs.“
Siemens glaubt an positiven Trend – „Stromnachfrage steigt weiter“
Auch bei Siemens Energy geht man davon aus, dass die Gewinne im Verlauf des neuen Geschäftsjahres weiter steigen werden. „Für das Geschäftsjahr 2026 geht Siemens Energy davon aus, dass sich die gegenwärtigen positiven Trends im Energiesektor fortsetzen werden. Die Stromnachfrage und der Bedarf an Modernisierung und Ausbau der elektrischen Infrastruktur dürften weiter steigen“, heißt es in der Mitteilung.
Auch der Konzern glaubt an die Triebwirkung von Rechenzentren, was den weltweiten Energiebedarf angeht. „Dies dürfte zu weiter steigenden Investitionen in Netzinfrastruktur, Erzeugungskapazitäten und energieeffiziente Technologien führen, um eine zuverlässige und nachhaltige Energieversorgung sicherzustellen.“ Es werde erwartet, von diesem Trend in allen Geschäftsbereichen zu profitieren. (Quellen: Siemens Energy, IEA, Bundeswirtschaftsministerium) (nhi)