Interviews vor der Bundestagswahl: „Die Probleme lösen, die die Menschen beschäftigen“

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Susanne Seehofer tritt für die FDP an. © mm

Susanne Seehofer ist 33 Jahre alt, verheiratet, hat eine vierjährige Tochter, wohnt in München und ist Managerin in der Unternehmensstrategie bei BMW. Sie tritt im Wahlkreis Fürstenfeldbruck/Dachau an.

Was hat Sie dazu motiviert, in die Politik zu gehen?

Es muss wieder öfter um das beste Argument gehen und deutlich seltener darum, aus welchem Lager es kommt. Unsere Demokratie ist in eine Krise geschlittert, auch weil wir verlernt haben, richtig zu streiten. Deshalb ist politisches Engagement jetzt so wichtig wie lange nicht. Wir müssen jetzt alles daran setzen, wieder die vielen Menschen zu erreichen, die entweder nicht mehr wählen gehen oder sich für die Ränder entscheiden mit den vermeintlich so einfachen Lösungen. Die Extremisten bekämpfen wir nicht mit immer mehr Zuversicht und Ideologie. Wir bekämpfen sie nur, wenn wir die Probleme lösen, die die Menschen beschäftigen.

Was sind die wichtigsten Werte, die Sie als Politiker vertreten?

Integrität, Verlässlichkeit, Wirtschaftskompetenz, Klartext, neue Ideen

Welches Thema liegt Ihnen in Ihrer politischen Arbeit am meisten am Herzen und warum?

Deutschland braucht einen Richtungswechsel in der Wirtschafts- und Migrationspolitik. Seit fünf Jahren haben wir kein Wachstum mehr in Deutschland. Der volkswirtschaftliche Kollaps ist vorprogrammiert, wenn der Staat immer mehr Stellen schafft und zugleich die Privatwirtschaft 10 000 Stellen pro Monat abbauen muss. Das können wir verhindern, wenn wir jetzt die Weichen stellen von planwirtschaftlichen zurück zu marktwirtschaftlichen Ansätzen. Dazu gehört ebenso eine glasklare Einwanderungspolitik: Es muss leichter sein, nach Deutschland zu kommen, um zu arbeiten, als nach Deutschland zu kommen, um nicht zu arbeiten.

Wie würden Sie die aktuelle politische Lage in Deutschland beschreiben, und was muss sich Ihrer Meinung nach dringend ändern?

Deutschland war einmal ein Land, das auf der ganzen Welt beneidet wurde für seine Effizienz und Verlässlichkeit. Darauf hat sich die Politik viel zu lange ausgeruht und lieber Wohltaten verteilt, als in die Zukunft zu investieren. Jetzt haben wir einen massiven Reformstau. Wir müssen unsere Bundeswehr besser ausrüsten, wir müssen massiv investieren in Bildung, Digitalisierung und Infrastruktur. Die FDP steht hierbei für einen marktwirtschaftlichen Weg. Wir müssen die Probleme an der Wurzel packen und nachhaltig lösen, so dass sie sich in Zukunft rechnen - das gilt zum Beispiel für eine aktienbasierte Rente und eine solide finanzierte Krankenversicherung. Die Probleme einfach nur mit höheren Steuern und neuen Schulden zuzuschütten, ist der falsche Weg.

Was sind die größten Herausforderungen, die Ihre Region momentan betreffen, und wie wollen Sie diese angehen?

Die Unternehmen spüren den Fachkräftemangel. Viele Frauen möchten gerne mehr arbeiten, aber es fehlen Betreuungsplätze für Kinder. Die überbordende Bürokratie hemmt unsere Unternehmen an allen Ecken und Enden. Unsere Re㈠gion muss attraktiver werden für qualifizierte Fachkräfte aus dem In- und Ausland: mit geringeren Steuern für die hart arbeitende Mittelschicht, weniger Bürokratie für unseren Mittelstand (z.B. Abschaffung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes) und mehr Kinderbetreuung.

Welches Gesetz oder welche politische Initiative würden Sie gerne in der nächsten Legislaturperiode anstoßen?

Eine geordnete und gesteuerte Migrationspolitik.

Wie würden Sie sich selbst als Politiker beschreiben – eher pragmatisch oder idealistisch?

Ich glaube an Freiheit, Eigenverantwortung und Chancengerechtigkeit durch gute Bildung. Idealismus allein reicht aber nicht. Man braucht Realitätssinn und Pragmatismus, sonst verliert man sich und setzt gar nichts durch.

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