Der Fünfte im Bunde: Martin Modlinger von den Grünen will Dachauer OB werden

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Glückwunsch zur Nominierung: Grünen-Ortssprecherin Jutta Krispenz gratuliert Martin Modlinger. © Glückwunsch zur Nominierung: Grünen-Ortssprecherin Jutta Krispenz gratuliert Martin Modlinger.

Mit Dr. Martin Modlinger von den Grünen steht seit Donnerstag der fünfte Kandidat im Rennen ums Amt des Dachauer Oberbürgermeisters fest.

Dachau – Mit 22 von 24 Stimmen wurde der 44-jährige, zweifache Familienvater im Thomahaus von seinem Ortsverband nominiert.

Neben Modlinger wollen, wie berichtet, am 8. März 2026 auch Amtsinhaber Florian Hartmann von der SPD sowie die weiteren Herausforderer Christian Hartmann (CSU), Markus Erhorn (Freie Wähler Dachau) und Jürgen Schleich (ÜB) den Chefsessel im Rathaus erobern.

Modlinger ist seit vielen Jahren ehrenamtlich in Dachau engagiert: seit 2022 als Stadtrat – er war als Nachrücker für Helmut Esch ins Gremium gekommen – sowie als Grünen-Ortssprecher, als Mitglied des Runden Tischs gegen Rassismus und Gründungsmitglied der „Seebrücke Dachau e. V.“.

Es war „kein gerader Weg“ Von Cambridge ins Rathaus

Modlinger ist ein Kind des Dachauer Hinterlands, wie er am Donnerstag betonte. Aufgewachsen in Taxa, machte er Josef-Effner-Gymnasium Abitur und ging als Erster in seiner Familie an die Uni. An der renommierten Universität Cambridge in England wurde er in Geschichte und Literaturwissenschaft promoviert.

Trotz dieses akademischen Erfolgs war sein Leben „kein gerader Weg“, wie er berichtete. Er kenne auch das Gefühl, arbeitslos zu sein und darauf vertrauen zu müssen, „dass unser Sozialstaat funktioniert“. Mittlerweile ist er Geschäftsführer der Änderwerk gGmbH, die sich um die Umsetzung gemeinwohlorientierter Projekte vor Ort kümmert.

Auch wenn das Wahlprogramm seiner Grünen für die Kommunalwahl derzeit noch von acht Themengruppen erarbeitet werde, steht für Modlinger fest: „Dachau muss grüner, sozialer, lebenswerter werden.“ Und dieses Ziel sei beileibe „keine Träumerei, sondern ein Auftrag“. Klar, angesichts knapper Kassen „sagt niemand, dass das einfach wird oder von heute auf morgen geht“.

Die Stadt braucht Begegnungsorte

Doch Modlinger als grenzenloser Optimist glaubt an die Einsicht der Verantwortlichen in Bundes- und Landespolitik: „Die können die Gemeinden nicht kaputtgehen lassen, die wollen ja auch wieder gewählt werden.“ Fest stehe, dass ein Sparzwang, der das kulturelle, soziale und sportliche Leben der Stadt zum Erliegen bringt, ein unwiederbringlicher Schaden anrichte. „Wir brauchen diese Begegnungsorte!“ Beispiel Bezirksmuseum: Ob die Einrichtung nun an ihrer alten Stelle in der Altstadt saniert oder im MD-Gelände im Verbund mit anderen Museen neu errichtet wird, sei egal. „Nur eins von beidem muss passieren!“

Warum die Grünen, anders als vor sechs Jahren, mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen gehen und nicht SPD-OB Hartmann unterstützen, erklärt Modlinger damit, „dass wir eigene Ideen haben, die wir umsetzen wollen“. Menschlich schätze er den Amtsinhaber sehr, aber in manchen Punkten sei Florian Hartmann „vielleicht doch ein bisschen müde geworden“.

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