Der Gemeinderat Hebertshausen ist auf der Suche nach einer Lösung für eine Freiflächen-PV-Anlage gewesen.
Hebertshausen – Auf allen geeigneten Gebäuden der Gemeinde Hebersthausen hat das Kommunalunternehmen Energie im vorigen Jahr bereits Solarzelle installieren lassen. Nächster Schritt wären nun PV-Freiflächenanlagen. Doch so einfach und schnell wie erhofft wird es nicht gehen, mit dem Sonnenstrom vom Acker. Das zeigte jetzt die Beratung im Gemeinderat.
Wo in der Gemeinde Solarparks entstehen dürfen, dazu hat das Gremium bereits im vergangenen Sommer einen Kriterienkatalog erarbeitet. Maximal auf drei Prozent der Gemeindefläche, das wären 100 Hektar, kann man sich Solarmodule vorstellen. Wichtigste Maßgabe ist aber, dass PV-Freiflächenanlagen nur in der sogenannten privilegierten Zone gebaut werden sollen, also in einem 200-Meter Streifen beidseits der Bahnlinie. Auf dieser Basis hat das KU Energie mit der kaufmännischen Geschäftsführerin Alexandra Niedenhoff seitdem zahlreiche Gespräche geführt und sich um Flächen bemüht. Mit dem Ergebnis, dass sich entlang der Bahnlinie nur eine PV-Fläche von acht Hektar ergäbe, verteilt auf mehrere Areale. In einer erweiterten Zone bis zu 500 Meter entfernt von der Bahn ergäben sich zwei PV-Standorte, nördlich von Hebertshausen mit 7,5 Hektar und nördlich von Unterweilbach mit 6,2 Hektar. Diese müssten aber – da nicht vollständig in der privilegierten Zone – in einem Bebauungsplanverfahren entwickelt werden. Außerdem sollten PV-Freiflächenanlagen aus wirtschaftlichen Gründen mindestens zehn Hektar groß sein, so die Empfehlung des auf Solarparks spezialisierten Projektentwicklers. Was tun?
Einerseits könnte der Gemeinderat Flächen in einer 500-Meter-Zone zur Bahn für PV freigeben, damit die genannten zwei Standorte entwickelt werden können. Auch eine Gemeindefläche könnte freigegeben werde als Tauschfläche mit Grundstücken innerhalb der 200-Meter-Zone, deren Eigentümer sich nicht an einem Solarpark beteiligen wollen. Doch diese Vorschläge fanden im Gemeinderat keine Zustimmung. Im Gegenteil. „Wir haben unser Ziel krachend verfehlt“, erklärte CSU-Gemeinderat Clemens von Trebra. Das Ergebnis zeige, „dass sich die Grundeigentümer gegen unsere Planung aussprechen und sich zurückziehen.“ Vor diesem Hintergrund sei auch ein Flächentausch „unrealistisch“. Einstimmig wurde die Freigabe von privaten Flächen im erweiterten 500-Meter-Bereich wie auch die Freigabe der gemeindlichen Tauschfläche abgelehnt. Auch die Anfragen für drei private Projekte in Ampermoching und Amperpettenbach, die schon länger vorliegen, wurden erneut abschlägig beschieden.
Wie es nun konkret weitergeht in Sachen PV-Freiflächenanlage, ist offen. Doch ganz so schwarz sieht es Bürgermeister Richard Reischl nicht. „Gestorben ist Freiflächen-PV für mich noch nicht“, so der Rathauschef auf Nachfrage der Heimatzeitung. Auch kleinere Flächen seien durchaus für Solarparks zu entwickeln, vielleicht nicht mit einem Investor, aber mit einer Bürgerenergie-Genossenschaft oder den Dachauer Stadtwerken.
So umfasse die kleine Freiflächen-PV-Anlage, die von den Stadtwerken auf Dachauer Flur an der Bahntrasse bei Prittlbach errichtet worden ist, nur knapp zwei Hektar, erklärte Reischl. Denkbar wäre in Hebertshausen eine Freiflächenanlage nördlich der Bahnunterführung, wo links und rechts des Bahndamms insgesamt 7,5 Hektar zur Verfügung stünden. Ziel der Gemeinde bleibe, umweltfreundlich Strom zu erzeugen, „diese Entwicklung aber ein bissl zu steuern“.
Gestorben ist Freiflächen-PV für mich noch nicht.