In Österreich wüteten Samstagabend und Sonntagnacht Unwetter. Flüsse und Straßen wurden vom Starkregen überflutet. Noch immer sind Feuerwehren im Einsatz.
Linz/Steyr – Im Zuge des Klimawandels sind Unwetter-Phänomene wie heftige Sommergewitter eine zunehmende Gefahr – Meteorologen befürchten, dass sie ich künftig häufen dürften. Wie real die Bedrohung durch massive Sommergewitter sein kann, zeigte ich am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag in Oberösterreich: Dort sorgten massive Niederschläge in mehreren Regionen für Überflutungen und hielten die Einsatzkräfte vielerorts auf Trab.
Unwetter mit markantem Starkregen sorgen in einigen Regionen Österreichs für Überflutungen
Plötzlicher Starkregen bringt bekanntermaßen so einige Risiken mit sich: Schwer zu kontrollierende Wassermassen auf Straßenzügen und überschwemmte Keller sowie etwaige Flutschäden an Häusern sind aber nur eine Seite der Medaille: Bedrohlich wird es vor allem dann, wenn Flüsse die überbordenden Wassermassen nicht mehr halten können, wovon vor allem kleinere Gewässer rasch betroffen sein können und dann rasant anschwellen. Derartige geschah ab Samstagabend bis in die Morgenstunden des Sonntags in einigen oberösterreichischen Regionen, die von markanten Unwettern ereilt wurden, wie mehrere österreichische Medien – darunter OE24 und Heute.at – berichteten.
Von den Unwettern betroffen waren mitunter die Regionen Gmunden, Kirchdorf und Steyr-Land. Hier wurden vielerorts Straßen überflutet, zudem standen zahlreiche Keller unter Wasser. Besonders stark traf es die Stadt Steyr, wo in den Stadtteilen Ennsdorf, Ennsleite und Christkindl gegen 1 Uhr nachts flächendeckend Straßenzüge überschwemmt wurden. Der Starkregen setzte dort in kurzer Zeit so viel Wasser frei, dass Kanäle über- und Keller vollliefen. Insgesamt waren Angehörige 14 verschiedener Feuerwehren hier im Einsatz, wobei die Einsatzkräfte OE24 zufolge zu ingesamt 35 Einsätzen ausrückten.
Feuerwehr-Einsatzkräfte sind etwa in Steyr nach den Unwettern noch immer im Einsatz
Auch am Sonntagvormittag sorgten die Wassermassen im Zuge der heftigen Unwetter weiterhin dafür, dass die österreichischen Feuerwehr-Einsatzkräfte in Steyr alle Hände voll zu tun hatten: OE24 zufolge pumpten knapp 40 Feuerwehrleute mit sechs Fahrzeugen sowie drei Löschzügen immer noch Keller aus und waren weiter mit der Absicherung gefährdeter Bereiche beschäftigt. Allein in einer einzigen Reihenhaus-Anlage wurden sämtliche Keller überflutet, sodass rund 20 Wohnhäuser gleichzeitig betroffen waren.
Doch auch in anderen Regionen Oberösterreichs wüteten am Samstagabend und in der Nacht zum Sonntag markante Unwetter, die örtlich die Gefahr von Hochwasser mit sich brachten: In mehreren Flüssen stiegen die Pegelstände merklich an, darunter die der Aist, Vöckla, Ager, Traun, Alm, Krems und Enns. Hier wurden auch geltende Warnstufen überschritten, wie der hydrographische Dienst Österreichs mitteilte.
Auch nach den Unwettern gelten in Teilen Österreichs weiter Unwetterwarnungen
Wie Heute.at berichtete, brachte ein von Norditalien kommendes Tiefdruckgebiet, das über den Alpenraum ostwärts zog, die heftigen Unwetter mit sich nach Oberösterreich. Gefolgt wird das Unwetter von einer Kaltfront, die am Sonntag und zum Wochenbeginn in einigen österreichischen Regionen für alles andere als sommerliche Temperaturen sorgt: In Bregenz im äußersten Westen Österreichs etwa sinkt die Temperatur laut ORF-Wetter am Sonntag auf rund 17 Grad Celsius, selbe Werte werden auch für Montag erwartet. Auch in Innsbruck und Salzburg geht es am Sonntag mit knapp 16 Grad frisch zu. Lediglich in Wien (21 Grad) und südlicheren Gefilden des Lande wie in Graz (20,8) und Klagenfurt (19,6) werden noch Temperaturen um die 20-Grad-Marke erwartet.
Aktuell und noch über das Wochenende hinaus bis zum Dienstag gelten vielerorts in Österreich Wetterwarnungen des Wetterdienstes GeoSphere Austria sowie der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG): Gerade in den Nordstaulagen sorgt anhaltender Tiefdruckeinfluss für „weiterhin kräftige Niederschläge“. „Es sind Regensummen von 60 bis 100 Millimeter, gebietsweise auch mehr möglich“, schreibt die ZAMG. (fh)