Seit eineinhalb Jahren hat Hubert Fröhlich das Ehrenamt des Ersten Vorsitzenden des ASM-Bezirks 10, der heuer sein 75-jähriges Jubiläum feiert, inne. Wir haben mit ihm über seine Anfänge als Musiker, die Herausforderungen des Ehrenamts und kommende Veranstaltungen gesprochen.
Unterallgäu – Bereits mit zehn Jahren war Hubert Fröhlich bei der Musikkapelle Unteregg/Oberegg aktiv. Danach ging es zur Jugendkapelle Dirlewang. Am Anfang habe er nur Posaune gespielt. „Zu viele Sachen auf einmal funktionieren nicht“, weiß der 41-jährige Kfz-Meister. Später seien noch andere Instrumente dazugekommen. „Man experimentiert“, so Fröhlich. Beim Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM) ist der zweifache Familienvater seit 20 Jahren dabei. Und das mit voller Leidenschaft, wie beim Gespräch mit dem Wochen KURIER deutlich wird.
ASM-Bezirksvorsitzender Hubert Fröhlich berichtet von vielseitigem Ehrenamt
Ebenfalls über 20 Jahre war Fröhlich beim Bezirksjugendblasorchester (BJBO) aktiv, dessen Leitung er 2004 übernahm. Nachdem er diese 2011 abgegeben hatte, war er dort noch drei Jahre als Dozent tätig. Erfahrungen für seine Funktion als Erster Vorsitzender des ASM-Bezirks 10 konnte er bereits in seiner Zeit als Stellvertreter seines Vorgängers
Andreas Schuster sammeln. Ein Amt, wie das des Ersten Vorsitzenden, sollte man nicht aus einer Selbstverständlichkeit heraus übernehmen, findet der 41-Jährige. Nachdem Schuster seinen Rücktritt angekündigt hatte, habe es für ihn aber auch keine große Debatte gegeben, sagt der Vollblutmusiker.
Jugend für Musik und Brauchtum gewinnen
Als eine Herausforderung beziehungsweise als eine Aufgabe für den ASM sieht Fröhlich es, Kinder und Jugendliche für die Musikkapellen und das Brauchtum zu begeistern. Dem Nachwuchs würde sich inzwischen eine große Palette an Freizeitaktivitäten bieten – „da muss man versuchen, sich hervorzuheben und attraktiv zu sein“, erklärt Fröhlich. Für Elf- bis 16-Jährige bietet der ASM das BJBO Youngstars. Im Anschluss können die Nachwuchsmusiker ins reguläre BJBO wechseln. „Die Musiker, die da drinnen waren, bleiben meistens“, so der zweifache Vater. Um die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, gibt es verschiedene Angebote. Zum Beispiel laden die Kapellen zu offenen Proben ein. Die Veranstaltungen, um auf die Jugend zuzugehen, würden aber von Kapelle zu Kapelle variieren.
Der ASM sei auch dafür da, so Fröhlich, dass die Mitglieder Freundschaften zu Musikern aus anderen Kapellen knüpfen können. Diese Kontakte würden die Freude an der Musik verfestigen. Fröhlich sieht es nicht als Aufgabe des Vorstands, „groß Dinge zu ändern, sondern sich den Zeiten anzupassen“. Man könne nicht erwarten, die Kinder und Jugendlichen auf die gleiche Weise wie vor 20 Jahren für die Musikkapellen zu gewinnen. Natürlich solle dabei das Brauchtum – wie das Tragen der Tracht – erhalten bleiben, „aber wir müssen auch einen Schritt auf die Kinder zugehen“, ist sich der Familienvater bewusst.
Ein großes Thema sei es auch immer, Dirigenten-Nachwuchs zu generieren. Hier gibt es Aufbaukurse, an denen alle Altersklassen teilnehmen können. Dadurch würden die Teilnehmer sehen, wie viel Spaß das Dirigieren mit sich bringe, berichtet Fröhlich. Seiner Ansicht nach gebe es viele geeignete Leute, die auch Lust auf diese Aufgabe hätten. Bei vielen würde aber noch der letzte Schritt fehlen, um sich als Dirigent zu versuchen.
Zeitintensives Ehrenamt, das viel Freude bringt
Neben den vielen positiven Seiten, die der Erste Vorsitzende mit seinem Amt und Hobby verbindet, bedeutet es für ihn aber auch einen großen zeitlichen Aufwand. Dabei seien die Auftritte nicht das Ausschlaggebende, findet er. Diese seien ja meist über einen längeren Zeitraum eingeplant. Zeitintensiv seien hingegen die wöchentlichen Proben und beispielsweise das Mitwirken als Musikkapelle am Dorfleben – wie bei Kommunionen. „Da wird der Terminkalender schnell voll.“
In Fröhlichs Fall kommen noch organisatorische Aufgaben im Rahmen seiner Vorstandstätigkeit hinzu. Wie viel Zeit er genau in sein Ehrenamt als Vorsitzender investiert, kann er nicht einschätzen – „ich schreibe nicht mit.“ Genau wolle er es auch gar nicht wissen. „Die nackten Zahlen würden eher abschrecken“, verrät der Vorsitzende mit einem Lachen. Es sei viel Arbeit, jedoch sei er noch nie an den Punkt gekommen, an dem es ihm zu viel geworden wäre. Außerdem gebe es auch ruhigere Wochen und die meisten Termine seien „eh angenehm“. Ein großes Lob spricht Fröhlich in diesem Zusammenhang dem Team der Vorstandschaft im ASM-Bezirk 10 sowie seinem Stellvertreter Manuel Rauscher aus. Mit dem gesamten Team habe sich die Arbeit „super eingespielt“. Zudem würdigt er das Engagement der Bezirksjugendleitung, die eine „Spitzenleistung“ erbringe.
Es gebe viele kleine Momente, die ihn in der Ausübung seines Ehrenamtes bestärken würden. Zum Beispiel, wenn er das Leuchten in den Augen eines Kindes nach einem erfolgreichen Konzert sehe. Ein Highlight war für Fröhlich heuer das Bezirksmusikfestival in Oberneufnach. An dieser Stelle spricht er ein „riesen Dankeschön“ an die Oberneufnacher für die Durchführung des Festivals aus. Er habe allen Respekt vor dem Mut der Veranstalter, die das Risiko trugen, dass am Tag des Großevents das Wetter nicht mitspielen könnte.
Veranstaltungsplanung läuft immer weiter
Nach dem Fest ist vor dem Fest, weiß Fröhlich. Daher laufen die Planungen für kommende Events bereits bis weit in die Zukunft. Zu den wiederkehrenden Veranstaltungen gehört beispielsweise das Bezirksmusikfestival mit Wertungsspielen, das nächstes Jahr in Siebnach stattfinden soll. Außerdem steht im Herbst das Konzert des Bezirksjugendblasorchesters an. Dieses findet am Samstag, 8. November, um 19.30 Uhr im Kursaal in Bad Wörishofen statt.
Zwei Jubiläen werden in Mindelheim gefeiert
Ein großes Programm wird auch am Freitag, 3. Oktober, in Mindelheim geboten. An diesem Tag feiert der ASM-Bezirk 10 Mindelheim sein 75-jähriges Jubiläum mit all seinen Mitgliedskapellen in der Kreisstadt.
Programm: 9.15 Uhr Aufstellung am Marienplatz Mindelheim und anschließend Kirchenzug zur Stadtpfarrkirche mit den vier Gründungskapellen, allen Fahnenabordnungen, Ehrengästen und Abordnungen aller Musikkapellen des ASM-Bezirks 10; 9.30 Uhr feierlicher Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche, musikalisch umrahmt von einem Gemeinschaftsorchester der Jugendkapellen aus dem ASM-Bezirk 10, anschließend Totenehrung am Ehrenmal; 11 Uhr einzelne Präsentation aller Mitgliedskapellen unter Einbindung von allen aktiven, ehemaligen und jugendlichen Musikerinnen und Musikern; 12.15 Uhr großer Gesamtchor, „Klangwolke“ aller aktiven Mitgliedsmusikerinnen und Musiker des ASM-Bezirk 10 auf dem Marienplatz; 13 Uhr Standkonzerte einzelner Mitgliedskapellen an ausgesuchten Plätzen in der Mindelheimer Innenstadt – Bewirtung durch die ortsansässige Gastronomie.
Parallel findet ab circa 13 Uhr eine Bewirtung im kleinen Festzelt der Stadtkapelle Mindelheim am neuen Probelokal statt – inklusive musikalischer Unterhaltung.
Neues Musikerheim kann besichtigt werden
Die Stadtkapelle Mindelheim feiert ihr 190-jähriges Jubiläum und die Fertigstellung ihres neuen Musikerheims von Freitag, 3. bis Sonntag, 5. Oktober. Am Freitag und Samstag startet das offizielle Programm im Festzelt auf dem Parkplatz vor dem Musikerheim jeweils um 14 Uhr. Am Sonntag wird sich um 10 Uhr zum Gottesdienst getroffen und das BOBO (Bezirksoldieblasorchester)spielt ebenfalls ab 10 Uhr im Festzelt. Um 13 Uhr beginnt die Musikpräsentation. Vom 3. bis 5. Oktober kann das neue Musikerheim an der Stillachstraße 2b besichtigt werden.
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