Wohnraum ist knapp und teuer – immer mehr Menschen wohnen nicht in der Stadt, in der sie arbeiten. So geht es beispielsweise Marisa aus Spanien. Mit Mann und Kind wohnt sie in Valladolid – sie arbeitet allerdings im Hospital Universitario La Paz in Madrid. Die rund 200 Kilometer zwischen den Städten werden mit der schnellsten Zugverbindung in rund einer Stunde zurückgelegt.
Dafür muss sie morgens um 5 Uhr aufstehen, um den ersten Zug zu bekommen: "Mir geht es seit sieben Jahren so. Wir haben überlegt nach Madrid zu ziehen, aber das ist nicht machbar", berichtet Marisa gegenüber dem spanischen Antena 3.
Pendeln in Spanien: "Ich könnte dort keine Wohnung finden"
Einen Umzug nach Madrid plant Marisa mit ihrer Familie derzeit nicht. "Ich könnte dort keine Wohnung finden, da die Wohnsituation in Madrid sehr schlecht ist", sagt Marisa gegenüber Antena 3. An Valladolid schätzt sie vor allem die Lebensqualität, die sie in Madrid vermutlich nicht hätte.
In Madrid zahle man durchschnittlich rund 16,80 Euro pro Quadratmeter, berichtet das Portal "N26" und beruft sich auf Zahlen von Idealista. Der Durchschnittspreis für Mietwohnungen in Valladolid liegt bei 9 Euro pro Quadratmeter, informiert "Properstar".
Pendeln zum Job – Arbeitnehmer sollten einen Ausgleich schaffen
Nicht nur Marisa wohnt nicht an ihrem Arbeitsort – auch 5,4 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland sind im Jahr 2024 50 oder mehr Kilometer zur Arbeit gependelt, informiert das Statistische Bundesamt (Destatis). Laut der Erhebung benötigen 5,9 Prozent der Arbeitnehmer außerdem eine Stunde oder länger zur Arbeit.
Das Pendeln zum Job kann manchmal herausfordernd sein. "Den Belastungen können Berufspendler am besten durch Stärkung ihrer Ressourcen begegnen", sagt Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung gegenüber der "Techniker Krankenkasse". Also sollten Pendler schauen, was sie für sich tun können. Hilfreich könnten folgende Sachen sein:
- Ausreichende Bewegung, Entspannung und Schlaf
- Sozialer Aspekt als Ausgleich
- Klare Trennung von Arbeit und Privatleben
- Auf dem Heimweg Rituale etablieren; beispielsweise einen Podcast hören oder mit Freunden telefonieren