Volkstümliche Musik im „Folx Stadl“: TV-Studio in ehemaliger Disco in Oberbayern ist Vergangenheit

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Ein Mekka der Mitklatsch-Musik war der Tölzer Moraltpark nur vorübergehend. Das im November 2023 eröffnete TV-Studio für die Sendung „Folx Stadl“ hat den Standort wieder verlassen. © Maria Blöckner

Die Ära, in der Bad Tölz das Mekka der Mitklatsch-Musik war, währte nur kurz. Das TV-Studio, das sich im Moraltpark angesiedelt hatte, ist wieder geschlossen.

Bad Tölz – Die Kastelruther Spatzen, Antonia aus Tirol, Rosanna Rocci oder Michael Hirte: Freunden des Schlagers und der volkstümlichen Musik klingeln bei diesen Namen die Ohren. Bis vor Kurzem noch gaben sich Künstler wie diese in Bad Tölz die Klinke in die Hand. Doch die Ära, in der der Moraltpark das Mekka der Mitklatsch-Musik war, blieb von begrenzter Dauer. Wie Geschäftsführer Sebastjan Artic auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt, hat die Firma Prime Time Consulting, die dort ein TV-Studio für die Sendung „Folx Stadl“ eingerichtet hatte, den Standort in diesem Jahr wieder verlassen. Wo die Sendungen in Zukunft produziert werden, ist aktuell ebenso unklar wie die künftige Nutzung der Räumlichkeiten.

TV-Studio in Bad Tölz geschlossen

Das TV-Studio hatte erst im November 2023 eröffnet. In den Räumlichkeiten im Moraltpark war früher die Diskothek „Blu“ ansässig gewesen, später vorübergehend weitere Lokale unter den Namen „Pride Club“, „Part III“ und „Nao“. Danach folgten sieben Jahre Leerstand. Artic aber war froh, ein Mietobjekt gefunden zu haben, das hoch und groß genug für ein TV-Studio war. Regelmäßig gab es fortan Aufzeichnungen der Musiksendung „Folx Stadl“ für den Sender „Folx TV“ mit Moderatoren wie Lucky Putz oder Spitzbua Markus vor einer Kulisse mit vielen Strohballen. Für die passende Stimmung sorgte auch das Publikum im Studio, das eifrig mitschunkelte.

Doch knapp eineinhalb Jahre später hatte es sich ausgeschunkelt. Ende März habe das Tölzer TV-Studio wieder geschlossen, erklärt Artic. Als Grund dafür nennt er „Probleme mit dem Vermieter“. Notwendige Reparaturen seien ausgeblieben oder verspätet erfolgt. So habe es keine Türen gegeben, stattdessen seien nur Gipskartonplatten angebracht worden – ein Problem in Bezug auf die Sicherheit des dort untergebrachten teuren technischen Equipments. Zudem seien einmal aus einer Höhe von neun Metern Fensterscheiben herausgefallen.

Unstimmigkeiten mit dem Vermieter

Weil der Vermieter nicht wie vereinbart Türen eingebaut und die Schäden nicht schnell genug behoben habe, sei es ihm unmöglich gewesen, anstehende Fernsehaufzeichnungen mit dem nötigen zeitlichen Vorlauf zu organisieren und die Marketing-Maßnahmen für den Kartenvorverkauf in die Wege zu leiten, erklärt Artic. Unter diesen Bedingungen sei für ihn ein wirtschaftlicher Betrieb des Studios nicht möglich gewesen, auch weil es zeitweise nicht nutzbar gewesen sei.

Eigentümer der Immobilie ist die Gesellschaft Berlinovo mit Sitz in Berlin. Mit Artics Aussagen konfrontiert, antwortet Pressesprecher Ulrich Kaliner, dass man sich zu Vertragsinhalten nicht öffentlich äußern wolle. Nur so viel teilt Kaliner mit: „Fakt ist, dass wir die Mietsache dem Mieter ordnungsgemäß zur Verfügung gestellt und vieles baulich sowie kaufmännisch möglich gemacht haben, damit der Mieter seinen Geschäftsbetrieb aufnehmen konnte.“ Das Mietverhältnis sei „vermieterseits außerordentlich beendet“ worden. „Die Gründe hierfür werden wir nicht öffentlich kommunizieren.“ Das Unternehmen arbeite aktuell „intensiv an einer zeitnahen Nachvermietung der Fläche“.

Künftige Aufzeichnungen in Slowenien?

Artic hat das Equipment des TV-Studios einstweilen in großen Lkw gelagert – aber noch keine neuen Räumlichkeiten dafür gefunden. Aktuell würden keine neue Folgen des „Folx Stadl“ produziert, sagt er, auf dem TV-Sender würden derweil bestehende Aufzeichnungen ausgestrahlt. Möglicherweise möchte er neue Folgen in Zukunft in seinem Heimatland Slowenien aufzeichnen. Für die anreisenden Künstler komme es auf ein paar Stunden Autofahrt mehr oder weniger nicht an. (ast)