Nach Übernahme durch China-Konzern: Kurzarbeit bei deutschem Zukunftsunternehmen

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Der Neustart für die Mobilitätshoffnung Volocopter verläuft schleppend. Ab Freitag (13. Februar) setzt das Unternehmen auf Kurzarbeit, doch es gibt deutliche Kritik.

Stuttgart – Die Geschichte des Start-ups Volocopter aus Bruchsal bei Karlsruhe (Baden-Württemberg) ist äußerst wechselhaft. Die Flugtaxis des Unternehmens sollten ursprünglich bei den Olympischen Sommerspielen in Paris im Jahr 2024 und auch beim geplanten Megaprojekt NEOM in Saudi-Arabien zum Einsatz kommen. Ende 2024 meldete das Unternehmen dann Insolvenz an, der bisherige CEO Dirk Hoke verließ Volocopter – und heuerte inzwischen beim Technologiekonzern Voith an – und ein Großteil der Mitarbeiter wurde gekündigt.

Im März 2025 wurde allerdings bekannt, dass der österreichische Flugzeughersteller Diamond Aircraft – hinter dem der chinesische Konzern Wanfeng Aviation Industry steht – Volocopter übernommen hat. Der Neustart für die einstige Mobilitätshoffnung verläuft aber offenbar schleppend. Wie die Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) berichten, führt das Unternehmen aufgrund einer Anpassung der Lieferketten ab Freitag (13. Februar) Kurzarbeit ein.

Kurzarbeit bei Volocopter: Mitarbeiter berichtet von Reduzierung um 100 Prozent

Die Kurzarbeit bei Volocopter soll maximal sechs Monate dauern und ab Freitag eine Reduzierung von zehn Prozent der Arbeitszeit umfassen, wie Marcus Hinkel, der als Leiter für die globale Marketing- und Markenführung zuständig ist, auf BNN-Anfrage erklärte. „Bei manchen Abteilungen, die stärker von der Neuausrichtung betroffen sind, kann es auch eine etwas höhere Prozentzahl geben.“ Nach der Übernahme beschäftigte Volocopter noch 160 der zuvor rund 450 Mitarbeiter.

Zwei Angestellte des Flugtaxi-Herstellers schildern der Zeitung aber andere Verhältnisse. Einer erklärte demnach, dass seine Arbeitszeit am Freitag um ganze 100 Prozent reduziert werde, was bei einer Betriebsversammlung am 28. Januar verkündet wurde. „Erst wurde uns eine halbe Stunde lang erzählt, welche Visionen wir haben müssten“, sagte er. „Dann wurde erwähnt, dass Kurzarbeit beantragt worden ist.“ Ein anderer Kollege führte aus, dass bereits Mitarbeiter gekündigt hätten.

Ein Mitarbeiter des Flugtaxi-Entwicklers Volocopter arbeitet an einer Teststelle hinter einem von einer Plane verdeckten elektrischen Antriebsstrang mit Rotorblatt.
Der Neustart von Volocopter läuft schleppend. Ab dem 13. Februar gibt es Kurzarbeit. © Uwe Anspach/dpa

Volocopter: „Was wir für gesamteuropäischen Markt geplant haben, bleibt in Bruchsal“

Marcus Hinkel widersprach diesen Schilderungen dagegen. Ihm sei keine Reduzierung um 100 Prozent bekannt. „Sie wäre aber logisch, wenn beispielsweise ein Bauteil später kommt“, erklärte er. Zudem beschwichtigte er auch in Bezug auf eine befürchtete Verlagerung der Tätigkeiten in Richtung China. „All das, was wir für den gesamteuropäischen Markt geplant haben, bleibt zu 100 Prozent in Bruchsal.“ Geplant sind weiterhin die Modelle VoloXPro für den Privateinsatz und VoloCity für den öffentlichen Personentransport. (Verwendete Quellen: bnn.de, volocopter.com, eigene Recherche).

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/wirtschaft/nach-uebernahme-durch-china-konzern-kurzarbeit-bei-zukunftsunternehmen-94168673.html