Deutsches Zukunftsunternehmen kündigt nach Insolvenz allen Mitarbeitern

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Das Flugtaxi-Unternehmen Volocopter hat Ende 2024 Insolvenz angemeldet und muss nun alle 500 Mitarbeiter freistellen. Ganz aufgeben wollen die Bruchsaler aber noch nicht.

Bruchsal - Nachdem zuvor bereits der Münchner Flugtaxihersteller Lilium Insolvenz angemeldet hatte, rutschte Ende 2024 auch der südwestdeutsche Konkurrent Volocopter in die Zahlungsunfähigkeit. Das Unternehmen aus Bruchsal bei Karlsruhe (Baden-Württemberg) stand bereits zuvor vor großen Problemen, nachdem Mitte vergangenen Jahres ein Deal geplatzt war und der Geschäftsführer deshalb auch eine Insolvenz nicht mehr ausschließen konnte. Nachdem bis Ende Februar kein Investor gefunden werden konnte, befindet sich Volocopter seit Anfang März offiziell im Insolvenzverfahren.

Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, hat der Insolvenzverwalter, Tobias Wahl von der Mannheimer Anchor Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die rund 500 Mitarbeiter von Volocopter am Montag, 3. März, per Telefonkonferenz über eine sofortige Freistellung informiert. Da die Kündigungsfrist von drei Monaten auch im Insolvenzfall gilt, werden sie nicht direkt gekündigt. Das Unternehmen ist dem Bericht zufolge aber auch nicht dazu in der Lage, das Gehalt weiterzuzahlen.

Volocopter: Alle Mitarbeiter freigestellt - Suche nach Käufer geht aber weiter

Das Unternehmen Volocopter wurde im Jahr 2007 mit dem Ziel gegründet, den öffentlichen Personentransport im urbanen Raum zu revolutionieren. Konkret sollten künftig gerade in den Großstädten senkrecht startende Flugtaxis Passagiere ohne Stau und Co, von A nach B transportieren. Im Laufe der Jahre konnte das Unternehmen, das unter anderem auch vom Daimler-Konzern – heute Mercedes-Benz – unterstützt wurde, einige Achtungserfolge verbuchen und erhielt im Frühjahr 2024 beispielsweise die Freigabe für die Serienproduktion. Finanzielle Schwierigkeiten machten dem Start-up aber immer wieder Probleme und führten letztendlich zur Insolvenz.

Dass im Zuge des Verfahrens nun alle knapp 500 Mitarbeiter gekündigt werden müssen, zeigt, wie ernst die Lage für die einstige Zukunftsschmiede ist. Ganz aufgeben will Insolvenzverwalter Wahl aber nicht. Er kündigte bei der angesprochenen Mitarbeiterversammlung an, weiterhin in Gesprächen mit potenziellen Investoren zu sein, wie eine Unternehmenssprecherin dem Handelsblatt erklärte. „Es wird weiterhin alles versucht“, heißt es demnach aus Bruchsal.

Beim Flugtaxi-Pionier Volocopter wurden im Zuge der Insolvenz alle rund 500 Mitarbeiter freigestellt. © Volocopter

Volocopter hat Belegschaft bereits von 700 auf weniger als 500 Mitarbeiter verkleinert

Die nun ausgesprochenen Kündigungen, die wie eingangs erwähnt erst nach der dreimonatigen Kündigungsfrist formal gültig werden, sind nicht die ersten strukturellen Maßnahmen bei Volocopter. Das badische Unternehmen hatte die Belegschaft bereits von ursprünglich rund 700 Mitarbeitern auf weniger als 500 verkleinert. Zudem hat erst vor wenigen Tagen, Ende Februar, der Vorstandsvorsitzende Dirk Hoke seinen Rücktritt verkündet. Er wird ab dem 1. April, den traditionsreichen Maschinenbauer Voith mit Sitz in Heidenheim an der Brenz (Baden-Württemberg) als CEO leiten.

Der Münchner Konkurrent Lilium musste nach einer zwischenzeitlichen Rettung vor wenigen Tagen zum zweiten Mal Insolvenz anmelden.

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