„Weilheim kann Klima“ stößt auf Kritik

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Voller Elan stellte Jan Krcek (l.) aus Polling die motivierte Bürgerinitiative „Weilheim kann Klima“ vor. © Sabine Lehmann

Positive Schwingungen wollte der Pollinger Jan Krcek im Weilheimer Klimaausschuss unter die Leute bringen, als er die neue Bürgerinitiative „Weilheim kann Klima“ offiziell vorstellte. Dabei blickte er allerdings in einige kritische Gesichter.

Weilheim – Im vergangenen Jahr neu gegründet, hat es die Gruppierung „Weilheim kann Klima“ gleich im Herbst angepackt und zu einem Klimastreik in der Weilheimer Innenstadt gerufen. Pfarrer Jost Herrmann, früher Seelsorger bei der örtlichen evangelischen Gemeinde, und Andreas Scharli von der „Energiewende Oberland“ schlossen sich der Aktion an und hielten polarisierende Reden. Frischer Wind also in der Weilheimer Klimapolitik, der aber nicht überall gut ankam.

„Mich hat die Nähe zu den Klimaklebern zunächst abgeschreckt“, gibt Ottmar Back von der Agenda 21 zu. Nun erkläre man sich aber doch bereit, mit dem jungen Verbund zu kooperieren. Neben der Agenda 21 streben Krcek und Anhänger mittlerweile die Zusammenarbeit im ISEK II und dem Förderprogramm „Stadtgrün“ an.

Buch mit Zukunftsvisionen

„Zukunftsängste und die Sorge wegen des Klimawandels treiben uns an“, erklärte Krcek die Beweggründe für den rund 40 Mitglieder starken Verbund. Trotzdem wolle man positiv bleiben. Wegen Themen wie Corona, Ukraine & Co. gerate der Klimaschutz unter die Räder. „Wir wollen ihn wieder auf die Bühne bringen“, rief er aus. „Eine Nachhaltigkeitstransformation ist gleichzeitig Dringlichkeit und Chance, das wollen wir vorantreiben.“ Der „European Green Deal“ stehe auf der Kippe und besonders auf lokaler Ebene werde zu wenig gemacht, mahnte er. Krcek selbst sei zwar Pollinger, aber in Weilheim sehr aktiv.

Zur Ansicht hatte „Weilheim kann Klima“ dem Gremium ein Buch mit Zukunftsvisionen zukommen lassen. Hier ist in Bildern zu sehen, wie Städte aussehen könnten, wenn sie umfassend begrünt werden. Wird Weilheim also bald ein Dschungel, wenn es nach den neuen Klimafreunden geht? Nein, es geht natürlich rein um Inspiration, Motivation, vielleicht gar Träumerei. Zuviel für die altgedienten Weilheimer Umweltschützer?

Malaktion im April

„Ich finde es super, wie sie das machen“, fand Tillmann Wahlefeld (BfW) zunächst lobende Worte. „Ich hatte aber besonders gehofft, dass sie schon Kontakte zu den anderen Organisationen aufgenommen haben“, kritisierte er vorsichtig. „Also nicht, dass sie darin aufgehen, aber man könnte die Kräfte doch bündeln.“ Stefan Emeis (Grüne) blies ins selbe Horn: „Mir ist nicht ganz klar, was das ,Add on’ ist, das sie uns präsentieren.“ Schließlich habe Weilheim seit 25 Jahren schon einiges zu bieten, was den Klimaschutz angeht. Die Gruppierung solle sich doch bitte erst einmal mit den bestehenden Strukturen auseinandersetzen und dann „schauen, was noch fehlt“. Das Add on, also die Erweiterung des bisherigen Angebots, müsse sich konkret noch finden, so Krcek. Eines sei aber klar: „Ich vermisse bei den anderen die Dynamik. Und genau die wollen wir einbringen.“

Wer sich angesprochen fühlt: Die offenen Treffen von „Weilheim kann Klima“ finden jeweils am ersten Montag im Monat ab 19.30 Uhr im „Elementar“ in Weilheim statt. Ende April wird es auf dem Kirchplatz eine Malaktion zum Thema „Zukunftsbilder“ geben.

Info

Mehr Infos über „Weilheim kann Klima“ gibt es auf dem Internetauftritt von „Wir in Weilheim“: wir-in-weilheim.de.

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