Von wegen Sparkurs: Penzberg bekam in der Freinacht gleich vier Maibäume auf dem Stadtplatz

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Den „Multifunktionsbaum für finanzschwache Kommunen“ stellten neun Antdorfer in der Freinacht auf dem Penzberger Stadtplatz auf. © Andreas Baar

Die Stadt Penzberg hat heuer doch einen neuen Maibaum bekommen: Die Jungritter haben ein 30 Meter langes Prachtstück am 1. Mai in der Früh auf dem Stadtplatz aufgestellt. Doch da stand schon ein anderes Exemplar aus Antdorf...

Penzberg - Die Stadt Penzberg hatte heuer lieber auf das Aufstellen eines eigenen Maibaums verzichtet. Grund waren die angespannte Haushaltslage und personelle Engpässe in der Verwaltung. Es folgten Kritik und lokalpolitische Querelen, die im jüngsten Stadtrat öffentlich ausgetragen wurden. Doch nun ist alles wieder gut: Die Penzberger Jungritter haben in einer Aktion in der Nacht auf 1. Mai auf dem Stadtplatz eine 30 Meter hohe Fichte aufgestellt. Doch: Da standen schon drei andere Exemplare in der Nachbarschaft - ebenfalls aufgestellt in der Freinacht.

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Stolze 30 Meter misst der Maibaum, den die Jungritter auf dem Penzberger Stadtplatz aufgestellt haben. © Andreas Baar

In der Nacht auf 1. Mai stellten die Jungritter einen Maibaum auf dem Penzberger Stadtplatz auf - doch da stand schon ein „Multifunktionsbaum“ aus Antdorf

Es sei schon länger geplant gewesen, sagt am Freitag (2. Mai) Jungritter-Vorsitzender Hardi Lenk der Rundschau. In der jüngsten Stadtratssitzung, als im öffentlichen Teil der städtische Verzicht auf einen eigenen diesjährigen Maibaum kritisch diskutiert wurde, hatte Lenk, der SPD-Stadtrat ist auch Dritter Bürgermeister, das leidige Thema später hinter verschlossener Tür nochmal angesprochen. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) und die Stadträte waren mit der Jungritter-Aktion einverstanden.

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Fast 20 Meter hoch ist Maibaum-Alternative aus Antdorf. © Andreas Baar

Jungritter spendieren Stadt einen Maibaum

In den frühen Morgenstunden des 1. Mai rückten dann circa 40 Helfer vom Verein, dazu noch einige Stadträte und der Bürgermeister, auf dem Stadtplatz an. Den Baum hatten die Jungritter spendiert. Mit einem Kran wurde das 30 Meter-Stangerl vor dem Rathaus aufgestellt.

Jungritter-Chef Lenk ist zufrieden. Man habe der Stadt mit dem spendierten Maibaum „die Hand gereicht“, sagte er versöhnlich nach den Dissonanzen der vergangenen Wochen. Wie es mit dem Stadtplatz-Exemplar weitergeht ist allerdings unklar. Die Jungritter haben laut Lenk den Maibaum für eine Woche versichert, dann ist es Sache der Stadt.

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Gruppenbild vor Maibaum: Die Jungritter waren mit einem Kran angerückt. © Stadt Penzberg

„Multifunktionsbaum“ aus Antdorf

Beim Aufstellen erlebten die fleißigen Penzberger allerdings eine Überraschung. Andere waren in der Freinacht schneller gewesen. Gleich drei Stangerl standen bereits auf dem Stadtplatz. Allen voran ein prächtiger „Multifunktionsbaum für finanzschwache Kommunen“ - und das Ganze „aus nachhaltiger Forstwirtschaft“, wie auf dem eigens angebrachten Schild zu lesen war. Der Baum soll laut den montierten Tafeln herhalten können als Maibaum, als ökologischer Ausgleichsbaum für die gerodeten Flächen im Nonnenwald, als Wahrzeichen für die Landesgartenschau aber auch als Nistplatz für den städtischen Pleitegeier. Aufgestellt worden war das Schmuckstück - fast 20 Meter hoch, im unteren Bereich ordentlich weiß-blau gestrichen und oben original belassen - von neun Burschen aus Antdorf.

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Wie wahr... © Andreas Baar

Alternativ-Baum muss heute weichen

Um 3.15 Uhr kam der Trupp aus Penzbergs Nachbardorf am Stadtplatz an. Der Baum lag auf einem Muldenkipper, mit einer Baggerzange wurde das gute Stück aufgestellt. „In elf Minuten war alles erledigt“, berichtet einer der Teilnehmer schmunzelnd der Rundschau. Beim späteren Maifest auf dem Stadtplatz sei der Baum „mittendrin gestanden“, wird sich in Antdorf über die Aufmerksamkeit gefreut.

Doch der Antdorfer Alternativ-Baum muss noch am heutigen Freitag (2. Mai) wieder weichen - der Stadtplatz ist am Wochenende für einen Streetfood-Markt gebucht. Aus Sicherheitsgründen bereits abgesägt wurden laut Rathaussprecher Thomas Kapfer-Arrington zwei weitere kleine Freinacht-Bäume. Einer war nach Rundschau-Informationen von jungen Antdorfern aufgestellt worden.

Großer Scheck an altem Maibaum

Am bestehenden alten Penzberger Maibaum gegenüber der Stadthalle wurde in der Freinacht auch gewerkelt: Ein überdimensionaler 500 Euro-Schein mit der Aufschrift „Tradition ist unbezahlbar“ schwebte an dem Baum in luftiger Höhe.

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