Der Bauernverband fordert von der Bundesregierung die zugesicherten Entlastungen. Ohne diese droht die Unzufriedenheit in der Branche zu wachsen.
München – Die Landwirtschaftsbranche besteht weiterhin auf die von der Bundesregierung versprochenen Entlastungen, die nach den umfangreichen Traktorprotesten zu Beginn des Jahres zugesagt wurden. Joachim Rukwied, Präsident des Bauernverbandes, äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur vor dem Deutschen Bauerntag in Cottbus: „Der Unmut ist nicht verflogen“. Er betonte die Notwendigkeit einer Umorientierung in der Agrarpolitik und warnte: „Wir brauchen eine Neuausrichtung der Agrarpolitik, und wenn die nicht kommt, wird die Unzufriedenheit zunehmen.“
Rukwied drängte auf die Umsetzung versprochener Erleichterungen, wie die Möglichkeit für Betriebe, schwankende Ergebnisse aus guten und schlechten Jahren steuerlich geltend zu machen. Er warnte: „Wenn die Gewinnglättung nicht auf den Weg gebracht wird, dann werden die Landwirtinnen und Landwirte sagen: Das ist Wortbruch. Dann verliert die Politik das eh nicht mehr stark ausgeprägte Vertrauen. Das müssen die Koalitionäre wissen.“
Bauern: „Situation für die Betriebe ist nach wie vor schwierig“
Nach den landesweiten Protesten der Bauern zu Beginn des Jahres aufgrund der Abschaffung der Agrardiesel-Vergünstigungen, versprach die Ampel-Koalition der Branche andere Entlastungen. Diese sollten unter anderem Erleichterungen bei bürokratischen Auflagen und Steuerregelungen beinhalten und bis zum Sommer verabschiedet werden. Die politischen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft sind ein zentrales Thema beim Deutschen Bauerntag, der an diesem Mittwoch und Donnerstag in Cottbus stattfindet.
Rukwied unterstrich die anhaltenden Herausforderungen für die Betriebe: „Die Situation für die Betriebe ist nach wie vor schwierig.“ Er wies darauf hin, dass das Preisniveau in vielen Bereichen deutlich niedriger ist als noch vor anderthalb Jahren, während die Kosten für Dünger, Pflanzenschutz und Energie weiterhin hoch sind. Mit Blick auf das bis Ende Juni laufende Wirtschaftsjahr 2023/24 bekräftigte der Bauernpräsident: „In vielen Produktionszweigen gehen wir von starken Gewinnrückgängen aus, das ist leider keine reine Befürchtung mehr.“
Im vorangegangenen Wirtschaftsjahr waren die Unternehmensergebnisse, aus denen unter anderem noch Investitionen zu finanzieren sind, auf ein Rekordniveau gestiegen. Mit Material von dpa