Italien ist ein Land, in dem Essen nicht nur gegessen wird – es wird probiert, diskutiert und mit Leidenschaft analysiert. Und zwar zu jeder Tageszeit. Beim Gemüsehändler. Im Wartezimmer. Auf dem Motorino. Oder am gedeckten Tisch, während man gerade dabei ist, sich die zweite Portion Pasta zu gönnen.
Die klassische Einstiegsfrage, wenn sich zwei Italiener begegnen, lautet daher auch nicht „Wie geht’s?“, sondern: „Hai mangiato?“ – Hast du gegessen? Und das meint nicht nur, ob der Magen voll ist. Es ist eine Geste der Fürsorge. Ein sozialer Gesundheitscheck, wie la-bella-vita.club schreibt: Ein Türöffner in die Welt der kulinarischen Gespräche, die nie enden und nie langweilig werden.
Essen in der Dauerschleife
In Italien ist das Essen immer Thema – selbst während des Essens. Beim Mittagessen wird schon besprochen, was es zum Abend gibt. Beim Abendessen erinnert man sich an das Sonntagsmenü der letzten Woche. Und bevor man den letzten Bissen geschluckt hat, steht oft schon die Diskussion im Raum, ob Nonna Antonietta wirklich recht hatte, als sie sagte, dass in die Soße auf keinen Fall Karotten gehören. (Spoiler: Sie hatte recht.) Vor allem in Süditalien sind diese Tischdebatten ein fester Bestandteil des sozialen Miteinanders. Da wird hitziger über Zwiebeln in der Amatriciana diskutiert als anderswo über politische Programme. Und Pasta al dente ist keine Garmethode, sondern eine Frage der Weltanschauung. Wer noch Ideen für den Urlaub in Italien sucht, kann sich von diesen Zielen in der Toskana, in Apulien und Co. inspirieren lassen.
Essen ist wie eine Religion
Jede Region, jede Familie, jede Straße hat ihre eigene Wahrheit. Der beste Ricotta? Selbstverständlich der von Zio Paolo aus dem Nachbardorf. Das beste Olivenöl? Von der Cousine dritten Grades, deren Bäume nie gespritzt wurden. Und wehe, jemand schlägt vor, Parmesan über eine Fischpasta zu reiben – das kann den Familienfrieden gefährden. Zumindest bis zum Espresso. Passend zum Thema Essen erklärt dieser Artikel den Unterschied zwischen Trattoria, Osteria und Pizzeria.
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Dabei ist das Sprechen über Essen kein Selbstzweck. Es ist ein kulturelles Bindemittel. Ein Gesprächsritual, das Zugehörigkeit schafft. Wer darüber redet, wie der Brotteig gelungen ist oder ob die Auberginen ausreichend gesalzen wurden, teilt das Essen. Denn in Italien ist Essen nie nur ein Gegenstand des Moments – es ist immer auch Erinnerung. An die Kindheit, an den letzten Urlaub, an das Abendessen mit dem Nonno, der darauf bestand, dass man Pasta und Reis auf einem Teller niemals kombinieren darf – aber darüber könnte man diskutieren. Je nach Region gibt es Unterschiede in der italienischen Küche.