Eishackler machen Miese

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Michael Westphal Abteilungsleiter Eishockey TSV Erding. © Krzizok

Defizit beim TSV Erding im vergangenen Jahr – Beiträge steigen

„Ich verspreche euch einen tollen Abend, und es wird tolle Zahlen geben.“ Mit diesen Worten eröffnete Michael Westphal die Jahreshauptversammlung der Eishockeyabteilung des TSV Erding vor einer spärlichen Kulisse im VIP-Raum in der Stadtwerke Erding Arena. Nur rund 30 von 460 Mitgliedern waren dabei.

„Wir sind im Umbruch, wir wechseln in den Profi-Spielbetrieb“, erklärte der Abteilungsleiter. Die Gladiators seien dazu in eine GmbH ausgegliedert worden (wir berichteten), als Geschäftsführer fungiert Michael Schneider. „Der ist rund um die Uhr erreichbar“, meinte Westphal schmunzelnd, ehe er das Wort an Christoph Mosbauer übergab.

Der Schatzmeister der Eishockey-Abteilung berichtete über das abgelaufene Kalenderjahr 2024. Er sagte, dass die Abteilung am 1. Januar 2024 rund 99 700 Euro auf dem Konto hatte, am 31. Dezember 2024 waren es noch etwa 70 500 Euro, was einem Verlust von rund 29 000 Euro entspreche. Man habe 2024 erstmals drei hauptamtliche Nachwuchstrainer unter Vertrag gehabt, was die Kosten natürlich in die Höhe getrieben habe. Aber Mosbauer beruhigte: „Zum 31. Dezember sind natürlich die Playoffs noch nicht eingerechnet, sowie auch ein Teil der Sponsorengelder, die werden erst bei Zahlungseingang verbucht.“

Erneute Erhöhung des Budgets

Danach listete er die größten Posten (in Euro, gerundet) auf. Bei den Einnahmen seien dies Mitgliedsbeiträge (55 600), Spenden (75 500), Eintrittsgelder (300 600), Werbung (301 000), Fanshop (44 700) und Kiosk (215 000). Auf der Ausgabenseite standen Löhne, Steuern, Sozialversicherung (325 200), Busfahrten (54 300), Abgaben (21 400), Schiedsrichter (40 100), Aufwendungen für Sportanlagen (283 900) und Kioskeinkauf (97 500).

„Damit hatten wir 2024 ein Budget von rund 1,2 Millionen Euro“, stellte Mosbauer fest. „Seit 2020 hatten wir immer eine Steigerung.“ Auf Nachfrage erklärte der Schatzmeister, dass die Zuschüsse vom Förderverein in den Spenden enthalten seien. „Zum Beispiel übernimmt der Förderverein einen Anteil bei den Turniergebühren der Nachwuchsmannschaften.“ Die Trikots für den Nachwuchs habe der Förderverein voll über ein Crowdfunding-Projekt finanziert.

Vize-Abteilungsleiter Christian Fragner erklärte, dass die Abteilung die Mitgliedsbeiträge erhöhen und die Aktiven-Umlage anpassen müsse, was die Versammlung ohne Gegenstimme genehmigte. Jugendliche bis zur U15 zahlen jetzt 60 Euro jährlich (bislang 53), bis zur U20 100 Euro (77), und Erwachsene sind jetzt bei 160 Euro (120) Jahresbeitrag. Das sei nicht zuletzt deshalb nötig, weil man mit Thomas Daffner, Florian Zimmermann und Christian Mitternacht drei hauptamtliche Nachwuchstrainer über zwölf Monate beschäftige.

Eltern müssen sich mit Arbeit beteiligen

Die Aktiven-Umlage liegt pro Spieler jetzt zwischen 98 (U7) und 360 Euro (U17 und U20). Sie war seit mehr als fünf Jahren nicht erhöht worden. „Die ganzen Kosten kann die erste Mannschaft nicht reinspielen“, betonte Fragner.

Dazu müssten die Nachwuchseltern außerdem 450 Euro „Kiosk-Umlage“ bezahlen, die sie jedoch mit Kioskdienst abarbeiten könnten. Auf Nachfrage erklärte der Abteilungs-Vize, dass die GmbH in Zukunft den Einkauf für den Kiosk übernehme, der Gewinn aber beim Hauptverein bleibe: „Er dient der Nachwuchsfinanzierung.“

„Die Eltern müssen sich entsprechend beteiligen“, betonte Westphal. „Alles wird hier professioneller, alles kostet Geld, Eishockey ist teuer.“ So müsse die Abteilung rund 100 000 Euro an Eiskosten bezahlen. Zum Vergleich führte Mosbauer den EV Landshut an: „Die bezahlen pro Saison eine Flat in Höhe von 25 000 Euro an die Stadt – 5000 für den Nachwuchs und 20 000 für die Profis.“

Abschließend teilte Westphal mit: „Der Antrag für eine zweite Eisfläche ist bei der Stadt eingereicht und soll im Herbst in die Debatte gehen.“ Bis zu einer Verwirklichung dauere es „bestimmt ein paar Jahre.“­ Und er erklärte: „Wir sind der professionellste Verein im Landkreis und haben eine Strahlkraft weit über die Grenzen hinaus.“

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