Nach Spurensuche in der Geschichte: Historischer Luitpold-Brunnen wird saniert

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Der Luitpold-Brunnen neben der Linde wurde bereits von Efeu und Erde befreit. Weitere Sanierungsmaßnahmen sind geplant © Josef Hatzl

Seit bald 125 Jahren steht der Luitpold-Brunnen in Gotzing. Nun wird er restauriert, damit er pünktlich zum Jubiläum 2026 in neuem Glanz erstrahlt. Das Rätsel seiner Inschrift konnte geknackt werden – dank eines alten Zeitungsartikels.

Gotzing – Marterl sind steinerne Denkmäler der lokalen Geschichte. Oftmals wurden sie zum Gedenken an Verstorbene oder besondere Ereignisse aufgestellt. Josef Hatzl vom Arbeitskreis Marterl aus Weyarn setzt sich mit seinem Team seit über 25 Jahren für den Erhalt der Flurdenkmäler im Landkreis ein. Gegen das Vergessen der steinernen Zeugen brachte Hatzl auch einen Rad- und Wanderführer heraus. Seine Bemühungen zeigen immer wieder, dass Denkmalpflege ein langwieriges Unterfangen sein kann. Eine „Herzensangelegenheit“ begleitet ihn dabei seit Längerem: der Luitpold-Brunnen in Gotzing.

Zum 80. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold von Bayern wurde 1901 nahe dem Wirtshaus Gotzinger Trommel eine Linde gepflanzt. Der Brunnen, so Hatzl, wurde wohl als „Deko-Objekt“ für den damals noch kleinen Baum gestiftet und erhielt folgende Inschrift: „Luitpold-Linde, gepflanzt zur Feier des LXXX (80) Geburtstags SKH des Prinzregenten, am XII. (12.) März MDCCCCI (1901)“.

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Alter Zeitungsartikel löst Rätsel um Inschrift

In den mehr als 120 Jahren, in denen der Brunnen der Witterung ausgesetzt war, verblasste die Gedenkinschrift im Tuffstein fast bis zur Unlesbarkeit. Auch der Brunnentrog war undicht und bedurfte einer Reparatur. Die Inschrift konnte mittels einer Methode mit Licht und Schatten „einigermaßen gut entziffert werden“, sagt Hatzl. Eine eindeutige Bestätigung, ob dies auch richtig gelungen war, fehlte jedoch. Der Arbeitskreis suchte daher nach alten Fotos, auf denen die Schrift auf der Gedenktafel noch gut zu lesen war. Ein Aufruf dazu blieb jedoch ohne Erfolg. Der Durchbruch kam 2024, als ein Zeitungsartikel der Münchner Neusten Nachrichten aus dem Jahr 1901 „die letzte Lücke, die Bestätigung der Daten“, schloss, berichtet Hatzl.

Mit den neuen Informationen suchte Hatzl, der auch dem Förderverein Kultur und Geschichte vorsitzt, heuer das Gespräch mit der Gemeinde Weyarn und den Stadtwerken München, welche die Eigentümer sind. Im Zuge der Sanierung des Gasthauses Gotzinger Trommel wurde auch die Restauration des Brunnens begonnen. Die Gräfliche Brauerei Arco Valley, die das Gasthaus pachtet, beauftragte den Valleyer Bildhauer Tobel. Im September wurde mit den Arbeiten begonnen, bis März 2026 sollen sie abgeschlossen sein. Pünktlich zum 125-jährigen Jubiläum soll der Brunnen dann im alten Glanz erstrahlen.