Der Ort von Kleopatras letzter Ruhestätte ist unbekannt. Ein Team aus Archäologen hat bei der Suche danach jetzt einen versunkenen Hafen entdeckt.
Borg El Arab – Obwohl Kleopatra vor über 2050 Jahren starb, fasziniert sie die Menschen bis heute. Viele Mythen ranken sich um die fähige, ägyptische Herrscherin. Ein bis heute ungelöstes Mysterium ist, wo sich ihre letzte Ruhestätte befindet. Eine Archäologin hat nun jedoch eventuell einen wichtigen Hinweis darauf gefunden. In Ägypren werden immer wieder sensationelle Funde gemacht.
Den Aufzeichnungen von Plutarch zufolge soll Kleopatra zusammen mit ihrem Geliebten und Verbündeten Marcus Antonius in einem Mausoleum in Alexandria beerdigt worden sein. Bis heute wurde jedoch kein Hinweis auf ein solches Grabmal entdeckt. Wurde ihr Grabmal im Laufe der Jahrhunderte irgendwann zerstört? Gut möglich. Die Archäologin Kathleen Martínez hat jedoch eine andere Theorie: die ägyptische Herrscherin wurde an einem ganz anderen Ort zur letzten Ruhe gebettet. Nach diesem sucht sie schon seit Jahren und hat dabei nun einen erstaunlichen Fund gemacht, wie National Geographic berichtet.
Entdeckerin macht auf der Suche nach Kleopatras Grab einzigartigen Fund vor der Küste Ägyptens
Im Fokus von Martínez Suche nach dem Kleopatra-Grab steht derzeit die heute Unterwasser liegende Tempelanlage Taposiris Magna etwa 50 Kilometer westlich von Alexandria. Dort vermutet sie die Grabstätte der Pharaonin. Im Zuge ihrer Forschungen vor Ort entdeckte die Archäologin gemeinsam mit Titanic-Finder Bob Ballard massive Steinstrukturen im Mittelmeer – direkt vor dem Tempel von Taposiris Magna. Wie sich herausstellte, handelt es sich dabei um einen versunkenen Hafen.
In 12 Metern Tiefe stießen die Taucher auf über sechs Meter hohe Steinbauten, Säulen, Anker und sogar polierte Böden. Hunderte von Amphoren aus der Ptolemäerzeit beweisen: Hier florierte zur Zeit Kleopatras ein wichtiger Handelshafen. Bereits 2022 wurde zudem ein 1.300 Meter langer Tunnel entdeckt, der Hafen und Tempel miteinander verbindet.
Archäologin entdeckt großen, versunkenen Hafen – nicht einmal historische Quellen erwähnten ihn
„Nach 2.000 Jahren war noch nie jemand dort. Wir sind die ersten“, so Martínez bei der Entdeckung. Sie glaubt fest daran, dass sich Kleopatras Grab nahe der Tempelanlage befinden muss. „Niemand kann mir sagen, dass Kleopatra nicht in Taposiris Magna ist“, beharrt die Archäologin. „Um das zu sagen, müsste man das gesamte Gebiet ausgraben und sie nicht finden.“
Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer machte den Fund des Hafens offiziell am 18. September publik. In einem Facebook-Beitrag des Ministeriums kommt auch Dr. Mohamed Ismail Khaled, Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer, zu Wort. Er betonte, dass die Entdeckung eines versunkenen Hafens im Bereich des Tempels von Taposiris Magna einen bedeutenden wissenschaftlichen Beitrag zur ägyptischen Meeresarchäologie darstellt – zumal er in antiken Quellen bisher nicht erwähnt wurde. (Quellen: National Geographic, Facebook-Account des ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer) (sp)