CDU-Spitzenkandidat rechnet mit grüner Schulpolitik ab – und warnt vor einem Social-Media-Verbot

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Manuel Hagel will Baden-Württembergs neuer Ministerpräsident werden – und die Bildungspolitik umkrempeln. Für Kinder sei „nichts attraktiver als ein Verbot“.

Stuttgart – Der Wahlkampf in Baden-Württemberg geht in die heiße Phase, am 8. März wird gewählt. Manuel Hagel will Deutschlands jüngster Ministerpräsident werden. In Umfragen liegt seine CDU vorne, doch der Vorsprung auf Cem Özdemir und die Grünen schmilzt. Hagel will besonders bei jungen Menschen besser punkten. Im Interview mit der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media sagte er, dass Erstwähler am schwersten zu überzeugen seien. Gelingen soll es trotzdem, unter anderem mit einer Reform der Bildungspolitik. Auch in Sachen Smartphone.

Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Interview mit den Reportern Moritz Maier und Andreas Schmid.
Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Interview mit den Reportern Moritz Maier und Andreas Schmid. © Jon Lasse Schmitt/Ippen.Media

Hagel beklagt, das grün regierte Baden-Württemberg sei in der Bildungspolitik durch zu viele Experimente im deutschen Vergleich abgerutscht. „Mittlerweile fahren Politiker aus Baden-Württemberg nach Hamburg, um sich funktionierende Bildungspolitik erklären zu lassen. Wir wollen, dass es wieder anders wird“, sagte der CDU-Spitzenkandidat im Gespräch in Stuttgart. Er fordert ein verpflichtendes Kindergartenjahr mit Sprachförderung und die Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung. Damit wären es Lehrerinnen und Lehrer und nicht die Eltern, die entscheiden, auf welche weiterführende Schule ein Kind geht.

Nein zum Social-Media-Verbot, ja zum Smartphone-Bann

Vom Vorschlag des CDU-Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, Social-Media für unter 16-Jährige zu beschränken, hält Hagel „nichts“, wie er sagte. „Weil wir nichts ankündigen sollten, was wir nicht selbst realisieren können. Es ist – wenn überhaupt – eine Frage der Europäischen Union. Außerdem ist für viele Jugendliche doch nichts attraktiver als ein Verbot“, so Hagel. Stattdessen müsse man Kinder für das spätere Leben – mit Social-Media – befähigen und sie nicht davon ausschließen, so sein Argument. „Wir brauchen den richtigen Umgang mit Social Media. Für Baden-Württemberg heißt das: eine mutige Bildungs- und Digitalpolitik, die auf 4K fußt.“

Mit „4K“ meint Hagel: Kreativität, Kommunikation, Kollaboration und kritisches Denken. In diesem Zusammenhang spricht sich der CDU-Politiker dann doch für ein Verbot aus. „Im Klassenzimmer heißt das: keine Smartphones; Hölderlin und Schiller statt TikTok und Instagram.“

Außerdem will Hagel die US-Techgiganten zur Kasse bitten und mit dem Geld die Baden-Württembergische Bildungslandschaft finanziell besser ausstatten: „Wir wollen eine Digitalsteuer für die großen Tech-Konzerne – zehn Prozent auf die Werbeeinnahmen von Tech-Konzernen. Dieses Geld investieren wir in die Zukunft, in die Medien- und Digitalkompetenz unserer Kinder.“

Hagel sprach auch über politische Vorbilder. Der Baden-Württemberger versteht sich gut mit Markus Söder (CSU), wie er auf die Frage nach politischen Mentoren erklärte. „Dieses eine Vorbild gibt es eigentlich nicht. Aber es gibt ein paar Leute, die ich ganz gut finde“, so Hagel. „Ich habe einen engen Draht zu Hendrik Wüst, Daniel Günther oder Markus Söder.“

Mit dem bayerischen Ministerpräsidenten stehe er immer wieder via SMS in Kontakt. „Söder ist mit die Person, die am schnellsten SMS beantwortet“, meinte Hagel – um dann Parallelen zur Altkanzlerin zu ziehen. „Da ist er in einer Liga mit Angela Merkel.“ Auch von Merkel könne er sich einiges abschauen, findet der junge Christdemokrat. „Ich schätze den politischen Ratschlag von Angela Merkel sehr“, sagte er. „Insgesamt lege ich sehr viel Wert auf den Rat von klugen Frauen.“ (Quelle: Eigenes Interview)

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