Heftige Beschwerden über Gardasee-Highlight: „Schlimmster Tag unseres Urlaubs“, „Wie im Horrorfilm“

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Eine Attraktion, die als absolutes Highlight am Gardasee gilt, sieht sich derzeit von einigen Besuchern heftiger Kritik ausgesetzt.

Malcesine - Der Gardasee zählt nach wie vor zu den Lieblings-Urlaubszielen vieler Deutscher. Dolce Vita und ein Gefühl wie am Meer, dabei aber schneller zu erreichen: Die Vorzüge sind klar, wenngleich die Preise momentan vielen die Reise verleiden. Zuletzt hatten ohnehin aufgrund der Unwetter viele Italien-Reisende ziemlich ungemütliche Tage.

Gardasee-Bergbahn auf den Monte Baldo spaltet die Besucher

Zu den absoluten Highlights für Ausflüge am Gardasee zählt die Lift-Fahrt aus Malcesine auf den Monte Baldo. In zwei Abschnitten bringen Gondeln die Menschen auf 1.760 Meter Höhe, wo neben einem traumhaften Ausblick auf den Lago auch gastronomische Angebote warten – und sogar Alpakas. Doch nicht allen blieb der Trip in positiver Erinnerung. In den Rezensionen bei Google Maps sammelten sich zwar in den vergangenen Wochen auch sehr begeisterte Stimmen, und die Durchschnittsbewertung lag am 30. August immer noch bei 4,3 von 5 Sternen. Es finden sich jedoch auch diverse vernichtende Reaktionen und Ein-Sterne-Bewertungen.

Vom Monte Baldo warten traumhafte Ausblicke auf den Gardasee
Vom Monte Baldo warten traumhafte Ausblicke auf den Gardasee. © Daniel Reinhardt/dpa

Nicht alle Kritikpunkte sind plausibel – etwa die zum Preis. Mit 25 Euro bei Online-Buchung pro Person beziehungsweise 27 Euro bei Ticketkauf vor Ort liegt die Bahn in Malcesine durchaus im üblichen oder gar günstigen Bereich für solche Fahrten. Auch für Nebel am Berg, der die erhoffte Aussicht verhindert und ebenfalls moniert wird, kann niemand was – man ist nun mal nicht im Kino, sondern in der Natur. Ganz anders hingegen sieht es bei den Wartezeiten aus. Die Idee „Mal eben spontan hoch auf den Berg“ dürfte sich jedenfalls für viele vor Ort ganz schnell erledigen. Wie auch schon Moderatorin Andrea Grießmann vor einem Jahr erfahren musste.

Gardasee-Besucher berichten von epischen Wartezeiten an Bergbahn

Wer online nichts gebucht hat, stellt sich zunächst in die Ticketschlange. Danach folgt eine weitere Schlange über Serpentinen wie am Flughafen, quer durchs Gebäude in den ersten Stock. Erst dort darf man dann einsteigen in die erste Gondel, deren Kapazitäten natürlich begrenzt sind. An der Mittelstation kann dann erneutes Warten angesagt sein. Und auf dem Weg runter droht dasselbe Spiel. Den natürlich nicht bestätigten Urlauber-Schilderungen zufolge geht‘s hier nicht unbedingt um zehn Minuten, sondern um richtig lange Steherei, die einem den Urlaubstag gehörig vermiesen kann.

Von „anderthalb Stunden Wartezeit“ schrieb eine Besucherin unlängst, von „mehr als zwei Stunden Schlangestehen ohne Klimaanlage, auch drinnen ein Albtraum“ ein anderer. „KOMMEN SIE NICHT HER. Die Wartezeiten sind ein Witz“, rät ein weiterer Besucher eindringlich ab.

Bergstation auf dem Monte Baldo
Die Bergstation auf dem Monte Baldo. © IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER

Ein weiterer schildert: „Wir mussten (auch mit einem bereits gekauften Zeitticket) ca. 1,5 Stunden warten, bis wir dran waren, in die Kabine einzusteigen und ca. 1 Std. 45 min, um zurückzufahren. Für eine Stunde Spaziergang auf Monte Baldo müsste man also mind. 3 Std. 15 Min. Wartezeit vor Ort einprogrammieren (plus natürlich die Anreisezeit nach Malcesine). Ich finde, es gehört sich einfach nicht, so viele Tickets zu verkaufen, wie viele Personen der Betrieb gar nicht fähig ist zu bedienen. Eine Limitierung der Gäste / der verkauften Tickets wäre fair den Gästen gegenüber, falls eine Erhöhung der Kapazität nicht möglich ist. Ich habe in der Schlange kein einziges glückliches Gesicht gesehen.“

„Es war eine wunderschöne Erfahrung“: Blick auf Gardasee beeindruckt viele

Teilweise wird sogar von noch höheren Wartezeiten berichtet. Anderen machte das Schlangestehen hingegen nichts aus, oder aber es blieb ihnen erspart, denn es gibt auch sehr begeisterte Bewertungen wie „Atemberaubend. Von oben genießt man einen bemerkenswerten Blick auf den Gardasee“, „Exzellente Ausblicke, wenn man mal oben ist. Sich drehende Gondel“ oder auch: „Es war eine wunderschöne Erfahrung“.

„Wie in einem Horrorfilm“: Bahnfahrt ist Besucherin nicht gut bekommen

Nicht noch mal kommen wird wohl eine Person, die auf Italienisch mit dem Lift abrechnet: „Wie in einem Horrorfilm“ und „ein wahrer Albtraum“, schreibt sie. Gemeint ist nicht nur die Wartezeit, auch die schwankende Kabine bescherte ihr ein mulmiges Gefühl. Für manchen dürfte es eine besondere Attraktion sein, dass die obere Kabine sich um die eigene Achse dreht und dabei sehr schnell unterwegs ist und gefühlte „Hüpfer“ macht, die von besagter Besucherin aber als beklemmend wahrgenommen wurden.

Eine weitere Person setzt auf Ungarisch zur Generalkritik an. „Wahnsinnige Menschenmassen, endlose Schlangen, weinende Kinder, nervöse und angespannte Erwachsene, unmögliches Parken, überall Stau und schließlich eine dunstige, trübe Sicht auf den See“, heißt es. „Es war der schlimmste Tag unseres Urlaubs, es hat sich nicht gelohnt. Wenn ich es vorher gewusst hätte, hätte ich es mir sicher gespart.“ Dazu gibt es einen von fünf Sternen. Die Bahn auf den Monte Baldo bleibt zwar ein Highlight, wie viele beeindruckende Bilder zeigen. Aber viel Zeit und gute Nerven sind wohl auch unabdingbar. Am Gardasee ist derzeit einiges im Wandel – mehr Gäste aus Deutschland wären wohl willkommen. (lin)

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