Urlauber müssen für Österreichs Autobahnen tiefer in die Tasche greifen. Die ASFINAG erhöht die Mautpreise und führt eine neue Vignette ein.
Wien – Österreich zählt zu den absoluten Lieblings-Reisezielen der Deutschen: Im Sommer locken die Alpen mit Wanderwegen und kristallklaren Bergseen, im Winter verwandeln sich die Pisten in Tirol und Salzburg in Eldorados für Wintersportler. Das Nachbarland ist mit dem Auto bequem zu erreichen und bietet für jeden Geschmack das passende Urlaubserlebnis.
Die meisten deutschen Urlauber fahren mit dem eigenen Pkw nach Österreich. Doch 2026 wird diese gewohnte Anreise teurer: Die österreichische Autobahngesellschaft ASFINAG hat ihre Mautpreise angehoben und gleichzeitig grundlegende Änderungen am Vignetten-System vorgenommen, die deutsche Autofahrer direkt betreffen.
Vignettenpreise steigen: Einheimische und Urlauber müssen mehr Geld für Autobahnnutzung bezahlen
Die neuen Vignetten-Tarife folgen der gesetzlich vorgeschriebenen Anpassung an den harmonisierten Verbraucherpreisindex und steigen um 2,9 Prozent, wie die Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) mitteilt. Sie begründet die Erhöhung mit gestiegenen Kosten für Betrieb, Instandhaltung und den Ausbau des hochrangigen Straßennetzes.
Die Jahresvignette für Pkw kostet nun 106,80 Euro statt bisher 103,80 Euro. Auch die bei deutschen Urlaubern beliebten Kurzzeitvignetten werden teurer: Die Zehn-Tages-Vignette steigt von 12,40 auf 12,80 Euro, die Zwei-Monats-Variante von 31,10 auf 32,00 Euro. Bei zwei Zehn-Tages-Vignetten pro Jahr zahlen Urlauber 25,60 Euro statt 24,80 Euro. Die Jahresvignette lohnt sich bereits ab dem dritten Urlaub.
Eine Neuerung könnte besonders für deutsche Transitreisende interessant werden: Die ASFINAG führt 2026 erstmals eine digitale Ein-Tages-Vignette für 9,60 Euro ein. Für deutsche Urlauber, die beispielsweise nur die Tauern-Autobahn für die Fahrt nach Italien nutzen, kann dies eine kostengünstige Alternative zur Zehn-Tages-Vignette darstellen. Auch die Preise für die Ortstaxen sind gestiegen.
Letzte Klebevignette in Feuerrot markiert historischen Wendepunkt der österreichischen Mautgeschichte
Die Vignette 2026 erscheint in symbolträchtigem Feuerrot und trägt eine besondere Bedeutung: Sie ist die allerletzte Klebevignette in der Geschichte der österreichischen Maut. Seit 1997 gehört das Aufkleben des Pickerls zum festen Ritual deutscher Österreich-Urlauber, doch ab dem 1. Februar 2027 verschwindet die Klebevariante endgültig zugunsten der digitalen Version. Bereits heute entscheiden sich über 75 Prozent aller Käufer für die digitale Vignette, so die ASFINAG.
Für alle, die sie noch nicht gekauft haben, gibt es Entwarnung: „Es muss niemand Berührungsängste vor dem Kauf der digitalen Vignette haben – wir gewährleisten durch ein umfassendes Vertriebssystem, dass jede und jeder rechtzeitig die digitale Variante ab 2027 kaufen kann“, erklärt Vorstand Herbert Kasser in einer Pressemeldung. Der deutsche ADAC bietet die österreichische Vignette weiterhin an seinen Geschäftsstellen an, sodass deutsche Autofahrer auch ohne Internetkauf zu ihrer Mautberechtigung kommen.
Ausnahmeregeln greifen weiter – bei Missachtung droht ein Bußgeld und ein Strafverfahren
Auch 2026 sind nicht alle österreichischen Autobahnabschnitte vignettenpflichtig. Seit Dezember 2019 können laut dem ADAC vier Strecken ohne Pickerl befahren werden:
- A1 Westautobahn: Grenzübergang Walserberg bis Salzburg-Nord (Land Salzburg)
- A12 Inntalautobahn: Grenzübergang Kiefersfelden bis Kufstein-Süd (Tirol)
- A14: Grenzübergang Hörbranz bis Hohenems (Vorarlberg)
- A26: Linzer Autobahn – derzeit noch im Bau (Oberösterreich).
Die Kontrolle der für alle anderen Autobahnen erforderlichen digitalen Vignetten erfolgt über ein öffentliches Online-Register, in dem alle gültigen Vignetten registriert sind. Wer ohne Vignette erwischt wird, erhält eine Zahlungsaufforderung für eine Ersatzmaut in Höhe von 120 Euro. Wird diese nicht fristgerecht bezahlt, droht laut ÖAMTC ein Verwaltungsstrafverfahren mit Bußgeldern zwischen 300 und 3.000 Euro. Auch in anderen europäischen Ländern gilt die Vignetten-Pflicht. (Quellen: ASFINAG, ADAC, ÖAMTC) (jaka)
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