Bekommt Schwabbruck eine Bürgermeisterin? Einzige Gemeinderätin kündigt Kandidatur an

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Silvia Richter ist Bürgermeisterkandidatin. © Elena Benedikt

Seit 2020 sitzt Silvia Richter im Gemeinderat. Nun kandidiert sie für das Bürgermeisteramt. Weil es in Schwabbruck nur eine Gruppierung, die Dorfliste, gibt, dürfte es nicht nur bei der Wahl im März 2026, sondern bereits im November spannend werden.

Schwabbruck – Eine „richtig Eingeborene“ sei sie, sagt Silvia Richter und lacht. Sie habe schon immer in Schwabbruck gewohnt und „möchte auch nicht weg“. Seit der letzten Wahl 2020 sitzt die 56-Jährige (als einzige Frau) im Gemeinderat, ist dort Jugendbeauftragte und engagiert sich darüber hinaus seit langem in verschiedenen Vereinen, etwa im Gartenbauverein oder bei der Einteilung der Busaufsicht. 2026 will sie Bürgermeisterin werden.

Bevor sie sich für die Kandidatur entschied, habe sie aber „genau überlegt“. Darüber, was das Amt alles mit sich bringt, und ob sie es sich zutraut. „Man muss gut abwägen“, sagt sie. Was die Zukunft bringe, was die Regierung mache und was in der Welt passiert  – „es wird nicht leichter“, meint Richter. Aber sie will sich dem ganzen stellen.

Silvia Richter ist verheiratet, hat drei Kinder sowie zwei Enkelkinder und arbeitet im Familienbetrieb, einem metallverarbeitenden Unternehmen, als „Frau für alles“, erzählt sie. Zwölf Stunden betrage ihre Wochenarbeitszeit, somit hätte sie genug Raum, für das Bürgermeisteramt, das in Schwabbruck ehrenamtlich geführt wird.

Der Zusammenhalt im Dorf sei ihr ganz wichtig. Und dass man im Gemeinderat gut zusammenarbeite, solle so bleiben, wünscht sie sich. Jeder könne seine Meinung sagen und dazu stehen. Parteiengeplänkel, dass eine Gruppierung also aus Prinzip anders abstimme, als die andere, gebe es nicht und habe in Schwabbruck auch nichts verloren, sagt sie.

Dass es in Schwabbruck nur die Dorfliste gibt, bringt für die anstehende Kommunalwahl allerdings eine Besonderheit mit sich: Denn die Gruppierung kann nur einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen schicken. Da bei der diesjährigen Bürgerversammlung auch Siegfried Seelos seine Absicht erklärte, Bürgermeister zu werden, wird bei der Aufstellungsversammlung im November entschieden, wer – Seelos, Richter oder vielleicht auch noch ein weiterer Kandidat – für die Dorfliste antritt.

Aufstellung im November

Für unterlegene Bewerber bedeutet das nicht das Aus – allerdings etwas Arbeit, falls sie dennoch weiter für das Bürgermeisteramt kandidieren wollen. Für eine eigene Liste müssten sie im Ort Unterschriften sammeln, um zur Wahl zugelassen zu werden.

Für Silvia Richter stehe in jedem Fall fest, dass sie sich weiter engagieren möchte. Am liebsten als Bürgermeisterin, sollte das aber nicht klappen, auch gerne weiter im Gemeinderat. „Ich mach‘s trotzdem für meinen Ort.“

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