Am vergangenen Montag soll es einen Drohnenangriff auf die Präsidentenresidenz von Wladimir Putin gegeben haben. Das behauptet Juri Uschakow, der außenpolitische Sprecher des Kreml-Herrschers. Der Angriff soll allerdings vereitelt worden sein. Laut russischen Medien galt der ukrainische Drohnenangriff Putins Waldai-Residenz, die auf halber Strecke zwischen Moskau und St. Petersburg im Gebiet Nowgorod liegt. Über die pompöse Anlage ist nur wenig bekannt.
Recherchen zu Putins privatem Anwesen
FBK, die Organisation des getöteten Kreml-Kritikers Alexander Nawalny, konnte dennoch Informationen über das Refugium des Diktators sammeln. Den Recherchen aus 2021 zufolge umfasst das Areal rund 250 Hektar. Der Staat registriert 150 Hektar auf die Russische Föderation und überlässt das Gelände dauerhaft dem Präsidialschutz FSO. Den übrigen Teil trägt das Register auf die Firma "Prime LLC" ein. Laut Recherche kontrolliert Putins langjähriger Vertrauter Juri Kowaltschuk diese Firma, die den privaten Teil der Anlage an die Präsidialverwaltung vermietet.
Architektur und Luxusausstattung
"Prime" pachtet rund 80 Gebäude auf dem Gelände und verdient laut eigenen Abschlüssen in zehn Jahren 2,7 Milliarden Rubel an dieser Vermietung. Bei Putins Anwesen handelt sich um ein vierstöckiges Haupthaus mit 3500 Quadratmetern, einen chinesischen Pavillon, eine russische Hütte, Bäder, Sauna, Stall, Golfplatz, Spielplatz mit Rutschen, ein VIP-Restaurant mit Kino, Bowlingbahn, Billardraum, Mini-Casino und eine eigene St.-Wladimir-Kirche.
Unweit des Haupthauses erhebt sich laut den Bauplänen ein noch größerer Spa-Komplex mit fast 7000 Quadratmetern Fläche und zwei Untergeschossen. Die Pläne zeigen Solarium, mehrere Becken, Kryokammern, Zahnmedizin, Kosmetikräume, Schlammtherapie, Lymphdrainage, ein 25-Meter-Becken und separate Massageräume. Darüber liegen ein Schlafzimmer, ein 200 Meter langer Flur, ein 500-Quadratmeter-Wohnzimmer, ein Servicezimmer, ein Speise-Aufzug und ein Aquarium mit 13 Quadratmetern. Im Untergeschoss liegen Personal- und Technikräume, unter anderem für ein Salzbecken, die medizinischen Anwendungen und die geschützte Kommunikation.
300 Millionen Rubel pro Jahr für Betrieb und Miete
Die Recherche hebt hervor, dass der Staat nur die Hälfte des Bodens hält, nicht jedoch die zentralen Bauten. Den übrigen Teil kontrolliert Juri Kowaltschuk. Die Autoren rechnen mit rund 300 Millionen Rubel pro Jahr für Betrieb und Miete und schreiben, diese Summen sicherten Putin einen Rückzugsort "in der Schwerelosigkeit" und Platz für private Konzerte. Open Media berichtete 2018, dass Kowaltschuk und seine Familie rund 460 Hektar Wälder und Felder um das Areal erwerben und die Firma "Prime" eine Wasserleitung baut und als Eigentum einträgt.