Zehn Jahre Migrationsberatung beim BRK Landsberg

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Reger Austausch: DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt (Mitte) mit Marianne Asam (ehem. Leiterin Soziale Dienste), Margit Horner-Spindler (stellv. Landrätin), BRK-Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner und Sozialarbeiterin Bianca Dittrich. © Osman

Der BRK-Kreisverband Landsberg ist einer von bayernweit wenigen, die sich in der Flüchtlings- und Migrationsberatung engagieren – und das seit zehn Jahren.

Landsberg – Aus Anlass des Jubiläums konnte Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner hohen Besuch im Vroni-Döring-Haus begrüßen. Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, traf sich zum Austausch mit haupt- und ehrenamtlichen BRK-Mitarbeitern.

Zehn Jahre Migrationsberatung beim BRK Landsberg - Erste Ansätze

Tatsächlich reicht der Beginn der Flüchtlingsarbeit sogar noch weiter zurück, wie Marianne Asam, ehemalige Leiterin der Sozialen Dienste des BRK Landsberg, berichtete. Bereits 2012 gab es erste Einsätze zur Unterstützung von damals etwa 130 Asylbewerbern, die in Erpfting und Kaufering untergebracht waren. Doch der offizielle Startschuss fiel 2014. Damals erhielt das BRK vom Landkreis den Auftrag, Strukturen in der Flüchtlingsarbeit aufzubauen. Eine Beratungsstelle wurde eröffnet, die erste Sozialarbeiterin für Asylsozialarbeit eingestellt. Zwei Jahre später war die Zahl bereits deutlich gewachsen - auf 4,25 Vollzeitstellen in der Asylsozialberatung sowie zwölf im Außendienst. Die Zahl der Flüchtlingsunterkünfte in Stadt und Landkreis war auf 93 gestiegen.

Heute leben 2845 Geflüchtete in 162 dezentralen Unterkünften im Landkreis, zu fast 60 Prozent kommen sie aus der Ukraine. Die hauptamtlichen Kräfte müssen eine massiven Arbeitsanstieg bewältigen. „Die Stellenanteile Sozialpädagoge pro Flüchtling sind zu gering – die Qualität der Arbeit geht in der Masse der Aufgaben unter“, so Asam.

Dass Integration das Ziel sämtlicher Migrations- und Flüchtlingsarbeit sein müsse, unterstrich Gerda Hasselfeldt. Und da sei es nicht hilfreich, dass die entsprechenden Gelder im Bundeshaushalt jeweils nur von Jahr zu Jahr bewilligt und nicht adäquat an den Bedarf angepasst würden. Ein weiteres Problem ist auch in der Migrationsberatung der Fachkräftemangel, wie Andreas Lehner sagte. Er bedauerte, dass interessierte Quereinsteiger oft an den vorgeschriebenen Qualifikationen scheitern würden. Stark zurückgegangen ist seit den Anfängen die Zahl der Ehrenamtlichen – zum Teil aus Altersgründen, zum Teil, weil nach vielen Jahren des Engagements „die Luft raus ist“, wie stellvertretende Landrätin Margit Horner-Spindler feststellte. Gebraucht werden freiwillige Helfer nach wie vor dringend.

Wichtig war allen Beteiligten jedoch, trotz aller Probleme die Erfolgsgeschichten nicht zu vergessen. So wie die des aus Afghanistan stammenden Ali Rezayi, der ohne eine Wort Deutsch zu können hier ankam und heute im ambulanten Pflegedienst des BRK arbeitet.

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