Was für ein Jahr beim BRK Landsberg. Der Kreisverband kann auf einige wenige Tiefen, aber dafür umso mehr Höhen zurückblicken. Die Fakten präsentierte Kreisgeschäftsführer Andreas Lehner auf einer Pressekonferenz.
Landkreis - Das BRK hatte im letzten Jahr 1.375 Helfer. Davon sind 896 in der Wasserwacht tätig, 192 in der Bereitschaft und 206 Ehrenamtler in den Bereichen Wohlfahrt und Soziales. Bei den hauptamtlichen Mitarbeitern gab es einen leichten Anstieg auf 451. Davon sind 21 Azubis, „so viele wie noch nie“, so Lehner. Hier konnte sich das BRK über vier neue Anwärter freuen. Sie arbeiten in den Bereichen Kita (11), Rettungsdienst (9) und Pflegedienst (1). Die meisten hauptamtlichen Kräfte arbeiten in den Kindertagesstätten des BRK (259) und im Rettungsdienst (64). Zum Jahreswechsel hatte das BRK 10.340 Fördermitglieder.
Jahresrückblick des BRK Landsberg - Teilzeit-Trend auch bei jungen Frauen
Unter den BRK-Aktiven sind 81 Prozent Frauen und 19 Prozent Männer, erklärt Lehner. Während man im Rettungsdienst nahezu die ‚50-50-Quote‘ erreicht habe, sind die Kita-Mitarbeiter immer noch zum größten Teil weiblich. Der hohe Frauenanteil hat auch zur Folge, dass 52 Prozent der Angestellten in Teilzeit arbeiten. Wobei die vielen Teilzeit-stellen nicht ausschließlich durch (junge) Mütter zu begründen seien, wie Lehner erklärt. Den „Teilzeit-Trend“ beanspruchen mittlerweile auch viele junge Frauen ohne Kinder für sich.
Im vergangenen Jahr fuhr das BRK im Landkreis 15.988 Einsätze, knapp 1.500 weniger, als im Vorjahr. Das liege nicht zuletzt an Corona, weswegen die Einsatzzahlen in 2022 einen Rekord aufstellten. Jetzt habe man wieder den Einsatz-Stand, wie vor der Pandemie. Trotzdem entsprechen die zurückgelegten Kilometer der BRK-Fahrzeuge über 14 Erdumrundungen. Diese setzen sich aus fünf Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeugen, drei Krankentransportwagen (RTW) und einem Einsatzleiter Rettungsdienst-Fahrzeug zusammen. Als Ersatzfahrzeuge und zur Spitzenabdeckung gibt es fünf weitere RTW, wovon drei komplett eigenfinanziert sind. „Normalerweise zahlen die Krankenkassen die Rettungswagen“, so Lehner. Nachdem die vorhandenen aber nicht ausreichen, kaufte das BRK die drei RTW aus eigener Tasche und mit Spenden. Der für das BRK neueste RTW (Foto) wurde gebraucht gekauft und kostete über 100.000 Euro. Neu hätte er rund das Doppelte gekostet.
Das BRK Landsberg ist einer der größten Träger der Kindertageseinrichtungen im Landkreis. In neun Gemeinden gibt es 13 Einrichtungen und drei Mittagsbetreuungen. Insgesamt betreute das BRK letztes Jahr 1.197 Kinder im Alter von null bis elf Jahren – „so viele, wie noch nie.“
Nach Zahlen und Fakten über die ambulante und die Tagespflege, sowie die Servicedienste, Soziales und Erste-Hilfe-Kurse, freute sich Lehner über die hohe Aktivität im Jugendrotkreuz. „Die rennen uns die Bude ein“, meint er und erzählt von sechs aktiven Jugendgruppen, rund 65 aktiven Jugendrotkreuzlern, die rund 14.300 Stunden ehrenamtlich leisteten – Grund zur Freude beim Kreisverband.
Sorgen mache dem BRK hingegen die hohe Fluktuation der Patienten und Klienten. Denn vor allem in der Pflege und bei den Servicediensten wechseln sie öfter und schneller. Der hohe Aufwand für beispielsweise Anmeldung und Eingewöhnung bleibe aber, er müsse jetzt aber in kürzeren Abständen geleistet werden, was zu einem erhöhten administrativem Aufwand bei gleichbleibenden oder sinkenden Erträgen führe.
Den Herausforderungen in den kommenden Jahren stehen aber auch viele schöne Momente im letzten und in diesem Jahr gegenüber. Neben Highlights des vergangenen Jahres, wie der Eröffnung der Kita im Reischer Talweg oder dem Sanitätsdienst beim Ruethenfest, blickte Lehner auch auf die nächsten Monate. So finden dieses Jahr beispielsweise die Jubiläen der Kleiderläden statt oder das zehnjährige Jubiläum der Flüchtlings- und Migrationsarbeit.