Die Parkverbotszonen in der Gemeinde Finsing stoßen nicht bei allen Anliegern auf Begeisterung. Aber sie wirken.
Die Gemeinde Finsing hat fast im ganzen Gemeindegebiet Parkverbotszonen eingerichtet. „Nicht, weil wir die Leute gängeln wollen, sondern weil wir extreme Probleme hatten mit den Rettungsdiensten und Feuerwehren“, berichtete Bürgermeister Max Kressirer (WGE) in der Bürgerversammlung im Gasthof Faltermaier in Eicherloh und betonte: „Wir haben es uns nicht leicht gemacht. Aber ich glaube, wir haben es ganz gut hinbekommen. Und mittlerweile wird das Ganze auch angenommen“, meinte er.
Das sah zumindest ein Bürger anders. Er sprach das Parken vor allem im Zentrum Neufinsings an. Ihn störte die Entwicklung der vergangenen ein, zwei Jahre, „seit die Gemeinde meint, dass sie das Parken im öffentlichen Raum so weit regeln muss, dass da gar keiner mehr parken kann“.
Parkdruck über drei Wochen beobachtet
Es möge neuralgische Punkte geben, an denen Müllabfuhr oder Feuerwehr nicht durchfahren konnten. Hier einzugreifen, „ist auch in Ordnung, das sieht jeder ein“. Aber generell ein ganzes Gebiet – konkret nannte er Ahornweg, Ulmenring und Kastanienweg – so weit mit markierten Parkflächen zu regulieren, dass nur noch wenige Autos dort parken können, sei eine andere Sache. „Aus meiner Sicht gab es hier vorher kaum ein Problem. Im Großen und Ganzen hat es für die Anwohner gepasst“, sagte der Bürger.
Er mutmaßte, dass vom Gemeinderat wohl kaum einer dort wohne. Für die Räte „ist die neue Regelung scheinbar in Ordnung, weil sie diese persönlichen Probleme nicht haben, keine Kinder mit eigenen Autos haben. Aber für die meisten Anwohner ist das momentan ein Problem“, sagte er über die Parkverbotszonen in den Wohngebieten.
Es gebe dort nämlich einen regelrechten „Parktourismus“. Die Leute kämen von irgendwoher und stellten dann tage- oder wochenlang ihre Autos ab, sodass für die Anwohner kein Platz mehr bleibe. Der Bürger bat den Gemeinderat, noch einmal zu überlegen, „ob das wirklich der richtige Weg ist, ob der Aufwand wirklich nötig war, ob nicht einseitige Halteverbotszonen besser gewesen wären“.
Ähnlich kritisch sah der Mann die Regelung am Rathaus, wo man für maximal vier Stunden parken darf. Warum könnten Anwohner dort nicht über Nacht parken? Oder am Kindergarten, wo die Stellflächen für die Putzkolonne morgens und Sitzungen des Elternbeirats abends freigehalten werden müssten. „Da sehe ich niemanden, die Parkflächen sind frei“, sagte der Anwohner. Leere Flächen gebe es auch am Vereinsheim. Er verstehe, dass man keine Wohnmobile und Lastwagen als Dauerparker haben will. „Aber mit diesen Maßnahmen trefft ihr die Anwohner, die seit 20 Jahren dort wohnen und nie Probleme hatten.“
Das ließ Bürgermeister Kressirer so nicht stehen: „Wir haben es uns im Gemeinderat damit nicht leicht gemacht, wir haben uns intensiv damit beschäftigt.“ Die Gemeinde habe sich über drei Wochen den Parkdruck angeschaut, morgens, mittags und abends, von Montag bis Sonntag. „Und aufgrund dessen, was wir an Stellflächen gezählt haben, haben wir entsprechend markierte Plätze geschaffen“, so Kressirer, der auch betonte: „Jeder soll sich selber Gedanken machen, dass er seine Autos irgendwo unterbringt.“
Die Parkverbotszonen seien eine Mehrheitsentscheidung im Gemeinderat gewesen. „Wir können uns gern noch einmal damit auseinandersetzen“, sagte Kressirer, aber es habe bisher nur „sehr, sehr wenige Beschwerden“ der Bürger gegeben: „Es funktioniert relativ gut.“
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Zum Parkplatz am Rathaus sagte er, dass dort jeder für 30 Euro im Monat einen Platz mieten könne. Einen solchen herzustellen, koste rund 16 000 Euro für die Grundstücksfläche plus die Kosten für den Bau. Das einfach so zur Verfügung zu stellen, wolle der Gemeinderat nicht.