Pinguine in Grönland: Weißes Haus blamiert sich mit KI-Trump-Bild

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Trump in Grönland: Weißes Haus leistet sich bei KI-Bild peinlichen Fehler – auch Dänemark spottet

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Ein KI-Bild aus dem Weißen Haus sorgt für Gelächter. Der Clip trifft einen wunden Punkt in der Grönland-Debatte – und heizt sie neu an.

Washington, D.C. – Es sollte vermutlich ein zugespitztes Symbol für Trumps Grönland-Kurs sein, wurde aber binnen Stunden zum Bumerang. Das Weiße Haus veröffentlichte am Freitag (23. Januar) über seinen offiziellen X-Account ein KI-generiertes Motiv, das Donald Trump in einer Eislandschaft zeigt, auf grönländische Symbolik zugehend. An seiner Seite: ein Pinguin, der eine US-Flagge trägt. Der Post entfaltete sofort eine Eigendynamik, weil er einen simplen geografischen Fehler in die Welt setzte – und damit die politische Botschaft konterkarierte.

Ein vom Weißen Haus auf X veröffentlichtes KI-Bild zeigt US-Präsident Donald Trump in einer Eislandschaft an der Seite eines Pinguins mit US-Flagge. Das Motiv sorgte international für Spott, da Pinguine nicht in Grönland leben und der Post inmitten der Debatte über Trumps Grönland-Ambitionen als peinlicher Fehlgriff gewertet wird. © Foto links: X (Screenshot)/@WhiteHouse | Foto rechts: IMAGO / Poolfoto

Der zentrale Haken: Pinguine leben nicht in Grönland. Genau dieser Umstand machte das Bild in sozialen Netzwerken zum Spottobjekt und ließ die Aktion wie eine schlampige PR-Nummer wirken. Die Bildunterschrift des Weißen Hauses – „Embrace the penguin“ –, auf Deutsch: „Umarme den Pinguin“. Die Daily Beast beschreibt das Bild als „absurde“ Inszenierung und spottet sogar über Details wie identische Fußspuren von Trump und Pinguin.

„Umarmt den Pinguin“: Weißes Haus blamiert sich mit Trump-Grönland-Bild

Die Häme blieb nicht auf anonyme Memes beschränkt. Der frühere kanadische Verteidigungsminister Jason Kenney schrieb laut Mediaite, Trump habe in Davos „Island und Grönland mehrfach verwechselt“, und nun verwechsele sein Team „die Antarktis mit Grönland“. Auf Deutsch: Der mächtigste Staat der Welt werde „wie eine Clownshow“ geführt. Auch der konservative dänische Abgeordnete Rasmus Jarlov fasste die Pointe in einem Satz zusammen: „Die Botschaft aus dem Weißen Hausist klar: Trump gehört genauso nach Grönland wie Pinguine.“

Selbst konservative Stimmen in den USA griffen den Patzer auf. Mediaite zitiert den Kommentator Erick Erickson mit den Worten, man „müsse“ dann wohl die Antarktis „invasieren“, weil es in Grönland keine Pinguine gebe. Die Episode wirkt deshalb nicht nur peinlich, sondern auch politisch aufgeladen: Sie fällt in eine Phase, in der Trump das Thema Grönland beim Weltwirtschaftsforum in Davos wieder auf die Agenda gesetzt hatte.

Trumps Grönland-Rhetorik aus Davos: „Ein Stück Eis“ als Machtformel

In Davos begründete Trump seinen Vorstoß erneut mit „nationaler“ und „internationaler“ Sicherheit. In seiner Rede verlangte er Verhandlungen über den „Erwerb“ Grönlands und beschrieb den Inselstaat als strategisch ungesichert. „Wir wollen ein Stück Eis zum Schutz der Welt“, erklärte der US-Präsident. Solche Sätze wirken in Europa freilich wie eine Mischung aus Drohung und Besitzanspruch – und lassen jede symbolische Provokation, wie das Pinguin-Bild, noch schwerer wiegen.

Parallel dazu betonte Trump allerdings auch, er wolle „keine Gewalt“ einsetzen. Dieser Satz wird in der internationalen Debatte als Deeskalation gelesen, löst aber das Grundproblem nicht: Dänemark und Grönland lehnen jede Souveränitätsverschiebung ab, während Trump rhetorisch immer wieder bei „Eigentum“ und „Titel“ landet, konstatiert Foreign Policy.

Kompromisse in der Trump-Grönland-Frage? 1951-Abkommen und NATO-Ideen

Dass die USA in Grönland bereits militärisch präsent sind, ist keine neue Entwicklung. Grundlage ist ein Verteidigungsabkommen zwischen den USA und Dänemark aus dem Jahr 1951, das amerikanischen Streitkräften weitreichende Möglichkeiten in Grönland einräumt und in der aktuellen Debatte als Ansatzpunkt für mehr Zusammenarbeit gilt. Der Kontext ist entscheidend: Wenn es um „mehr Präsenz“ geht, existieren rechtliche und operative Strukturen bereits – die politische Streitfrage beginnt dort, wo aus Präsenz ein Souveränitätsanspruch werden könnte.

Über mögliche Kompromisslinien berichtet die New York Times: Diskutiert werde demnach unter anderem eine neue NATO-Mission in der Arktis, eine Aktualisierung des 1951-Pakts sowie die Idee „souveräner“ Basisflächen nach dem Vorbild britischer Basen auf Zypern.

Gleichzeitig markiert Grönland eine rote Linie. Euronews zitiert die grönländische Politikerin Tillie Martinussen mit einem Dank an europäische Unterstützer: „Wir sind sehr, sehr glücklich mit der Europäischen Union, so wie sie jetzt ist.“ Und sie beschreibt Trumps Auftreten als „sehr verwirrend“ – unter anderem, weil er in seinen Aussagen auch „Island“ erwähnt habe.

Trump schielt auf Grönland: Warum der Pinguin mehr ist als ein Witz

In dieser Gemengelage wirkt das KI-Motiv wie ein weiterer Baustein einer bewusst digitalen Kampagne. Die Economic Times ordnet den Post als Versuch ein, die Grönland-Botschaft der Regierung über Bilder und Memes im öffentlichen Diskurs zu halten.

Der Pinguin wird dennoch zur unfreiwilligen Chiffre: Er steht sichtbar „am falschen Ort“ – und spiegelt so die Kernkritik vieler europäischer Stimmen wider, dass US-Forderungen nach „Übernahme“ oder „Eigentum“ an Grönland politisch fehladressiert seien. Was als ironischer Slogan gedacht war, endet als Lehrstück darüber, wie empfindlich die Debatte ist: In der Arktis ist Symbolik längst Teil der Machtfrage. (Quellen: Mediaite.com, The Daily Beast, Foreign Policy, The New York Times, Euronews, The Economic Times) (chnnn)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/pinguine-in-groenland-weisses-haus-blamiert-sich-mit-trump-bild-94138224.html