Feuerwehren stehen unter Schock – Zwei Kameraden sterben binnen weniger Tage

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Im hessischen Densberg ereignet sich eine doppelte Tragödie, die die Gemeinde und die Feuerwehr tief erschüttert. Zwei Feuerwehrmänner binnen weniger Tage.

Densberg – Der Schock sitzt tief in Densberg: Zwei Feuerwehrmänner starben Ende vergangener Woche. Ein 56-Jähriger brach Donnerstagabend am Rande eines Einsatzes zusammen. Die Rettungskette setzte nur Sekunden später ein, Fachleute versorgten den Mann, reanimierten ihn, brachten ihn ins Krankenhaus – wo er am Freitag starb.

Kaum dass diese Nachricht die Densberger und viele Feuerwehrleute aus der Umgebung erschüttert hatte, kam die zweite Hiobsbotschaft hinzu: Auch der Eigentümer der Scheune, in der es gebrannt hatte, ist tot. Er wurde am Samstag leblos aufgefunden.

Tragödie in Densberg: „Einen solch tragischen Fall hat es noch nicht gegeben“

Der Landesfeuerwehrverband Hessen schreibt beim Sozialen Netzwerk Facebook: „Zwei von uns: Ein tragischer Verlust erschüttert die hessischen Feuerwehren (...) Die Gedanken des Landesfeuerwehrverbandes Hessen sind in dieser schweren Zeit bei den Familien sowie den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Densberg.“

Hunderte Menschen lasen den Beitrag, viele teilten ihn, schrieben Beiträge, drücken damit ihre Erschütterung aus. Die teilt auch Christian Rinnert, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Fritzlar-Homberg. Die Verstorbenen seien tief in der Feuerwehr und im Vereinsleben verankert und engagiert gewesen: „Einen solch tragischen Fall hat es noch nicht gegeben.“

Bei einem Einsatz in Jesberg am Donnerstagabend erlitt ein Feuerwehrmann einen medizinischen Notfall und starb einen Tag später: Die Densberger müssen noch einen weiteren Schock verkraften. Der Eigentümer der Scheune, in der es brannte, starb am Samstag. Auch er war Feuerwehrmann. © Mark Pudenz

Jesbergs Gemeindebrandinspektor Maik Schultz bestätigt das: „Der ganze Ort steht unter Schock“, sagt er und verweist auf den hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad der Männer, die beide 56 Jahre alt waren, beide der Wehr seit 1975 angehörten, beide fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft gewesen seien. Nun sind sie einen beziehungsweise zwei Tage nach dem Scheunenbrand gestorben. Zwei getrennte Ereignisse, die aber für viele gedanklich immer miteinander verbunden bleiben werden.

Der Einsatz am Donnerstagabend sei tadellos gelaufen, sagt Maik Schultz – bis zu dem Augenblick, in dem der 56-Jährige zusammenbrach. „Die Rettungskette startete nach wenigen Sekunden, es waren sofort Fachkräfte an seiner Seite. Eine bessere Versorgung war gar nicht möglich – und doch hat es nicht gereicht.“

In diesen schweren Tagen zeigen sich die große Unterstützung von Landkreis und Gemeinde und der große Zusammenhalt der Feuerwehrfamilie. Die Densberger Feuerwehr sei vorerst aus der Alarmierungskette genommen worden, um sie zu schützen. „Es ist eine ganz traurige und außergewöhnliche Zeit, die wir zusammen durchstehen,“ sagt Gemeindebrandinspektor Schultz.

Notfallseelsorge betreute die Feuerwehrleute

Einen Beitrag dazu leistete auch die Notfallseelsorge des Kirchenkreises, die die Feuerwehrleute betreute. Dekan Christian Wachter sieht sie als wichtiges Angebot, um Beistand in Ausnahmesituationen zu leisten. „Man braucht in solchen Situationen, in denen der Schock tief sitzt, eine seelische Stärkung und emotionale Unterstützung“, ist Wachter überzeugt. Niemand solle allein mit dem Erlebten bleiben. Jeder soll die Chance bekommen, in einem geschützten Raum – die Seelsorger stehen unter Schweigepflicht – die hochemotionale Situation zu verarbeiten.

Es wird aber wohl noch lange dauern, bis die Densberger und die Feuerwehrleute aus der Region den mit gleich zwei Todesopfern verbundenen Einsatz verarbeitet haben. Ungezählte Feuerwehrleute aus dem ganzen Land kondolieren ihren Kameraden im Internet. Sie wissen genau: Was jetzt bleibt, sind vor allem Schmerz und Trauer. (Claudia Brandau)

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