„So zugeklebt, dass man nichts mehr erkennt“ – Lästiger Trend lässt Dorf Alarm schlagen

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Auch an der Hauptstraße in Hohenpeißenberg sind beklebte Verkehrsschilder ein Ärgernis. © DP-Pictures

Dass Verkehrsschilder oder Laternenmasten mit Aufklebern zugekleistert oder mit Farbe besprüht werden, ist ein Ärgernis in vielen Kommunen und auch in einem bayerischen Dorf. Dieser Trend kostet die Bauhof-Mitarbeiter viel Arbeit und die Gemeinde viel Geld.

„Ich ärgere mich furchtbar über diese Schmierfinken“, sagte Gemeinderat Günter Weinmann (CSU/Parteilose) in der September-Sitzung des Gemeinderates Hohenpeißenberg im HOP. Ihm sei aufgefallen, dass viele Verkehrsschilder, Masten und andere Flächen vollgesprayt oder mit Aufklebern verunstaltet seien.

Schilder teilweise nicht zu erkennen

Er rannte bei Bürgermeister Thomas Dorsch offene Türen ein: „Wenn man mal schaut, es sind alle Schilder zugespritzt oder vollkommen zugebappt.“ Eine „wahnsinnige Anzahl von Stickern“ klebe inzwischen an Verkehrs- und Straßenschildern, an Laternenmasten und auf anderen öffentlichen Flächen. „Die bappen alles zu“, sagte Dorsch: „Teilweise sind die Verkehrszeichen so zugeklebt, dass man sie nicht mehr erkennt.“

Unzählige Aufkleber finden sich in Hohenpeißenberg.
Unzählige Aufkleber finden sich in Hohenpeißenberg. © DP-Pictures

Ein Einbahnstraßenschild in Hohenpeißenberg sei kürzlich so sehr mit Aufklebern zugeklebt gewesen, dass es nicht mehr als solches zu erkennen gewesen sei, berichtete der Bürgermeister. Daraufhin seien regelmäßig Autofahrer entgegen der erlaubten Fahrtrichtung in der Einbahnstraße unterwegs gewesen, weswegen sich Anwohner im Rathaus darüber beschwert hätten.

Beschwerden im Rathaus

Die Aufkleber ließen sich nur äußerst schlecht entfernen. „Die kleben super. Es ist eine Riesen-Sauerei“, sagte der Bürgermeister. Bauhofmitarbeiter hätten das Verkehrsschild abmontieren und die Sticker mithilfe eines Föhns ablösen müssen. Dieses mühsame Verfahren habe nun schon etliche Male angewendet werden müssen, damit Verkehrsschilder nicht ersetzt werden mussten. Die Aufkleber einfach von Hand abzuziehen, funktioniere nicht, so Dorsch. Dieser Trend, der vielen Kommunen inzwischen zu schaffen macht, habe die Bauhofmitarbeiter schon viel Zeit und Arbeit gekostet, was letztlich ja von den Steuerzahlern, von den Bürgern finanziert werden müsse. „Was das die Allgemeinheit schädigt, das ist unmöglich“, sagte Dorsch.

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Manche Schilder sind kaum zu erkennen. © DP-Pictures

Allein aus ökologischer Sicht sei die Zukleberei ein Wahnsinn. Die Schilder mit speziellen Schutzfolien zu bekleben, auf denen Sticker schlecht kleben oder nicht haften bleiben, sei keine Option. „Man kann das ja nicht mit allen Schildern machen, das ist viel zu viel Arbeit“, sagte der Bürgermeister.

Vorfälle haben massiv zugenommen

Auch, wenn es schon immer Ärger über Graffiti und Aufkleber an Verkehrsschildern gegeben habe, in den vergangenen Wochen und Monaten hätten diese Vorfälle massiv zugenommen. „Es hat sich zugespitzt“, so der Bürgermeister: „Tausende Aufkleber“ würden in ganz Hohenpeißenberg auftauchen. „Das ist vollkommen sinnfrei.“ Verkehrsschilder zu bekleben, ist kein Kavaliersdelikt, sondern wird als Ordnungswidrigkeit oder sogar Straftat gesehen. Aber auch, wenn an allen Ecken und Enden aufgeklebt werde, sei noch keiner der Täter erwischt worden.

Die Gemeinde Hohenpeißenberg bittet deswegen ihre Bürger darauf zu achten, ob Schilder beklebt werden. „Wir werden dazu aufrufen, dass die Leute hinschauen“, so Dorsch. Wie man auf die Idee kommen kann, so etwas zu machen, kann er sich nicht erklären: „Es gibt anscheinend Leute, die nichts Besseres zu tun haben, als anderen Arbeit zu machen.“