Neue Bezeichnung für die Tölzer „Lust“? – Reihe für junge Talente angekündigt

Die „Lust“ denkt über eine neue, passendere Bezeichnung nach. Überdies gibt es ein Programm für Nachwuchskünstler ab 2026. Auch beim Kartenvorverkauf hat sich was getan.

Jungen Künstlern eine Bühne bieten und Eintrittskarten nur noch online verkaufen: Nachdem die Sturmschäden beseitigt sind und das Jubiläum gefeiert ist, krempelt der Tölzer Kulturverein „Lust“ Programm und Betrieb um. Trotz finanzieller Verluste können die Mitglieder aber sehr zuversichtlich nach vorne schauen, Termine stehen bereits bis 2026. Die Neuwahlen bestätigten die Vorstandsmitglieder in ihren Ämtern.

Minus in der Kasse zu verzeichnen

2000 Euro Minus musste Kassier Conny Gottwald bekanntgeben. 2024 konnten deutlich weniger Einnahmen durch den Barbetrieb eingenommen werden, da „Lust“-Veranstaltungen im ersten Halbjahr im „Gasthaus“ stattfanden. Aber den größten Kostenpunkt mit rund 13 000 Euro machte die neue Technik aus. In sie war im Rahmen der Sanierung nach dem Sturmschaden von 2023 investiert worden. Ausdrücklicher Dank ging hierbei an die Stadt, die mit über 8000 Euro unterstützte.

Außerdem steht der „Lust“ zudem der ehemalige Probenraum der Stadtkapelle im Erdgeschoss als Backstage-Raum zur Verfügung. „Die Komische Gesellschaft erhält dadurch einen Probenraum parallel zu unseren Veranstaltungen“, erklärte Vorsitzende Evi Luber, „und unsere Künstler müssen vor dem Auftritt nicht mehr in der engen Umkleide der Ballettschule sitzen.“ In diesem Zusammenhang denkt der Vorstand gerade über eine neue Bezeichnung für die „Lust“ nach, der Begriff „Kulturverein“ würde die Vielfalt zu wenig spiegeln. Zudem bahnt sich eine neue Zusammenarbeit mit dem Tölzer Kunstverein an.

„Junge Lust“ ab Herbst 2026

Norbert Zandt, Programmverantwortlicher, möchte überdies Nachwuchskünstlern die Bühne der „Lust“ bieten. Unter dem Namen „Junge Lust“ könne diese neue Veranstaltung im Herbst 2026 starten. Außerdem denken die Mitglieder über aktivere Zusammenarbeit mit anderen Kulturplattformen nach. Denn sollten Künstler eine weite Anreise haben, würden sich nicht nur für sie mehrere Auftrittsmöglichkeiten lohnen. Die Netzwerker Zandt und Müller nannten als Beispiele „Kulturvision“ im Nachbarlandkreis Miesbach oder die „Schrottgalerie“ in Glonn.

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Neu wird der Vorverkauf: Der Vertrag mit „Leo-Tickets“ sei unterschrieben, verkündete Gottwald. Eintrittskarten gibt es künftig nur noch im Internet. Die Betreuenden würden eigens geschult. „Es ist noch viel Arbeit, aber ein Schritt in die richtige Richtung“, meinte Gottwald. Bei den Neuwahlen wurden die Vorstandsmitglieder einstimmig bestätigt: Evi Luber (Vorsitzende) und Heike Kiesmüller (Stellvertreterin), Conny Gottwald (Kassier) sowie Iris Heckelsmüller. Sehr zur Freude der rund 20 Anwesenden konnte Jeannette Stahlberg eine gestiegene Mitgliederzahl verkünden, zu der die Jubiläumstage im September 2024 beigetragen hatten. Stand Mai 2025 zählt der Verein 70 Mitglieder. (Birgit Botzenhart)