Die Wandertour auf der „Strada 52“ gilt als eine der schönsten in Italien. Ein Bergliebhaber wollte das „Wunder“ in einem Video festhalten. Daraus wurde nichts.
Valli del Pasubio – Viele Italien-Urlauber schätzen vor allem die Natur und die Bergwelt. An der Grenze zwischen Venetien und dem Trentino ist die „Strada delle 52 Gallerie“ besonders beeindruckend. Die Route am Pasubio-Massiv führt durch spektakuläre Felswände und enge Tunnel. Es ist ein historisches Meisterwerk aus dem Ersten Weltkrieg. Soldaten haben diese Tunnel gegraben. YouTuber und Bergliebhaber Andrea Di Mieri hatte eigentlich vor, in einem Video die einzigartige Schönheit des Weges zu würdigen, doch dann ist er einfach nur fassungslos.
„Finde es entsetzlich“: Weltberühmte Straße „Strada delle 52 Galerie“ von Touristen verschandelt
Im ersten Teil des Videos lobte der italienische YouTuber noch die landschaftlichen Wunder des Pasubio-Gebiets. Doch dann kippte recht schnell seine Stimmung auf dem Wanderweg.
„Ich finde es wirklich entsetzlich, dass ein Ort wie dieser, der sowohl für seine Schönheit als auch für seine Geschichte bekannt ist, mit soviel Dreck vermüllt ist“, so Andrea Di Mieri in seinem 14-Minuten-Video auf YouTube. Überall hätten Touristen ekelhafte „Souvenirs“ hinterlassen, die Tunnel als Toiletten missbraucht. „Sowohl auf dem Hin- und Rückweg lag auf dem Weg richtig Kot … Wenn ich so etwas sehe, verliere ich den Glauben an die Menschheit“.
YouTuber entsetzt über Dreck auf historischer Route in Italien
Die Route „Strada delle 52 Gallerie“ sei von großer historischer und militärischer Bedeutung für die Geschichte des Landes und einer einzigartigen Schönheit, erklärt Andrea Di Mieri auf seiner Facebook-Seite. „Leider müssen wir uns aber mit dem berühmten Massentourismus auseinandersetzen, der neben Geld bringen viel Unhöflichkeit und Schmutz mit sich bringt.“
„Eine Schande für die 52 Galerien“ – Scharfe Kritik per Video von Berg-YouTuber
Um Menschen zum Nachdenken zu bewegen, wurde das Video mit dem Titel „Uno schifo vergogna alle 52 Gallerie“ (auf Deutsch: eine Schande für die 52 Galerien“) auch in der Facebook-Gruppe namens „Quelli che.... la Strada delle 52 Gallerie al Monte Pasubio“ mit fast 15.000 Mitglieder geteilt. Die Reaktionen auf die scharfe Kritik im Video sind jedoch geteilt.
Nutzer sprechen von „Mangel an Respekt“ auf historischer Alpenstraße in Italien
Einige Nutzer haben ähnliche Beobachtungen auf der Route im Juni gemacht und bestätigen „den Mangel an Respekt an diesem Ort“ oder überhaupt an der Natur. „Ich habe tatsächlich aufgehört, dorthin zu gehen! Was für eine Schande und ekelhaft. So ein wichtiger Ort, an dem Tausende von Menschen starben“, kommentiert ein anderer.
Jedoch sind auch Stimmen zu finden, die auf ein ganz anderes Problem abzielen: „Leider haben die sozialen Medien diese Wunder allen vorgestellt“ sowie, dass Videos von verschiedenen Influencern erst recht Menschen in die Berge locken würden. Neben dem fehlenden Respekt vor der Natur, unterschätzen einige schnell die Gefahren in den Alpen, auch auf der „Strada delle 52 Gallerie“. „Wir haben Leute gesehen, die fast in Hausschuhen sehr unsicher und gefährlich unterwegs waren“, berichten Hüttenwirte des Rifugio Achille Papa am Monte Pasubio im Frühling. (ml)