Nächster Zwischenfall: Russland-Militärflugzeug erzwingt Alarmstart – Bundeswehr-Kampfjets steigen auf

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Erneut fliegt eine russische Militärmaschine über der Ostsee ohne Funksignal und Flugplan. Die Luftwaffe schickt Abfangjäger.

Berlin – Erst waren es Drohnen über Polen, dann russische Kampfjets im estnischen Luftraum. Jetzt gibt es den nächsten Zwischenfall mit einer Militärmaschine aus Russland. Wegen eines zunächst nicht zu identifizierenden Luftfahrzeugs hat die NATO erneut zwei Eurofighter alarmiert. Das Flugzeug sei ohne Flugplan und Funkkontakt im internationalen Luftraum unterwegs gewesen, teilte die Luftwaffe mit.

Es habe sich um ein russisches Aufklärungsflugzeug vom Typ Il-20M gehandelt, das mit einer sogenannten Sichtidentifizierung aufgeklärt wurde, so die Luftwaffe. Die Lage im Ostsee-Raum hat sich mit Luftraumverletzungen Russlands zuletzt weiter angespannt. Die Bundeswehr hält zusätzliche Flugzeuge für den Schutz des Luftraums auch an der Ostflanke des Bündnisses vor.

Neuer NATO-Zwischenfall: Russland provoziert Alarmstart der Luftwaffe

Im Luftraum über der Ostsee kommt es spätestens seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer wieder zu Zwischenfällen mit russischen Flugzeugen. In der Regel handelt es sich um Aufklärer, die ohne Kennung im internationalen Luftraum operieren und sich den NATO-Grenzen nähern. Der jetzige Vorfall kommt allerdings zu einem Zeitpunkt, an dem die Lage zwischen Russland und dem Bündnis deutlich angespannt ist.

Hintergrund ist die Verletzung des estnischen Luftraums durch russische Kampfjets. Für mehrere Minuten hatten sich vor wenigen Tagen drei Militärflugzeuge über der Ostsee im NATO-Gebiet aufgehalten und in der Folge heftige Reaktionen hervorgerufen. Das Bündnis habe sofort reagiert und die russischen Flugzeuge abgefangen. „Die NATO handelt genau wie vereinbart. Es gab keine direkte militärische Bedrohung für Estland, aber wir akzeptieren absolut nicht, dass Russland den estnischen und Nato-Luftraum verletzt“, sagte Estlands Außenminister Margus Tsahkna am Samstag, dem 20. September.

Alarmstart deutscher Eurofighter über der Ostsee
Alarmstart deutscher Eurofighter über der Ostsee. (Archivbild) © -/Deutsche Luftwaffe/dpa

Estland beantragte nach dem Vorfall Konsultationen nach Artikel 4 des Nato-Vertrags. Der Artikel sieht Beratungen mit den Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat von außen gefährdet sieht. Dessen Anwendung durch Estland werde von anderen Verbündeten als völlig angemessener Schritt gesehen, so Tsahkna.

Luftraumverletzungen durch Russland: Verhältnis zu NATO angespannt

Die wiederkehrenden Luftraumverletzungen durch Russland verschärfen die Anspannungen zwischen der NATO und Russland weiter. Doch Wladimir Putin setzt nicht nur auf Kampfjets, immer wieder kommen auch Drohnen zum Einsatz. Generalinspekteur Carsten Breuer will deswegen in der Truppe schnell neue Waffensysteme zur Abwehr von Drohnen zum Einsatz bringen. „Eines ist für mich klar: Am Ende wird es vermutlich darauf hinauslaufen müssen, dass wir Drohnen gegen Drohnen einsetzen“, sagte Deutschlands ranghöchster Soldat der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In der Menge, wie Russland Drohnen gegen die Ukraine einsetze, sei eine effektive Abwehr „nur im Mix der verschiedenen Fähigkeiten möglich“. (Quellen: dpa, afp) (fbu)

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