Guter Ruf bundesweit, aber das Defizit bleibt

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Eine Kooperation mit Siemens Healthineers sichert dem Klinikum Landkreis Erding noch bessere Diagnoseoptionen. © ham

Das Klinikum Erding-Dorfen investiert es in modernste Technik und spezialisierte Behandlungen. Kommissarische Krankenhausdirektorin Sabine Wahl zieht Bilanz.

Erding – Für die Schmerztherapie in Dorfen reisen die Leute sogar bis aus Hamburg an. Das Leistungsangebot sei hochspezialisiert, und daraus ergebe sich das bundesweite Einzugsgebiet. Davon berichtete Erdings kommissarische Krankenhausdirektorin Sabine Wahl, die das vergangene Krankenhaus-Jahr Revue passieren ließ.

Krankenhausdirektorin Sabine Wahl
Bilanz zog die kommissarische Krankenhausdirektorin Sabine Wahl. Sie zeigte sich mit vielen Entwicklungen im Klinikum Erding zufrieden. © LRA

Zuvor hatte Landrat Martin Bayerstorfer an die finanzielle Situation der Häuser in Erding und Dorfen vor zwei Jahren erinnert, „als ein Defizit von rund 18,6 Millionen Euro im Raum stand. Zum Glück hatten wir dann ein paar Sondereffekte und sind auf 12,8 Millionen Euro heruntergekommen.“ Wie berichtet, rechnet der Kreis heuer mit einem Minus von 13,95 Millionen Euro. Ursache seien erneut Sondereffekte – „diesmal allerdings in die andere Richtung“, sprach Bayerstorfer die Corona-Nachzahlungen an, die nun wegfallen.

Als wichtige strukturelle Entscheidung bezeichnete Wahl, die 2022 am Standort Dorfen neu eröffnete Akutgeriatrie nach Erding zu verlagern. „Die erweiterten diagnostischen Möglichkeiten und die enge Zusammenarbeit der Fachabteilungen am Standort Erding bringen klare Vorteile für unsere Patienten“, betonte Wahl. Gerade in der Altersmedizin spiele interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Teamarbeit eine zentrale Rolle. Dass das Klinikum hier einen Schwerpunkt setzt, steht für Bayerstorfer außer Frage: „Der Ausbau der Geriatrie ist der alternden Gesellschaft geschuldet. Da brauche ich keine große Marktanalyse.“

29 Ultraschallgeräte in acht Jahren

In der Kardiologie gehöre Erding zu nur 22 Kliniken in Bayern, die Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck eine besonders fortschrittliche Behandlung anbieten können. Chefarzt Dr. Lorenz Bott-Flügel setze dabei auf ein minimalinvasives, katheterbasiertes Verfahren. Reicht diese Therapie nicht aus, stehe mit dem Barostim-Verfahren eine weitere hochspezialisierte Option zur Verfügung. „Damit ist das Klinikum eines von nur drei zertifizierten Barostim-Zentren in Bayern“, so Wahl, die zudem noch eine technische Umrüstung ankündigte. So werde in den kommenden acht Jahren der gesamte Ultraschallgerätepark mit 29 neuen Systemen erneuert.

Zudem ging vor wenigen Wochen eine neue, besonders strahlungsarme Herzkatheteranlage in Betrieb. „Sie ermöglicht dank moderner Bildgebung eine extrem präzise Diagnostik und Therapie der Herzkranzgefäße“, schwärmte Wahl. Als Fortschritt für die Notfallversorgung wertete sie die Installation eines CT-Geräts in der Zentralen Notaufnahme, das nach sechsmonatiger Umbauphase im laufenden Betrieb Ende Oktober in Betrieb genommen wurde.

Selbst googeln, wie krank man ist? Vielleicht gar nicht immer schlecht. Wahl warb jedenfalls für die digitale Selbstanamnese. Über die Homepage des Klinikums können Bürger Symptome eingeben und eine medizinische Ersteinschätzung erhalten. So könnten unnötige Besuche in der Notaufnahme vermieden werden, so Wahl..

Stolz sei das Klinikum auf die Pflegeausbildungsstation „EILA“, das Azubis begleitete Eigenverantwortung ermöglicht (wir berichteten. Dadurch werde der Theorie-Praxis-Transfer gestärkt und die Handlungskompetenz gefördert.

Drei weitere Zahlen präsentierte Wahl: 60 Männer und Frauen haben vergangenes Jahr das Bildungszentrum erfolgreich absolviert, 19 von ihnen wurden sogar als Preisträger ausgezeichnet. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagte Wahl, die zudem auf mehr als 1000 Gäste bei den Vorträgen im Rahmen des Patientenforum verwies. Besonders gefragt seien die Vorträge zur Brustvorsorge gewesen.