Der Burschenverein Oberneuching beantragt 100 000 Euro für eine Lagerhalle. Doch dem Gemeinderat fehlen wichtige Finanzinformationen.
Oberneuching – Der Burschenverein Oberneuching plant eine Lagerhalle, mit Gesamtkosten in Höhe von rund 350 000 Euro. Neben Eigenkapital, Spenden und einem Darlehen soll ein Teil der Summe von der Gemeinde Neuching kommen, die Burschen beantragten einen Zuschuss von 100 000 Euro. Dieser soll in vier Jahresraten zu je 25 000 Euro gezahlt werden.
In seiner Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat mit diesem Antrag, und Bürgermeister Thomas Bartl (CSU) lobte das Engagement des Vereins. Die Burschen würden mit vielen Veranstaltungen überregionale Erfolge feiern, zahlten auch als einziger Verein Gewerbesteuer. Die Halle könne zudem auch die Gemeinde als Lagerraum nutzen, sie wäre außerdem für kleinere Veranstaltungen geeignet. Und: „Der Burschenverein hat noch nie einen Zuschuss gefordert.“
Allerdings fehlten einigen Gemeinderäten noch detaillierte Zahlen, etwa über die Finanzlage der Burschen. Manfred Mittermaier (FWG) mahnte dies an, fragte zudem, in welchem Zeitraum die Halle fertig werden soll. Dass die Burschen Planungssicherheit bräuchten und erst nach der Genehmigung starten könnten, erwiderte Martin Bauer (CSU). Das Ziel sei ein Baubeginn im Herbst 2026, mit dem Rohbau als erstem Abschnitt.
Zuvor war von einer Bürgschaft von 150 000 Euro seitens der Gemeinde die Rede. Ob diese dann nach Genehmigung des Zuschusses weniger werde, wollte Mittermaier wissen. Dies sei der Fall, sagte Bauer. Dennoch sei für Mittermaier nicht klar, was insgesamt benötigt werde: „Ich möchte nicht, dass der Burschenverein eine Sonderbehandlung bekommt.“
Termin „ganz ohne Wahlkampf“
Es gehe um 100 000 Euro ohne richtige Aktenlage, bemängelte auch Beatrix Ertl (CSU). Auch die Aufteilung über vier Jahre verstand sie nicht: „Die brauchen das Geld doch jetzt gleich.“ Robert Riexinger (CSU) meinte, man müsse heute noch nicht entscheiden: „Dafür brauchen wir mehr Informationen. Jeder Verein muss gleich behandelt werden.“ Er votierte für eine „wohlwollende“ Behandlung, brauche aber erst die Meinung des Kämmerers – rosig sei die Finanzlage Neuchings schließlich nicht.
Dass das Projekt eine tolle Sache sei, betonte Martin Bichlmaier (SPD). Ein paar Regeln seien jedoch einzuhalten, der Vize-Bürgermeister brachte dafür einen Termin mit Gemeinderats- und Burschenvertretern ins Spiel: „Da könnte man ganz ohne Wahlkampf alle Fragen beantworten.“ Als verantwortungsvolles Gemeinderatsmitglied sei eine Zustimmung heute nicht möglich.
Auch für Christian Steiner (WGN) stellte ein Extratermin die beste Vorgehensweise dar. Zeitmäßig sei das kein Problem, meinte Otto Hainz (SPD). Denn vor der Haushaltsdebatte könne es ohnehin keine Zustimmung geben, und ein Votum „unter Vorbehalt“ sei nicht gut. Der SPD-Rat betonte aber in Richtung der zahlreich anwesenden Burschenvereinsmitglieder: „Ich bin mir sicher, dass wir am Ende schon die 100 000 Euro zahlen werden.“
Dass man über die geforderten Zahlen früher mit den Antragsstellern hätte reden müssen, monierte Bauer. Daher verstehe er den Unmut schon. Letztlich fiel bei Bauers Gegenstimme die Entscheidung, zeitnah eine Sondersitzung einzuberufen, um die finalen Fragen zu klären.